03. August 2017

Katerstimmung bei den virtuellen Währungen

Nach der anfänglichen Börsenparty befinden sich Bitcoin, Ethereum und viele andere der neuen Währungen im Abschwung. Die Erklärung des Marktanalysten der Migros Bank.

Bitcoin verliert an Boden
Der Bitcoin verliert an Boden / Quelle: Coindesk.com
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Alles, was hoch steigt, kommt irgendwann wieder runter. Im Hinblick auf Kryptowährungen hat sich diese alte Börsenweisheit erneut bestätigt. Für virtuelle Währungen wie Bitcoin hat das zweite Semester mit kräftigen Kurseinbussen begonnen. Damit ist schon vorweg gesagt: Sie sind äusserst volatil.

Ausschlaggebend für die Schaffung der Bitcoins waren das Misstrauen gegenüber Notenbanken und die Intransparenz des Bankensystems. Basierend auf der sogenannten Blockchain-Technologie zirkulieren seit 2009 Bitcoins als digitales Zahlungsmittel im Internet. Inzwischen gibt es ein fast unüberschaubares Universum an virtuellen Währungen: Heute existieren über 800 davon. Am bekanntesten sind Bitcoin, Ethereum und Ripple.

Diese Alternativwährungen übernehmen im Onlinezahlungsverkehr dieselben Funktionen wie normales Geld und dienen als Zahlungsmittel für reale Güter und Dienstleistungen. Dennoch unterscheiden sie sich deutlich von klassischen Währungen. Virtuelle Währungen sind nicht durch ein gesetzliches Zahlungsmittel hinterlegt; sie existieren nur als digitaler Code.

Um Betrug zu vermeiden, wird der Weg eines Bitcoins aufgezeichnet und jede Transaktion in der Blockchain gespeichert: in einer dezentralisierten Datenbank, die alle Aktionen zwischen Nutzern speichert. Die Informationen sind nicht manipulierbar. Kryptowährungen erlauben einen hohen Schutz der Privatsphäre. Deshalb nutzen auch Kriminelle dieses Zahlungsmittel gern.

Ein Unsicherheitsfaktor besteht darin, dass das System der Kryptowährungen experimentell strukturiert ist. Zudem sind die Akzeptanz und die Verbreitung sehr begrenzt. Für Investoren gibt es keine etablierte Methode, um zu beurteilen, ob eine virtuelle Währung teuer oder ein Schnäppchen ist. Deshalb eignen sich Kryptowährungen nur für sehr risikotolerante Anlegerinnen und Anleger. 

Autor: Thomas Pentsy (50) ist Markt- und Produktanalyst bei der Migros Bank.

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