24. Dezember 2017

Kochen mit den Resten vom Fest

Ein kleine Herausforderung für das Kochen zwischen den Jahren: Resten der Feiertage verwenden.

Mit Resten vom Festmahl lässt sich Feines zaubern - hier ein Truthahn-Sandwich
Lesezeit 3 Minuten

Kurz vor Weihnachten glauben alle, dass die Geschäfte nach Weihnachten nicht mehr öffnen und deshalb der Hungertod die logische Konsequenz ist. Die Wirklichkeit sieht anders aus: Alle kaufen viel zu viel ein, und jedes Mal sind sie dann erstaunt, wie wenig man eigentlich zum Sattwerden braucht. Grosse Mengen an Resten sind die Folge. Deshalb meine persönliche Herausforderung für die Zeit zwischen den Jahren: Die Resten der Feiertage verarbeiten. Hier meine Tipps dazu:

  • Der erste Tipp ist eigentlich eher einer zur Vermeidung von Resten: Ich kaufe oft zu viel ein. Wenn wir zu viert sind und ich einen Salat im Menü einplane, kaufe ich fast immer zu viel Salat. Dabei rechnet man für einen kleinen Salat nur rund 20 Gramm Salatblätter. Aus einer kleinen Packung fertig geschnittener Salatblätter bekommt man normalerweise rund fünf Portionen, bei einem frischen Salat ist es oft deutlich mehr. Gewaschen und luftdicht verpackt hält der frische Salat aber einige Tage.
  • Übrig gebliebene Kartoffeln verarbeite ich gerade an Wintertagen gern zu einem herzhaften Bauernfrühstück mit Eiern. Sind viele gekochte Kartoffeln übrig geblieben, kann man über eine Kartoffelcremesuppe nachdenken – oder man nimmt die Kartoffeln zum Binden einer anderen Gemüsesuppe. Das führt mich gleich zum nächsten Punkt.
  • Gemüse. Ich bin ein grosser Fan von geröstetem Gemüse. Gern röste ich ganze (kleine) Rüebli, Petersilienwurzeln und Pastinaken im Ofen. Wenn davon viel übrig bleibt, verwende ich das Wurzelgemüse in einer Gemüsecremesuppe. Vom Broccoli sind auch noch Resten, dazu auch noch der feiste Stamm? Broccoli eignet sich perfekt für eine Suppe – auch der Stamm. Wer normalerweise den Stamm wegwirft, kann ihn künftig mit einem Sparschäler in hauchdünne Streifen hobeln und in einen Salat geben.
  • In der Vorweihnachtszeit stehen fast überall Guetsli und Co. herum, sodass man an den Weihnachtstagen selbst fast keine mehr essen mag. Auch an den Tagen nach dem Fest passt das Gebäck zu winterlichen Desserts: Knusprige Guetsli geben einer Kugel Glace etwas Crunch oder eignen sich auch als Topping für Parfaits und fruchtige Crumbles. So kann man einen Apfel-Crumble zum Beispiel mit zerbröselten Spekulatius und etwas Butter toppen. Lebkuchen kann man in kleine Stücke schneiden und mit etwas Schnaps beträufeln. Dazu passt wiederum eine Kugel Glace.
  • Ich habe Resten eigentlich ziemlich gern, besonders von Braten aller Art. Kalter Braten lässt sich gut sehr dünn aufschneiden und ergibt so Charcuterie vom Feinsten und adelt am nächsten Tag jedes Sandwich. Du kannst den Braten natürlich auch in der Sauce aufwärmen. Das lässt sich auch gut ins Büro mitnehmen, falls du zwischen den Jahren arbeitest.
  • Für die obligatorische Bouillon des Fondues chinoise gilt: Zum Weggiessen viel zu schade. Daraus wird ein feines Süppchen. Und wenn ich so viele Resten habe, dass ich Suppe bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag kochen könnte, dann friere ich sie einfach ein.
  • Saucen des Fondues chinoise passen gut zu Bratenresten und sorgen dafür, dass ein Sandwich schön saftig wird.
  • Ein schöner Früchtekorb ist besonders im Winter toll, wenn viele exotische Früchte erhältlich sind. Leider isst man so viel, dass die Früchte schneller ihren Zenit überschreiten, als einem lieb ist. Mit einem Obstsalat kann man meist alle an den Frühstückstisch locken. Ein raffiniertes Rezept wäre ein mit Sabayon kurz überbackenes Dessert. Oder einfach: Glace mit frischen Früchten. Dann aber unbedingt Hilfe beim Rüsten und Kleinschneiden der Früchte einfordern. Mit einem Standmixer oder Entsafter wird mit den Resten ebenfalls kurzer Prozess gemacht. Zudem sind Säfte und Smoothies bei dem vielen feisten Essen eine echte Wohltat.
  • Wenn von einer Tarte oder einem besonders feinen Kuchen nur wenig übrig geblieben ist, schneide ich die verbleibenden Stücke in sehr dünne Stücke, die man normalerweise so nicht servieren würde. Dazu gibts die omnipräsente Glace oder auch etwas Schoggimousse. Dann sind alle wieder glücklich, auch wenn nicht für jeden ein ganzes Stück übrig geblieben wäre. Kuchenresten tränke ich mit etwas Hochprozentigem, gebe ein paar Früchte oder Kompott hinzu und garniere es mit etwas geschlagenem Rahm.

Und was wird aus deinen Resten? Welche Strategie verfolgst du im Umgang mit Resten?

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