22. Juli 2017

Kalt gespült

Kneippen ist eine Investition in die Gesundheit. Beim Waten im kalten Wasser werden körperliche Strapazen im Nu weggespült. Wer regelmässig kneippt, stärkt ausserdem sein Immunsystem.

Kneippen
Nach einem langen Lauf ist es heilsam, die Füsse im Wasser zu kühlen (Bild: Heather Perry/Getty Images).
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Spitzensportler tun es, um die Erholungszeit nach harten Trainingseinheiten zu verkürzen: Sie tauchen ihre Beine in kaltes Wasser. Das fördert die Durchblutung der Muskulatur und löst dadurch Verhärtungen. Zudem wird die Ausschüttung der Endorphine angekurbelt. Diese körpereigenen Glückshormone haben eine be­flügelnde und schmerzlindernde Wirkung.

Reize fördern die Selbstheilung

Gekneippt wird schon lange: Der deutsche Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp (1821-1897) entwickelte diese Therapieform, die dank ihrer einfachen Anwendung bis heute beliebt ist. Durch den Reiz des kalten Wassers werden neben der Durchblutung auch der Kreislauf, das Nervensystem und der Stoffwechsel angeregt. Das alles hat einen positiven Einfluss auf unsere Abwehr- und Selbstheilungskräfte. Und nicht nur das: Wer sich einmal überwinden konnte, ins kalte Wasser zu steigen, wird erfrischt und gelöst zurückkommen. Medizinisch belegt ist diese Kur bis heute nicht. Allerdings schwören zahlreiche Sportler darauf. So ­steigen etwa die Radrennfahrer der Tour de France nach den Etappen ins kalte Wasser, um am nächsten Tag wieder fit zu sein.

Kneippen light im Büro

In erster Linie wird Kneippen zur Prävention und nicht bei chronischen Krankheiten empfohlen. Es fördert aber auch kurzfristig das Wohlbefinden: Wer etwa dazu tendiert, nach langem Stehen geschwollene Beinen zu bekommen, wird durch das kalte Wasser Linderung erfahren. Fantastisch ist auch der Sprung in den Bergsee nach einer anstrengenden Wanderung. Danach sind die Strapazen wie weggespült. Das Gute: Kneippen ist ohne grosse Investition und fast jederzeit und überall möglich.

Da Kneippen eine sanfte Therapie ist, kann es praktisch jeder anwenden. Falls es trotzdem zu Schmerzen in den Beinen kommen sollte, ist es besser, die Übung abzubrechen. Kneippen light kann man auch zu Hause oder auf der Büro-Toilette, indem man die Arme für ein paar Sekunden unter den kalten Wasserstrahl hält. Mit dem Erlebnis in der freien Natur ist das allerdings nicht zu vergleichen.  


Autor: Dr. med. A. Eggerschwiler, Allgemeine Medizin FMH, Sportmedizin SGSM, arbeitet bei Medbase in Luzern.

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