29. Februar 2016

Tolino vs. Kindle: E-Reader im Vergleich

Sorgen nur gedruckte Bücher für echtes Lesegefühl? Diese Glaubensfrage ist nicht so leicht zu beantworten, aber die E-Reader von Kindle und Tolino versuchen es. Was die Geräte voneinander und einem echten Schmöker unterscheidet.

E-Reader Vergleichstest
Dank genügend Speicherplatz über 2000 Bücher in der Jackentasche mittragen: Die E-Reader von Kindle und Tolino machen es möglich.

Statt nach frisch bedrucktem Papier riecht es beim Auspacken nach Plastik. Die ungefähr DIN-A5 grossen, fingerdicken Kindle Paperwhite und Tolino Vision 3 HD sind kleine, mattschwarze Computer. Mit einem richtigen Buch aus Papier und Deckel haben diese E-Reader wenig gemein – genauso weit entfernt sind sie aber auch von Tablets wie zum Beispiel dem Apple iPad.

Und das ist gut so. Weil Kindle und Tolino mit der sogenannten E-Ink-Technik ausgerüstet sind, sind ihre Bildschirme nur schwarz-weiss. Entsprechend ungeeignet sind sie, wenn es um das Darstellen von Webseiten, Fotos oder gar Videos geht. Ihre Stärke spielen die Geräte bei reinem Text aus.

Zuerst mühsam, dann angenehm

Beide E-Reader erfordern eine WLAN-Verbindung und eine kostenlose Registrierung beim jeweiligen Buchhändler – unter Angabe einer Kreditkartennummer. Das ist nötig, um Bücher aus den Onlineshops herunterzuladen.

Der Kindle ist mit dem amerikanischen Konzern Amazon verheiratet, Tolino gehört zu Orell Füssli. Immerhin besteht bei Letzterem die Möglichkeit, weitere Buchhändler wie zum Beispiel eBook.de oder Weltbild zu integrieren – das ist beim Kindle nicht möglich.

Abgesehen von der eingeschränkten Wahlfreiheit beim künftigen Bücherkauf ist die grösste Schwäche der Geräte schon nach wenigen Sekunden zu erkennen: Sie reagieren bei der Eingabe von Text und beim Navigieren durch die Menüs relativ träge.

Sobald die Geräte eingerichtet sind, fällt das nur noch beim Stöbern im Buchladen auf. Zum Beispiel wenn gezielt nach einem Titel oder Autor gesucht oder durch das Lieblingsgenre gescrollt wird.

Beide Anbieter stellen nach eigenen Angaben einen Katalog von je einer Million Bücher bereit, die sich preislich auf Augenhöhe bewegen: Die Top 3 der aktuellen Belletristik-Hitparade ist beim Kindle kumuliert nur Fr. 2.10 teurer.

Trotzdem sparen Leseratten bei diesem Anbieter Geld, weil sich für 11 Franken pro Monat 10 Bücher gleichzeitig ausleihen lassen. Wer sich dafür entscheidet, darf die Bücher aber nur behalten, solange die Gebühr überwiesen wird. Doch auch Käufe können nicht einfach so an den Nachbarn weitergegeben werden wie gedruckte Bücher. Darin zu lesen ist aber genauso angenehm – und das ist das wichtigste.

Kindle Paperwhite 2015 und Tolino Vision 3HD sind bei Digitec zu je 159 Franken und Meletronics erhältlich.

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