17. September 2018

Jetzt wird aussortiert!

Wenn die Kinder ihren Besitztümern entwachsen, ist im Kinderzimmer Entrümpeln angesagt. «Frau Ordnung» verrät, wie die Aktion ohne grosse Dramen über die Bühne geht.

Mädchen in chaotischem Kinderzimmer
Wenns wieder mal aussieht, als hätte eine Bombe eingeschlagen, ist entrümpeln und aufräumen angesagt. (Bild: Getty Images)

Was muss weg?

Kaputtes, Löchriges und Unvollständiges, das sich nicht mehr reparieren lässt. Kleider, aus denen das Kind herausgewachsen ist, und Spielsachen, die nicht mehr altersgerecht sind. Und ganz allgemein: Dinge, die das Kind schon länger nicht mehr benutzt.

Ausmisten im Alleingang

Solange die Kleinen noch im Kindergartenalter sind, darf das Ausmisten reine Elternsache sein – das ist einfacher und effizienter. Allerdings sollten sie die Aktion ankündigen, damit es beim Nachwuchs danach kein böses Erwachen gibt.

Entsorgen im Teamwork

Wenn Eltern das Gefühl haben, die Kinder seien reif genug, um mitzuentscheiden und mitanzupacken, kann man sie nach und nach beim Ausmisten einbinden, indem man auch erklärt, warum das alte Bilderbuch oder das löchrige T-Shirt nun wegmuss. Aber: von den Kleinen kein rationales Denken erwarten!

In Etappen gehts besser

Kein Kind hilft stundenlang mit vollem Elan beim Ausmisten mit. Deshalb besser in Etappen durchs Zimmer gehen: heute zehn Minuten fürs Bücherregal, nächste Woche eine halbe Stunde für die Lego-Kisten. Die Devise: kleine Schritte, dafür mit guter Laune.

Eine Kiste für Härtefälle

Manchmal hängt das Kind zu sehr an einem entsorgungswürdigen Gegenstand. Dann landet er in einer Kiste im Keller. Wenn das Kind in den folgenden drei Monaten danach fragt, kommt das Ding zurück ins Zimmer. Andernfalls wird es entsorgt. Wichtig: Nicht verraten, dass es diese Kiste gibt!

Anderen Kids Freude bereiten

Wenn man dem Kind erklärt, dass andere Kinder sich über ihr Spielzeug freuen würden, können sie sich vielleicht leichter davon trennen. Auch Brockenhäuser und Secondhandläden sind gute Adressen für noch brauchbare Gegenstände und Kleider. 

Motivation für Eltern...

Vor dem Entrümpeln ein Vorher-Foto schiessen – und sich auf das Nachher-Bild freuen.

... und für Kinder

Wenn Kinder ihre aussortierten Besitztümer auf dem Flohmarkt verkaufen, verdienen sie sich ein hübsches Taschengeld – sofern sie die ganzen Einnahmen dort nicht gleich wieder ausgeben.

Die Geschenkeregel

Entrümpeln hilft nichts, wenn dauernd neue Dinge hinzukommen. Folgende Regel empfiehlt sich: Für jedes neue Geschenk muss ein alter Gegenstand weg. Dies unbedingt vor den grossen Geschenktagen ankündigen!

Grenzen respektieren

Kinder haben ihren Geschmack und ihre Ordnungslogik. Eltern sollten ihrem Kind nicht die eigenen Vorstellungen aufzwingen, solange sich das Chaos in Grenzen hält.

Das zweite Kind

Bis feststeht, ob es noch einmal Nachwuchs gibt, verstaut man am besten alles, was das erste Kind nicht mehr braucht, auf dem Estrich oder im Keller. Sobald klar ist, was wieder zum Einsatz kommen wird, kann man den Rest entsorgen.

Erleichterte Kinder

Ist das Kinderzimmer einmal entrümpelt, finden die Kinder ihre Schätze wieder. Und sie lernen: Loslassen kann guttun.

«Frau Ordnung»

Martina Frischknecht
Martina Frischknecht (42) lebt in Hombrechtikon ZH, ist verheiratet und hat einen achtjährigen Sohn. Sie ist Fotografin, zertifizierter Kinder- und Jugendcoach und arbeitet seit 2014 unter dem Namen «Frau Ordnung» als Aufräumexpertin.

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