Content: Home

Die Eigenheiten der EM-Küchen

Was Kochprofis von der Küche ihres Heimatlandes halten und weitere Besonderheiten zur Landesküche aller Teilnehmer der Fussball-Europameisterschaft 2016.

RUSSLAND

Küchenchef Kamaljon Togaev Borschtsch ist immer fein

Als Chefkoch im Restaurant Silk Road Le Marignac in Grand-Lancy GE bereitet Kamaljon Togaev (37) aus Usbekistan auch Spezialitäten der russischen Küche wie Borschtsch zu.

Kamaljon Togaev, seit wann leben Sie in der Schweiz?
Ich kam im Juni 2015 in die Schweiz und arbeite seit sieben Monaten im Silk Road.

Was ist typisch für die russische Küche?
Ausgeprägte Aromen und sehr spezielle Kombinationen aus gewöhnlichen und erlesenen Produkten wie zum Beispiel Kaviar. Auch werden in der russischen Küche grundsätzlich alle Produkte optimal genutzt, denn man möchte so wenig wie möglich wegwerfen.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Borschtsch ist immer fein. Am liebsten esse ich aber russische Pelmeni. Das sind in Bouillon gekochte und mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die man entweder als Suppeneinlage oder als Hauptgericht geniesst.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?
Ich liebe die Schweiz wegen ihrer Landschaft und ihrer kulturellen Vielfalt, ihrer Lebensart und ihrer Gastronomie. Es gibt hier so viele Aktivitäten, das finde ich toll.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?
Ganz bestimmte Produkte wie zum Beispiel unseren Frischkäse. Der ist einfach ganz anders als der Frischkäse, den man in der Schweiz bekommt.

Russische Spezialitäten RUSSLANDS KULINARISCHE DAUERBRENNER
1. Rindfleisch – von Filet bis Haxen
2. Kartoffeln – für Eintopf und Wodka
3. Rüebli – für Suppe und Eintopf
4. Dill – aromatischer Begleiter von Fischgerichten
5. Wodka – weil es Kartoffeln im Überfluss gibt
6. Erbsli – als Beilage äusserst begehrt
7. Hering – der beliebteste Fisch zu Wodka
8. Sauerrahm (Crème fraîche) – für Saucen
9. Randen – ohne die es keinen Borschtsch gibt
10. Mayonnaise – für russischen Salat
11. Kohl – weil er gut sättigt und von innen wärmt

Essen und Trinken in Russland
Wer denkt, die russische Küche bestehe nur aus Kohl, Kaviar, Essiggurken, Krimsekt und Wodka, der täuscht sich. Die Russen essen gerne währschaft und von allem viel. Alles ist reich an Kalorien und an Variationen. Es kommt alles gleichzeitig auf den Tisch, so kann sich jeder nehmen kann, was er am liebsten mag. Die verschiedenen Vorspeisen heissen Sakuska. Aufgetischt werden Auberginen-Kaviar, gehackter Hering mit Eiern, Butterbrote mit Schinken, Zunge und Speck.

Zu den Klassikern zählen Borschtsch, eine Suppe aus Weisskohl, Kartoffeln und Randen, Soljanka, eine säuerlich scharfe Suppe oder gefüllte Teigwaren wie die sibirischen Pelmeni oder Piroggen.
Bei den Fleischgerichte das Boeuf Stroganoff. Den Kartoffeln machen Blinis aus Buchweizen, mit Sauerrahm oder Kaviar serviert, Konkurrenz. Zu allem wird dunkles Roggenbrot gegessen.

An der russischen Tafel werden vorwiegend starke Getränke angeboten: Selbstgebranntes aus Obst und natürlich Wodka, Sekt, Bier und Weine. Im Restaurant wird Wodka nach Gewicht bestellt, die kleinste Portion beträgt 50g. Den Durst löschen die Russen aber dann doch mit Tee oder einem Brottrunk mit dem Namen Kwas.

Gewürzt wird gerne mit Sellerie, Pfeffer, Kardamon, Dill und Nelken.


WALES

Küchenchef Kamaljon Togaev Ich liebe diese Würstchen

Glamorgan Sausages sind vegetarische Käsewürstchen und eine Spezialität aus Wales, der Heimat von Kris Watkins. Der 39-Jährige aus Cardiff kocht im Kennedy’s Irish Pub in Zürich.

Kris Watkins, seit wann leben Sie in der Schweiz?
In die Schweiz kam ich vor 15 Jahren. Seit November 2012 arbeite ich im Kennedy’s Irish Pub in Zürich. Meine Arbeit gefällt mir sehr gut. Vorher war ich sechs Jahre lang in einem anderen Restaurant in der Schweiz tätig.

Was ist typisch für die walisische Küche?
Kulinarisch hat Wales einiges zu bieten. In unseren Gerichten spielt Fleisch eine wichtige Rolle. Speziell Lamm ist sehr populär, aber auch Rindfleisch und Wild sind beliebt. Wales hat eine wunderschöne, 2740 Kilometer lange Küste. Darum haben wir auch viele Köstlichkeiten mit Fisch und Meeresfrüchten.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Ich liebe die Glamorgan Sausages, mein Favorit ist aber Laverbread. Das sind Meeresalgen, die zusammen mit Hafermehl vermischt und zu einem Küchlein geformt und gebacken werden. Ich geniesse Leaverbread zum Frühstück mit Speck und Eiern oder geräuchertem Lachs und pochierten Eiern. Diesen besonderen Zmorge gibt es meines Wissens nur bei uns.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?
Natürlich meine Familie und alle meine Freunde. Aber auch das Meer, den Strand und die raue Küste.

Wales' Spezialitäten WALES' GENUSS-GARANTEN
1.  Lauch – einfach das Nationalgemüse
2. Lammfleisch – für Eintöpfe wie Cawl
3. Seegras – für Laverbread braucht
4. Herzmuscheln – der Snack direkt aus dem Meer
5. Glamorgan Sausages – für die kleine Mahlzeit
6. Frischer Lachs – genauso beliebt wie Kabeljau
7. Speck (Bacon) – zum Frühstück ein Must
8. Cheddar Käse – als Nationalkäse die Nummer 1
9. Weinbeeren – für süsse Brötchen
10. Walisisches Bier – hat nur 3 % Alkoholgehalt
11. Eier – für Welsh Cakes unverzichtbar

Essen und Trinken in Wales
Die Walisern essen zwar ähnlich wie die Engländer, und doch gibt es regionale Unterschiede.

Im Süden gibt es mehrheitlich Ofengerichte wie Schweinebraten oder diverse Pies. An der Küste essen die Menschen vermehrt Fisch und Muscheln. Es gehört zur Tradition, mit einem gefüllten Becher Herzmuscheln in der Hand am See zu flanieren oder über den Markt zu spazieren.

Im Norden von Wales hingegen isst man weniger Fleisch und Fisch. Die traditionelle Suppe Cawl mit Cheddarkäse wird in dieser Region mit viel weniger Fleisch, dafür mit mehr Gemüse serviert. Beliebt sind Gerichte mit einheimischen Zutaten wie Lammfleisch, Schweineherz oder Meeresalgen – dem Leaverbread. Der Seetang muss vor dem Genuss etwa 10 Stunden vor sich hin köcheln, erst dann wird er heiss oder kalt zusammen mit Rührei, Bohnen und Würstchen gegessen.

Zum Dessert oder zur Tea-Time gibt es Reispudding, Früchtebrote, überbackene Streuselkuchen oder Trifle – ein geschichtetes Dessert aus Früchten.

Bei den Getränken sind neben dunklem Ale (Bier) auch Whisky mit Wasser verdünnt oder Schwarztee beliebt.

Essen und Trinken in Österreich

Je nach Region und Bundesland gibt es individuell verschiedene Gerichte und Essgewohnheiten.

Ob Wienerschnitzel und Erdäpfelsalat, Saft- oder Fiakergulasch, Tafelspitz, diverse Knödelarten, Zwiebelrostbraten und Kässpätzle – die Österreicher lieben es eher deftig.
Gewürze wie Kümmel, Paprika, Mohn, Mayoran und auch Kürbiskernöl sind in vielen Rezepten Bestandteil.

Unter den Süssspeisen sind die Sacher- oder Linzertorte, Apfel- und Topfenstrudel, Marillenknödel und der Kaiserschmarrn beliebt.

Auch für den kleinen Hunger gibt es diverse Imbissbuden mit Wurstspezialitäten wie Käsekrainer, Debreziner oder Leberkäse im Semmel.

Essen und Trinken in Deutschland

Von Osten nach Westen, von Norden nach Süden. Auch die deutsche Küche kommt je nach Region sehr unterschiedlich daher.

Die Currywurst mit Pommes und den Christstollen kennt man vom Osten Deutschlands, Spätzle, Maultaschen und die Weisswurst mit Bretzel vom Süden. Aus Ostpreussen stammen die beliebten Königsberger Klopse mit Kartoffelstampf an weisser Sauce mit Kapern, diverse Krabbengerichte aus dem Norden.

Ganz Deutschland liebt Kartoffeln, Nudeln und deftige Eintöpfe. Beim Fleisch ... steht man schlicht auf (fast) alles vom Fleisch.

Gewürze wie weisser und schwarzer Pfeffer Bohnenkraut, Senfkörner, Liebstöckel und Majoran werden am häufigsten verwendet.

Bayrische Creme oder rote Grütze mit Vanillesauce und Milchreis mit Zimt und Zucker wird neben allerlei Kuchen und Torten gerne zur Nachspeise gegessen.

Essen und Trinken in Island

Isländische Köche variieren gekonnt die Fänge aus dem Meer. Fast alles aus Flüssen und Meer landet in irgendeiner Form auf dem Teller. Aber auch Fleisch von Lamm, Schaf, Rentier, Fohlen und das Geflügel vom Papageitaucher stammt von einheimischen Tieren.

Ob Trockenfisch, honigglasierter Lachs, eingelegter Hering, geräucherte Forelle in Wacholder oder gesäuerter und gepökelter Schellfisch in Molke. Die Küche ist einfach und bäuerlich.

Tomaten, Gurken, Paprika, Salate und Pilze gibt es erst seit dem Bau von Gewächshäusern. Früher waren da nur Rhabarber und Kohl. Als Würze dienen Wacholderbeeren, Kerbel, Kümmel und Thymian.

Zum Dessert geniessen die Isländer am liebsten mastige Sahnetorten oder Crépes mit Marmelade gefüllt.


UNGARN

Attila Basa (36), Inhaber und Küchenchef des Restaurants «Heimat 3» in Zumikon ZH. Paprika ist allgegenwärtig

Attila Basa (36) aus Nyíregyháza ist Inhaber und Küchenchef des Restaurants «Heimat 3» in Zumikon ZH.

Wie lange leben und arbeiten Sie in der Schweiz?

Neun Jahre bin ich nun hier und war von Anfang an in der Gastronomie tätig. Seit einem Jahr leite ich das «Heimat 3» in Zumikon. Meine Arbeit ist streng, aber es gefällt mir immer besser. Ich liebe es, mit frischen Zutaten zu kochen und Traditionelles neu zu interpretieren.

Was ist typisch für die Küche Ihrer Heimat?

Speziell ungarisch sind Gulaschsuppe, Gulasch, Paprikahuhn und natürlich unser Nationalgetränk Pàlinka, ein Obstbrand. Auch Gerichte mit Kraut sind bei uns sehr beliebt. Allgegenwärtig ist das Gewürz Paprika in Eintöpfen und Suppen.

Welches ist Ihr Lieblingsgericht?

Am liebsten esse ich «Töltött kaposzta». Das sind Kohlrouladen an einer Tomatensauce. Ein einfaches Gericht, aber eine wahre Delikatesse!

Was gefällt Ihnen in der Schweiz ganz besonders?

Mir gefällt die Natur und das Naturell der Menschen. Ich schätze auch die hervorragende Qualität vieler Produkte.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Ich vermisse die Küche meiner Mama. Sie lebt in Ungarn.

UNGARNS KÜCHEN-ELF

1 Paprikapaste – sorgt für ein schnelles Gulasch
2 Stierblut – kombiniert drei Rotweinsorten
3 Gänseleber – entzückt Gourmets weltweit
4 Quark – steckt in jedem Gebäck und Kuchen
5 Kolbàsz – punktet als würzige Paprikawurst
6 Unicum – ist kein gewöhnlicher Kräuterlikör
7 Salami – kommt bei jeder Jause auf den Tisch
8 Kartoffeln – dominieren in allen Variationen
9 Scharfe Paste – setzt pikante Akzente
10 Pàlinka – ist das flüssige Obst der Magyaren
11 Süsswein – wird zur Nachspeise serviert

Essen und Trinken in Ungarn

Ob Gulasch mit viel Paprika, Paprikapoulet oder Kartoffeln mit Paprika. Das Nationalgewürz der Ungarn ist nun mal Paprika gemahlen oder fertige Paprikapasten, von edelsüss bis scharf. Die ungarische Küche verwendet gerne Kohl als Rouladen verarbeitet oder als Einlage in Suppen und Eintöpfen.

Als Zwischenmahlzeit lieben die Ungarn Wurstsorten mit Paprika und Knoblauch gewürzt. Bekannt ist die Kolbasz oder die Debreziner Wurst. Auf den Lebensmittelmärkten wird zudem viel Gänseleber angeboten.

Zu den Nationalgetränken der Ungarn gehört Palinka, ein Schnaps aus verschiedenen Obstsorten oder Unicum, ein Kräuterlikör. In den Weinbaugebieten Ungarns gibt es fantastische Weine.


PORTUGAL

Fernando Martins (49) ist Chefkoch des Restaurants Le Portugais in Genf.

Unsere Küche ist mediterran

Fernando Martins (49) ist Chefkoch des Restaurants Le Portugais in Genf, das er von seinen Eltern geerbt hat.

Wie lange leben und arbeiten Sie in der Schweiz?

Ich bin hier geboren und habe sowohl die Schweizer als auch die portugiesische Staatsbürgerschaft. Das Restaurant Le Portugais gehörte meinen Eltern. Schon als Sechsjähriger half ich beim Servieren und später auch in der Küche mit. Seit 1994 bin ich der Eigentümer und Chefkoch.

Was ist typisch für die Küche Ihrer Heimat?

Unsere Küche ist mediterran, in der aus historischen Gründen aber auch asiatische, afrikanische und amerikanische Akzente zu finden sind. Wir kombinieren gern verschiedene Gewürze mit unseren lokalen Zutaten. Es gibt regionale Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden Portugals.

Was ist Ihre Lieblingsspeise?

Meine Favoritin ist eine Feijoada, wie man sie in Porto geniesst: ein Eintopf, der mit Innereien vom Rind, Schweinefleisch, weissen Bohnen und orientalischem Kreuzkümmel zubereitet wird.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz ganz besonders?

Die friedvolle Ruhe und die Landschaft.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Auch wenn ich nie in Portugal gelebt habe: die Sonne und das Meer.

PORTUGALS KÜCHEN-ELF

1 Maisbrot – spielt immer und überall mit
2 Knoblauch – sorgt zuverlässig für Aroma
3 Safran – veredelt Gerichte auf feinwürzige Art
4 Sardinen – sind ein Grundnahrungsmittel
5 Bacalhau – steht den Sardinen in nichts nach
6 Morcela – ist die Blutwurst der Nation
7 Schinken – scheut keine spanische Konkurrenz
8 Lammracks – begeistern alle Fleischliebhaber
9 Oliven – begleiten so gut wie jede Mahlzeit
10 Portwein – wird bevorzugt zum Dessert serviert
11 Pastéis de Nata – verführt mit cremiger Füllung

Essen und Trinken in Portugal

Eine Warnung vorweg: Wem der Sinn nach Saucen und fast leeren Tellern steht, ist bei den Portugiesen falsch. Das Essen ist bodenständig, und es gibt gut gefüllte Teller. Sehr viele Gerichte kommen mit wenigen Zutaten aus, und man würzt gerne einfach nur mit Knoblauch und Kräutern.

Bekannt und traditionell ist die Caldo verde, eine grüne Suppe, oder die Sopa de Mariscos, eine Suppe mit Meeresfrüchten. Auch Feijoadas (Eintöpfe) mit Bohnen und Innereien sind sehr beliebt. Ganz klar zählen Gerichte mit Bacalhau zu den Höhepunkten. Man sagt, dass es bis zu 365 Zubereitungsarten für Bacalhau gibt. Er schmeckt so immer wieder neu und überraschend.
Süsse, cremige Desserts wie die Pasteis de nata runden ein Festessen ab.

Unter den Getränken ist Portwein wohl der Bekannteste, gefolgt von portugiesischem Rotwein Madeira.

Essen und Trinken in der Slowakei

Aufgrund der rauen Bedingungen in den Bergen ist die Küche in der Slowakei eher karg. Es wird aber gerne und deftig gegessen.

Schon zum Frühstück darf es üppig sein, und es wird eine mit Frischkäse gefüllte Schinkenrolle aufgetischt. Die Slowaken bereiten ihre Rinder- und Hühnersuppe noch frisch zu. Sehr beliebt ist die traditionelle Knoblauchsuppe (Cesnaková polievka) und diverse Krautsalate.

In den Weingegenden im Süden der Slowakei trinkt man gerne Wein. Gerade in den Kleinen Karpaten, im Nitra-Becken und südlich von Kosice gedeihen herrliche Rieslinge oder süffige Blaufränkische Weine.

Essen und Trinken in der Türkei

Die kulinarische Vielfalt der türkischen Küche lässt sich sehen. Denn es gibt weitaus mehr als nur Döner und Kebab.

Für viele sind die verschiedenen kalten Vorspeisen (Mezeler) der absolute Höhepunkt. Die Auswahl ist gigantisch, und alles ist liebevoll angerichtet. Die mediterranen Speisen sind sehr gut verträglich und nicht zu scharf gewürzt. Bei den Hauptspeisen brillieren Köfte (mediterran, gewürzte Hackfleischbällchen), grillierter Fisch, mit Zwiebeln und Hackfleisch gefüllte Auberginen oder gefüllte Weinblätter. Desserts wie Baklava, mit Pistazien, Walnüssen und viel Honig gehören genauso zur türkischen Küche wie der Türkische Honig (Helva).

Zu den Nationalgetränken gehören Tee, der in Gläsern serviert wird, oder Raki, ein hochprozentiger Schnaps, der wunderbar zu cremigem Schafskäse und Honigmelonen passt.

Essen und Trinken in Nordirland

Die Küche der Nordiren ist ähnlich wie die der Engländer und Iren. Man isst gerne Hausmannskost und verzichtet auf Schnickschnack.

Zum Frühstück wird oft Haferbrei, Rührei oder Spiegelei mit Würstchen und Toastbrot serviert. Teils isst man bereits zum Frühstück Meeresfrüchte oder irischen Lachs. Unter den Hauptspeisen stehen Lammgerichte, Rindfleischeintöpfe, Muscheln und Krebse hoch im Kurs. Als Beilage isst der Nordirländer am liebsten Kartoffeln und Kohl in allen Varianten, oft wird eine Minzsauce dazu genossen.

Neben Guiness, dem dunklen und kräftigen Bier, trinken die Nordiren gerne und viel Schwarztee mit Milch.


BELGIEN

Restaurantleiter Richard Balsamo (41) leitet das Bruxelles Café in Lausanne Belgien ist ein Land für Schlemmer

Restaurantleiter Richard Balsamo (41) leitet das Bruxelles Café in Lausanne. Nie möchte er darauf verzichten, seine Kochjacke anzuziehen und die geliebten belgischen Gerichte zuzubereiten.

Richard Balsamo, seit wann leben Sie in der Schweiz?

Ich bin ein echter Schweizer, aber ich reise mindestens einmal pro Jahr nach Belgien – und das immer wieder gern.

Was ist typisch für die belgische Küche?

Belgien ist ein Land für Schlemmer. Die Küche ist vielfältig und familiär. Sie ist berühmt dafür, die lokalen Biere auch in der Küche einzusetzen und so wunderbare Gerichte hervorzubringen. Und —viele unserer Produkte sind auf der ganzen Welt bekannt: die Schokolade, die Caramel-Spekulatius, Pommes frites, Waffeln oder die Eupener Bierwurst.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Ich liebe flämische Rinder-Karbonade, Miesmuscheln mit Pommes frites, Garnelenkroketten oder Chicorée-Gratin.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?

Der vielfältige Kultur- und Sprachenmix und die atemberaubenden Landschaften mit ihren Bergen, Seen, Weinbergen und die regionalen Spezialitäten.

Was schätzen Sie an Belgien?

Die Stimmung in den Frittenbuden, die Entdeckung neuer Biersorten und die nette Art der Leute.

Die belgische Nationalküche

BELGIENS KÜCHEN-ELF

1. Schokolade – zergeht auf der Zunge
2. Bier – belegt die belgische Braukunst
3. Pommes frites – begleiten Fisch und Fleisch
4. Miesmuscheln – verzaubern nicht nur Touristen
5. Spekulatius – nascht man gern zum Kaffee
6. Carbonnade flamande – ist ein Eintopf mit Bier
7. Chicorée – geniessen die Belgier im Gratin
8. Blutwurst – ist für Liebhaber deftiger Kost
9. Lebkuchen – wurde in Belgien erfunden
10. Rosenkohl – nennt man auch «Brüsseler Kohl»
11. Tarte al Djote – punktet mit viel Gemüse

Essen und Trinken in Belgien

Die belgische Küche ist der französischen sehr ähnlich und die Speisen raffiniert zubereitet. Ob Moules frites oder in Bier eingelegtes Kaninchen, gratinierter Chicorée oder Carbonnade flamande.

Allerdings gibt es regionale Unterschiede. So essen die Flamen gern Fischgerichte wie beispielsweise Waterzoi, das ist eine spezielle Fischsuppe, Gerichte mit Aal oder Lauchsuppe und in Bier eingelegte Speisen. Zudem greift man gern auf heimische Produkte zurück. So findet man Fisch und Meeresfrüchte an den Küsten, und im Landesinnern steht Wild auf der Speisekarte.
Zum Dessert lieben die Belgier ihre berühmten Waffeln, Pralinen, Käsekuchen und Reistorten.

Die Vielfalt der Biere und die Geschmacksvariationen machen das belgische Bier so interessant wie Wein. Die Biere unterscheiden sich in Farbe, Duft und Geschmack, die belgische Bierkultur gehört zu den sortenreichsten der Welt.


UKRAINE

Irina Beerli aus der Ostukraine betreibt das Restaurant Traktir Irina in Fischingen

Wodka gehört zu jedem Essen

Irina Beerli aus der Ostukraine betreibt das Restaurant Traktir Irina in Fischingen TG. Die ukrainische Gastfreundschaft liegt ihr am Herzen.

Irina Beerli, seit wann leben Sie in der Schweiz?

Seit 28 Jahren bin ich hier. Das Restaurant «Traktir Irina» führe ich seit 16 Jahren und koche unsere ukrainischen Spezialitäten noch immer mit Leidenschaft.

Was ist typisch für die ukrainische Küche?

Zu unserer Kultur gehört es, eisgekühlten, unverdünnten Wodka zum Essen zu trinken. Auch während der strengen Fastenzeit ist es erlaubt, das Wässerchen zu sich zu nehmen. Typisch sind zudem gerösteter Buchweizen, Speck, Pilze und verschiedene Gemüse.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Ich liebe Buchweizen als Beilage oder gekocht mit Pilzen. Unser Buchweizen ist bereits geröstet und wird auch oft für Blinis verwendet. Borschtsch schmeckt mir aber ebenfalls sehr gut.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?

Die Schweiz ist meine neue Heimat, und ich fühle mich hier sehr wohl. Aber eigentlich bin ich schon zu lange da, als dass ich etwas Besonderes erwähnen könnte.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Echte Freundlichkeit. Wenn ein Ukrainer fragt, wie es dir geht, dann erwartet er eine ganz genaue Antwort und nicht einfach nur ein kurzes «gut». Zudem vermisse ich das Meer.

Die ukrainische Nationalküche

UKRAINES KÜCHEN-ELF

1. Randen – schmücken und schmecken
2. Tomaten – zaubern auch Farbe in Gerichte
3. Schweinefleisch – passt gut zu Wodka
4. Schaffleisch – bringt die nötige Würze
5. Gorilka Wodka – begleitet jede Mahlzeit
6. Piroschki – ist ein beliebtes Dessert
7. Wareniki – sind feine Weissmehltaschen
8. Essiggurken – bereichern jeden Zvieri
9. Uswar-Sirup – peppt Durstlöscher auf
10. Peperoni – sind gefüllt eine Spezialität
11. Kabis – ist fester Bestandteil der Esskultur

Essen und Trinken in der Ukraine

Wie bei den Russen ist Borschtsch auch bei den Ukrainern das Nationalgericht. Es soll mehr als 30 unterschiedliche Rezepte von Borschtsch geben. Typisch ukrainische Gerichte sind ebenso die Eintöpfe (Ucha), Wareniki (gefüllten Teigtaschen) und Salo. Das ist ein mit Salz gereifter Schweinespeck. Einheimische Lebensmittel wie Kartoffeln, Kohl, Pilze, Beeren und Kräuter spielen in der ukrainischen Küche eine grosse Rolle. Beim Fleisch ist Schweinefleisch, Hammel, Hühner und Ente sehr beliebt.

Wenn Gäste geladen sind, wird ein grosses Büffet angerichtet: Es gibt Salate, Wurstplatten oder geräucherten Fisch. Der zweite Gang – in grossen Schüsseln serviert – besteht aus Kartoffelstock, gegartem Schweinefleisch, gefüllten Teigtaschen oder im Ofen grillierten Pouletschenkeln. Dazu gibt es Gemüse wie Paprika, Auberginen oder Tomaten, am liebsten aus dem eigenen Garten und Brot in allen Variationen. Erst spät am Abend werden Desserts wie Zupfkuchen, Babas (Hefeküchlein) oder Pfannkuchen gereicht. Sekt, Wodka und Weine aus der Krim trinkt der Ukrainer gern und viel. Uswar – ein Kompottgetränk aus getrockneten oder frischen Früchten – Birkensaft, Kvas – ein kohlensäurehaltiges Erfrischungsgetränk – und Kefir sind ebenfalls landestypische Getränke.

Essen und Trinken in Rumänien

Die rumänische Küche ist in den meisten Regionen eher bäuerlich. Eintöpfe mit Grundnahrungsmittel wie Bohnen, Kohl, Schweinefleisch, Kartoffeln und Mais sind beliebt.

Mamaliga zum Beispiel ist ein fester Brei aus Maisgriess, der mit Schafskäse überbacken und mit Sauerrahm serviert wird. Lammfleisch und viele Produkte mit Schafsmilch spielen eine grosse Rolle. Ein Klassiker der rumänischen Küche ist die Kohl- oder Krautroulade, die in jeder Region des Landes durch einen typischen Geschmack überzeugt. Oft werden die Kohlrouladen mit gesäuerten Weisskohl- oder Weinblättern zubereitet und gemeinsam mit Sauerkraut und geräuchertem Fleisch gegart.

Zudem essen die Rumänen gern Karpfen. In den Weinanbaugebieten werden vollmundige Süssweine, trockene Rot- und Weissweine produziert. Die Rumänen trinken ihren Wein gern mit etwas Mineralwasser verdünnt.

Essen und Trinken in der Schweiz

Die Vorlieben der Schweizer Küche unterscheiden sich stark von einer der vier Sprachregionen zur anderen. Zudem hat jeder Kanton seine kulinarischen Highlights.

So stammen das inzwischen überall beliebte Käsefondue und das Raclette aus der Romandie, Marroni und Polenta aus dem Tessin, Pizzoccheri aus dem Val Poschiavo und die deftige Bernerplatte mit Sauerkraut und Rippli und das Züri-Geschnetzeltes mit Rösti aus der Deutschschweiz. Da in der Westschweiz Rösti nicht zur traditionellen Küche gehört, bezeichnen die Schweizer die Grenze von West- und Deutschschweiz als Röstigraben. Käse wie Appenzeller, Tilsiter, Greyerzer, Emmentaler und Sbrinz werden überall gegessen und viele Gerichte damit verfeinert.

Die Schweiz ist bekannt für ihre hervorragenden Schokoladeprodukte. Dementsprechend gibt es herrliche Desserts mit heller und dunkler Schoggi. Die Schweizer trinken am liebsten Rot- und Weisswein, Spezialbiere und Kaffee.

Essen und Trinken in Schweden

Die schwedische Küche gilt als unkompliziert. Man isst gern Hausmannskost wie Wurst, Brot und Käse oder Gerichte mit einheimischem Rentier- oder Elchfleisch. Die kürzeren Sommer und länger anhaltenden Winter haben einen Einfluss auf die schwedischen Essgewohnheiten. Aus diesem Grund haben Vorräte immer noch einen grossen Stellenwert und sind Tradition. Beliebt sind Heringfilets in verschiedenen Marinaden oder fermentierter Hering, in Sahnedill eingelegt. Die bekannten Köttbullar, marinierter Lachs (graved Lachs) und Randensalat sind fester Bestandteil der schwedischen Küche.

In Schweden sind Lösgodis nach dem Abendessen beliebt. Das ist nichts anderes als Gummibärchen, Lakritze oder Marshmallows, die man sich selbst zusammenstellt.
Beim Kaffeeverbrauch sind die Schweden gleich hinter den Finnen pro Kopf ganz vorne.

POLEN

Marcin Orawiec Ich liebe alle Fleischgerichte

Marcin Orawiec kocht im Restaurant Warszawa in Basel. Mit Hingabe bereitet er täglich Spezialitäten aus Polen zu.

Marcin Orawiec, wie lange leben und arbeiten Sie in der Schweiz?

Ich bin seit Juli 2015 in der Schweiz und arbeite seither als Chefkoch.

Was ist typisch für die Küche Ihrer Heimat?

Ganz bestimmt die Piroggen mit Sauerkraut und Pilzen. Darum habe ich auch dieses Rezept für das Migros-Magazin gewählt. Es ist zwar sehr speziell, aber einfach nachzukochen.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Ich bevorzuge definitiv alle Gerichte mit Fleisch. Zum Beispiel die schlesische Rindsroulade, die ist einfach herrlich! Wir servieren dieses Gericht auch bei uns im Restaurant.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Meine Eltern. Die gemütlichen Sonntage mit ihnen vermisse ich sehr und freue mich jedes Mal auf ein Wiedersehen. Auch meine Freunde und Bekannten in Polen vermisse ich. In Basel lebe ich zusammen mit meiner Frau und meinen zwei Kindern. Ich muss noch viel besser Deutsch lernen, dann werde ich auch in der Schweiz Freunde finden.

POLENS KÜCHEN-ELF

1 Schweinskotelett – wird bevorzugt grilliert
2 Grützwurst – ist etwas für Fans deftiger Kost
3 Fleischtätschli – gilt als würziger Klassiker
4 Schafskäse – geniesst man in Polen geräuchert
5 Hering – ist neben Dorade der beliebteste Fisch
6 Rahm – verfeinert Suppen und Saucen
7 Kartoffeln – kommen in Tausenden Rezepten vor
8 Bigos – ist ein Krauteintopf mit Fleisch und Wurst
9 Apfelkuchen – gibt es in mehreren Varianten
10 Wodka – gilt auch in Polen als Nationalgetränk
11 Bier – darf zu keiner Jause fehlen

Essen und Trinken in Polen

In Polen gibts schon zum Frühstück Brot, Wurst, Käse frischen Gurken, Zwiebeln oder Rühreiern. Zu den Nationalgerichten gehören Bigos – ein Schmortopf aus Sauerkraut, verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, Pilzen, Karotten und Gewürzen. Dieses Gericht wird wegen seiner Haltbarkeit geschätzt. Gefüllte Teigtaschen wie Piroggen, geschmorte Rinderroulade, eine tiefrote Suppe (Borschtsch) aus Randen oder Kaszanka, das ist eine Blutwurst mit Gerste und Zwiebeln gebraten, gehören zu den Lieblingsgerichten der Polen. In den Wäldern von Polen hat es viele Pilze wie etwa Steinpilze, Butter- oder Maronenröhrlinge oder Pfifferlinge, die zu Suppe, zu Bouillon oder als Füllung für diverse Gerichte dienen.

Bei den Gewürzen dominiert ganz klar Majoran neben Dill, Muskatnuss und Petersilie. Auch Milchprodukte sind in Polen gefragt, und man trinkt gern Buttermilch oder Kefir. Wodka wird in der Regel pur getrunken. Früher war es üblich 50 bis 100 Milliliter Gläser zu bestellen, heute gilt ein 4-Zentiliter-Glas in den Bars als Standard.

TSCHECHIEN

Andrea Pistorius Unsere Küche ist währschaft

Andrea Pistorius (43) arbeitet als selbständige Köchin und Rezeptautorin in Zürich.

Andrea Pistorius, seit wann leben und arbeiten Sie in der Schweiz?

Mit fünf Jahren kam ich in die Schweiz. Mein Opa war Konditor, meine Oma Köchin, und meine Mama war ebenfalls eine Zauberfee in der Küche. Ich koche und rezeptiere für verschiedene Zeitschriften, seit ich denken kann. Zudem habe ich mich zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin ausbilden lassen.

Was ist typisch für die Küche Ihrer Heimat?

Sie ist sehr währschaft, und man verwendet viele frische Zutaten. Früchteknödel aus Griess, mit Erdbeeren gefüllt, oder tschechische Knödel, mit Gemüse-Rahm-Sauce serviert, sind göttlich. «Utopenci» ist eines meiner Lieblingsgerichte. Das sind Würste, ähnlich wie Cervelat, mit viel Zwiebeln, Peperoni, Peperoncini und diversen Gewürzen. Sie werden 14 Tage lang in Essig eingelegt.

Und was ist Ihr Topfavorit?

«Svickova na smetane» – das ist ein Lendenfilet, das einige Tage lang mit Gemüse, Lorbeerblättern und Pfefferkörnern mariniert wird, dann langsam in Butter geschmort und mit Rahm und Preiselbeeren serviert wird. Man sagt, dass ein Mädchen erst heiraten darf, wenn es dieses Gericht kochen kann.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?

Ganz klar: das frische Brot mit Kümmel.

Tschechische Spezialitäten TSCHECHISCHE KÜCHEN-ELF

1 Mehl – gehört in Mohnkolatschen
2 Eier – dürfen niemals in der Küche fehlen
3 Hefe – gibt Gebäck den besonderen Geschmack
4 Zimt – verfeinert auch tschechisches Müesli
5 Kümmel – mögen die Tschechen extrem gern
6 Knoblauch – entzückt in Fleischgerichten
7 Preiselbeerkompott – begleitet Knödelgerichte
8 Schweinshaxe – gibt es in allen Variationen
9 Knödel – haben in Scheiben Hochkonjunktur
10 Kartoffeln – sind als Beilage unverzichtbar
11 Bier – wird keineswegs nur in Pilsen gebraut

Essen und Trinken in der Tschechei

Die traditionelle Küche der Tschechen ist währschaft und ähnelt der österreichischen in vielen Punkten. Denn auch hier sind Schweinebraten mit Knödel und Kraut (Vepro-knedlo-zélo) sehr beliebt.

Nationalgerichte wie eingelegtes Lendenfilet mit Rahm und Preiselbeeren oder Würste mit viel gerösteten Zwiebeln haben ihren festen Platz. Oft wird vor dem Hauptgericht eine Suppe gegessen. Beim Bierkonsum stehen die Tschechen mit ihrem Pro-Kopf-Verbrauch auf Nummer 1.

Nach einem deftigen Essen geht es mit Palatschinken mit süsser Füllung, Mohnkolatschen oder Kaiserschmarrn und Kompott weiter. Damit alles gut verdaulich ist, gibt es zum Abschluss noch einen Kräuterlikör – wie zum Beispiel Becherovka. In Prag sind die Kaffeehäuser nicht wegzudenken, und sie sind oft Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler.

Essen und Trinken in Italien

Pasta, Pizza? Nein, Italien hat weit mehr zu bieten. Auch hier spielt es eine grosse Rolle, in welcher Region man gerade isst. In den norditalienischen Regionen ist die Küche gehaltvoll und reich an Zutaten. Ob Schmorbraten mit Wein oder Marroni und Polenta. Regionale Hauptgerichte sind Kalbsleber mit Zwiebeln (Fegato alla veneziana) oder Spaghetti mit einer venezianischen Muschelart. Das Herz der süditalienischen Küche sind Gerichte mit Fisch und Meeresfrüchten. Bei den Gemüsen spielen Zucchetti, frischer Blattspinat, Cime di rapa, Barba di frate, Tomaten, Auberginen und Oliven eine grosse Rolle. Auch Zitronen und Orangen gedeihen im Süden Italiens. Die Mandeln gelten als die süssesten der Welt.

Essen und Trinken in England

Wer kennt nicht die gesalzene Butter, Fisch and Chips oder ein Lammeintopf mit Minzesauce. Die Küche verbindet traditionelle Gerichte mit internationalen Einflüssen. Spezialitäten wie Pies – diese gibt es in unzähligen Varianten – oder Puddings gehören zur Landhausküche. Andere Gerichte sind stark von asiatischen, indischen und afrikanischen Einflüssen geprägt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Briten während der Kolonialzeit in der Welt herumreisten. Die Engländer sind für ihre Tea-Time bekannt. Dazu reicht man Scones, die süssen, kleinen gebackenen Brötchen. Diese werden mit Clotted Cream und Marmelade serviert. Die Engländer sind ebenso für ihre Trifles bekannt. Dieses Schichtdessert wird in kleinen Gläsern serviert.

Essen und Trinken in Frankreich

Die französische Küche ist regional von Norden nach Süden individuell verschieden und lässt sich in die Nouvelle cuisine und die eher ländliche Küche einteilen. Sie ist sowohl für ihre Qualität als auch ihre Vielseitigkeit weltberühmt. Ob Coq au vin, Bœuf bourguignon, Zwiebelsuppe und Crêpes, Quiche lorraine, Cassoulet bis hin zu Crème brûlée: Die französische Küche ist und bleibt Vorreiter für viele spezielle Gerichte in ganz Europa.

Für Franzosen ist Essen immer Genuss und nicht einfach nur eine Art zum Sattwerden. Qualität, ausgewählte Produkte, Geschmack und Vielfalt sind wichtig. Zum Frühstück gibt es zu Kaffee, Baguette, Croissants mit Konfitüre oder Käse. Das Mittag- und Abendessen besteht meist aus drei Gängen. Die frischen Baguettes werden immer dazu serviert. Da verzichten die Franzosen lieber auf andere Sättigungsbeilagen. Die Grande Nation ist berühmt für ihre hervorragenden Weine, exzellenten Käse und Delikatessen wie Trüffel, Austern und Schnecken.

IRLAND

Küchenchef Martin Virza Verwendet wird alles, was auf der Insel wächst

Martin Virza (39) schwingt im Café du Cerf in Neuenburg als Chefkoch das Zepter. Er ist ein wahrer Könner, denn sein Handwerk hat er an der Gastronomiefachschule am Institute of Technology Tallaght in Dublin erlernt.

Martin Virza, seit wann leben Sie in der Schweiz?
Ich bin in Valmiera in Lettland geboren und wanderte 2000 nach Dublin aus. 2011 kam ich in die Schweiz. Seitdem lebe und arbeite ich in Neuenburg.

Was ist typisch für die irische Küche?
Das Klima spielt eine wichtige Rolle, denn für irische Gerichte wird nahezu alles verwendet, was auf der Insel wächst beziehungsweise angebaut und produziert wird. Speisen mit Schweine- und Lammfleisch sowie Fischgerichte sind sehr beliebt.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Ich werde schwach bei Kartoffelpfannengerichten mit Pfifferlingen, süsssaurer Sauce und Gewürzgurken.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?
Ich finde es toll, dass die Schweizer ihre Neutralität, ihre direkte Demokratie und ihre Küche so leidenschaftlich verteidigen. In der heutigen multikulturellen Gesellschaft ist es sehr wichtig, Werte zu pflegen und Traditionen zu bewahren.

Was schätzen Sie an Irland?
Wenn dort die Sonne scheint, was nicht immer der Fall ist, ist jeder Tag perfekt.

Irische Spezialitäten IRLANDS KÜCHEN-ELF
1. Lachs – gibt es auf der Insel immer fangfrisch
2. Sea Bass – ist ein Must auf jeder Fischplatte
3. Lobster – entzückt den Feinschmecker
4. Austern – schlürfen nicht nur die Iren gern
5. Rüebli – sind ein Grundnahrungsmittel
6. Algen – werden sogar zum Frühstück serviert
7. Petersilie – ist der Favorit unter den Kräutern
8. Grünkohl – punktet als Beilage und in Eintöpfen
9. Lammracks – sind ein Nationalgericht
10. Guinness – lockt den Insulaner täglich ins Pub
11. Ginger Ale – ist beliebt bei Jung und Alt.

Essen und trinken in Irland

Die irische Küche ist traditionell eher einfach und rustikal. Typische Zutaten irischer Gerichte sind Kartoffeln und Kohl, als Eintopf unter dem Namen «Stew» bekannt. Lamm- oder Hammelfleisch gehört häufig zu den Stews. Aber auch Pies, Fleischpasteten, werden aus Lamm und Hammel zubereitet.
Der Atlantik, die Irische See und die vielen Seen und Flüsse liefern reichlich Fisch, vor allem Hering und Lachs, sowie Jakobsmuscheln, Venusmuscheln, Austern, Krabben und Hummer. Lachs gebraten, grilliert, pochiert oder geräuchert ist bei den Iren sehr beliebt. In der modernen irischen Küche werden traditionelle Rezepte mit französischen und italienischen Einflüssen kreativ verändert.

Der Tag beginnt bei den Iren traditionell mit «Irish Breakfast», einem reichhaltigen Frühstück, bestehend aus gebratener Blutwurst und Speckstreifen. Dazu gibt es Bratkartoffeln, Eier, gebratene Würstchen und gedämpfte Tomaten. Ausserdem wird dunkles Sojabrot (Brown Soda Bread), Toast, Butter und Marmelade serviert. Der Ire trinkt dazu Orangensaft und Irish Breakfast Tea.

Da so ein Frühstück lange vorhält, isst man in Irland am Mittag meist nur kleine Snacks, wie ein Sandwich, Salat oder eine Suppe, die schnell im Pub zu sich genommen werden. Das Abendessen fällt dann wieder reichhaltiger aus und besteht häufig aus Kohl und Kartoffeln mit gebratenem Fleisch oder mit Fleisch als Stew. Dazu isst man Brot mit Butter.

Untrennbar mit der irischen Esskultur verbunden ist die Institution «Pub», obwohl hier weniger gegessen als gemeinsam mit Freunden das weltbekannte irische Bier, das Guinness, getrunken und dabei geklönt oder Musik gehört wird.

KROATIEN

Küchenchef Petar Herceg Gewürze und Wein setzen die Akzente

Kroatische Gerichte sind die Spezialiät von Petar Herceg (36), Chefkoch des Restaurants Sonne in Ennetbaden AG.

Petar Herceg, seit wann leben und arbeiten Sie in der Schweiz?
Seit sechs Jahren. Das Restaurant Sonne leite ich seit einem Jahr. Bevor ich in die Schweiz kam, war ich Chefkoch im Café Landtmann in Wien. Die österreichische Küche finde ich auch sehr gut.

Was ist typisch für die kroatische Küche?
Sie hat jede Menge Feines zu bieten und ist in allen Regionen vielfältig und abwechslungsreich. Fleischgerichte, Eintöpfe und Wurstwaren sind sehr beliebt. Akzente setzen Gewürzmischungen wie Vegat und natürlich der landestypische Wein.

Was ist Ihr Lieblingsgericht?
Ich bin Fan von den gefüllten Kohlrouladen «Sarma», aber auch von «Kulen». Dabei handelt es sich um eine rohe Wurst aus gehacktem Schweinefleisch mit einer würzigen, scharfen Geschmacksnote. Das Originalrezept für die Zubereitung dieser ganz speziellen Wurst wird von einer Generation zur nächsten weitergereicht.

Was gefällt Ihnen in der Schweiz besonders?
Dass exakt alles an seinem Platz ist. Die Schweiz ist sauber und für mein Empfinden in allen Bereichen perfekt organisiert.

Was vermissen Sie aus Ihrer Heimat?
Das Meer, meine Eltern und meine Freunde.

Kroatische Spezialitäten KROATIENS KÜCHEN-ELF
1. Knoblauch – gibt bei Fleischgerichten den Ton an
2. Käse – schliesst auch in Kroatien den Magen
3. Schinken – schmeckt himmlisch auf Butterbrot
4. Rüebli – zaubern Farbe in Eintöpfe aller Art
5. Weisswein – dient verdünnt als Durstlöscher
6. Rotwein – wird bevorzugt am Abend entkorkt
7. Zitronen – veredeln Getränke und Saucen
8. Salbei – ist eines der beliebtesten Gewürzkräuter
9. Tintenfisch – geniesst man in allen Variationen
10. Schweinsbratwurst – wird gern geringelt grilliert
11. Tomaten – schmücken und schmecken

Essen und Trinken in Kroatien

Die kulinarische Landschaft Kroatiens wird aufgrund ihrer Vielfalt oft «Küche der Regionen» genannt, beeinflusst durch die einst osmanischen Besatzer im Binnenland im Osten sowie Österreich-Ungarn im Norden und Nordwesten. So hat jede Region ihre eigenen Spezialitäten. Während in Slawonien eine stark gewürzte Küche mit vielen ungarischen Einflüssen vorherrscht, dominiert in den Küstenregionen die griechische, französische und italienische Küche.

Jedes Gebiet hat etwas Eigenständiges. Von der Insel Pag kommt der Paski sir, ein bekannter Käse, der von Schafen stammt, die sich auf der Insel nur von wilden Kräutern ernähren. Die Karstgebiete bringen den dalmatinischen Schinken Prsut hervor. In dem Gebiet Zagora, dem Hinterland Dalmatiens, dominieren einfache Gerichte, Brot, Schweinefleisch und Kartoffelgerichte.
Die binnenländische Küche charakterisieren Eintöpfe meist aus Sauerkraut, Speck und Fleisch. Landestypisch sind auch Spezialitäten vom Grill wie Lamm und Fisch und die bekannten Cevapcici. Die kleinen Hackfleischröllchen werden oft mit Sauerrahm sowie Ajvar (Paprikamus) angeboten und sind auf dem ganzen Balkan verbreitet.

Essen und Trinken in Spanien

Durch die wechselvolle Geschichte Spaniens wurde die Küche von verschiedenen Kulturen, insbesondere von den Mauren, beeinflusst. Aber auch die Entdeckung Amerikas bereicherte mit der Einfuhr von Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Kakao die spanische Küche.

Allgemein fällt das Frühstück bei den Spaniern recht karg aus. Mit einem Kaffee und einem Gebäck startet man den Tag. Nach einer durchfeierten Nacht allerdings bevorzugt man «churros», das sind in Öl frittierte Teigkringel oder -stangen, zu denen man heisse Schokolade trinkt.
Zum Aperitif werden gern Tapas gereicht, mehrere kleine und grosse Vorspeisen wie Oliven, Mandeln, Chorizo und Schinken.

Am Mittag und am Abend isst der Spanier warme Mahlzeiten. Der erste Gang besteht oft aus Suppen, Eintöpfen oder einem Salat. Als Hauptgericht folgen ein Gang mit Fisch und einer mit Fleisch. Beilagen werden nicht gereicht, man isst die Speisen mit Weissbrot. Abgerundet wird alles mit einem Dessert.
Und zum Abschluss nimmt man gern noch eine «copa», ein Glas Cognac, Likör oder einen Anis und dazu oder danach einen Kaffee. Zu jedem kleinen Imbiss können die einzelnen Regionen die passende Weinsorte liefern. Wein ist das Getränk schlechthin.

Essen und Trinken in Albanien

Die albanische Küche ist eng mit der griechischen und türkischen Küche verwandt. Die wichtigste Mahlzeit für die Albaner ist das Mittagessen. Dazu gehört ein Salat, angemacht mit Essig, Olivenöl und Salz, aus grünem Paprika, Gurken, Tomaten und Oliven. Als Hauptgericht kommt oft Lammfleisch oder Fisch mit Kartoffeln, Nudeln oder Reis und Gemüse auf den Tisch.

Typisch albanische Gerichte sind zum Beispiel Byrek, ein Blätterteiggebäck, das mit Hackfleisch, Eiern, Gemüse und Käse gefüllt wird. Beliebt ist auch Fasule, eine dicke Suppe, die aus weissen Bohnen und Zwiebeln gekocht wird. Dazu reicht man Qigra, ein aus Kichererbsenmehl hergestelltes schneckenförmiges Brot.
Gern werden zum Essen sogenannten Mezze, kleine würzige Speisen, gereicht oder auch in Essig mit Knoblauch eingelegtes Gemüse.

Getrunken werden alkoholfreie Getränke wie Dhalla (Buttermilch) und Bosa, ein Getränk aus Bulgur, Vanille, Zimt, Mehl und Wasser. Aber auch alkoholische Getränke wie Bier oder das Nationalgetränk Raki sowie Weisswein und Rotwein sind hoch im Kurs. Ausserdem lieben die Albaner Kaffee und schwarzen Tee.

Sehr beliebt sind süsse Nachspeisen mit orientalischem Einfluss wie Baklava, ein Gebäck aus Blätterteig, gefüllt mit Walnüssen, Mandeln oder Pistazien. Gern isst man auch frisches Obst als Dessert.

 

Erschienen in MM-Ausgabe 23
6. Juni 2016

  Mag ich   Kommentare  6

 Drucken  E-Mail

Weitere Artikel zum Thema

 

Die beliebtesten Rezepte

 


Kommentar verfassen


6 Kommentare

Barbara Tóth [Gast]

Geschrieben am
19. Juni 2016

Liebe MM onlineredaktion,

Ich würde gerne erfahren , woher Sie das Ungarisches Poulet Paprika rezept haben ?

 

MM onlineredaktion

Geschrieben am
20. Juni 2016

Werte Frau Toth
Danke fürs Interesse - hier die Antwort der zuständigen Redaktorin:
"Das Rezept kommt vom befragten Koch Attila Basa."
Beste Grüsse

Peter Gablitzka

Geschrieben am
9. Juni 2016

Ojee, jetzt ist mir doch selbst ein Fehler unterlaufen. Es muss natürlich heissen: W i r d nicht Korrektur gelesen!!

 

MM onlineredaktion

Geschrieben am
9. Juni 2016

Danke für Ihre Hinweise. Tatsächlich kamen ein paar der Beiträge erst kurz vor Publikation und durchliefen deshalb nicht mehr den gewohnten Korrekturprozess. Wir haben die bemängelten Punkte angepasst.
Beste Grüsse

Peter Gablitzka

Geschrieben am
9. Juni 2016

Liebe Verfasser dieses Artikels!
Alles schön und aufschlussreich. Aber wir denn bei euch nicht Korrektur gelesen? Im Norden von Wales i s t man weniger Fleisch und Fisch....? In Deutschland steht Fleisch vom Fleisch an erster Stelle...? Und in Island werden doch tatsächlich Gewächshäuser angebaut??
Sicherlich ein Super-Attribut an die isländische Küche!!

 

Weitere Kommentare anzeigen

  • Sie haben diesen Kommentar bereits gemeldet