23. Mai 2016

Sind WLAN-Strahlen eigentlich gefährlich?

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Unwohlsein: Es gibt Menschen, die fühlen sich durch WLAN-Strahlung beeinträchtigt. Anderen schaden die zahlreichen WiFi-Hotspots überhaupt nicht. Was Sache ist und was sich dagegen tun lässt.

Schadet WLAN-Strahlung von Routern wie dieser Fritzbox?
Schadet WLAN-Strahlung von Routern wie dieser Fritzbox? (Bild: Hersteller/zVg).

Praktisch jeder Privathaushalt hat einen, öffentliche Plätze wie Bahnhöfe sowieso: WLAN-Hotspots – Zugangspunkte für drahtloses Internet. Ist deren Strahlung schädlich für Menschen? Die wichtigsten Fakten:

  • Jeder WLAN-Router sendet nichtionisierende, hochfrequente Strahlung aus. Das gilt genauso für Handys und Bluetooth-Verbindungen. Aber auch ein Föhn oder eine Kaffeemaschine bilden Magnetfelder.
  • Die Strahlenbelastung wird in der Masseinheit SAR angegeben. Router liegen in der Regel zwischen Werten von 0,1 und 0,3 SAR. Aktuelle Smartphones «strahlen» etwa dreimal stärker.
  • Weil die Handynutzung deshalb als gefährlicher gilt, als WLAN-Strahlung konzentriert sich die Forschung darauf. Eine der grössten Studien zu den Risiken der Handynutzung ist die Interphone-Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) . Trotz Befragung von 5000 Patienten mit vier Tumorarten aus 13 Ländern kamen die Forscher zu keinem eindeutigen Ergebnis.
  • Laut der Krebsforschungsbehörde der WHO sind 274 Substanzen «möglicherweise krebserregend». Nebst Handystrahlung steht beispielsweise auch Kaffee auf der Liste.
  • Die Strahlung von Routern ist nicht immer gleich stark. Schon die Distanz von einem Meter zum Sendegerät senkt die Strahlenbelastung um mehr als zwei Drittel. Diese sinkt darüber hinaus noch stärker bei Nichtbenutzung des Internets.

Massnahmen gegen Strahlenbelastung

Die Wissenschaft kann nicht eindeutig nachweisen, ob WLAN-Strahlung tatsächlich schadet. Dennoch gibts elektrosensible Menschen, die darunter leiden – denn schon die Angst vor elektromagnetischen Feldern kann krank machen. So schliefen 400 Probanden in einem Experiment objektiv schlechter, obwohl der extra aufgestellte Sendemast in fünf von zehn Nächten gar nicht lief.

Folgende Massnahmen helfen Ihnen, die Strahlenbelastung zu minimieren oder zu meiden:

  • Konsequenter Verzicht auf WLAN in den eigenen vier Wänden. Nutzen Sie zumindest zu Hause kabelgebundenes Internet. Eine Möglichkeit, um das im ganzen Haus ohne Aufwand einzurichten, ist Powerline. Aber die Strahlenbelastung dieser Technik ist umstritten .
  • Im Konfigurationsmenü des Routers lässt sich die Sendeleistung verringern oder über Nacht konsequent deaktivieren. Ersteres ist gerade für kleinere Wohnungen eine empfehlenswerte Einstellung.
  • Schalten Sie die WLAN-Funktion Ihres Smartphones konsequent aus. Wenn Sie keinen Empfänger mit sich rumtragen, sinkt automatisch die Strahlenbelastung in Ihrer direkten Umgebung.
  • Nutzen Sie daheim ein kabelgebundenes statt eines schnurlosen Telefons. Die Strahlenbelastung von DECT-Geräten ist massiv höher als die von WLAN-Routern. Vermeiden Sie grundsätzlich elektronische Geräte im Schlafzimmer.

Fazit: Gefahr nicht nachweisbar

Die Wissenschaft kann die Gefahr von WLAN-Strahlung nicht nachweisen. Sie ist ausserdem wesentlich tiefer als bei Smartphones oder DECT-Telefonen. Dennoch kann es sein, dass sich elektrosensible Menschen dadurch beeinträchtigt fühlen. Diese können sich aber mit geeigneten Massnahmen dagegen schützen, indem sie nur kabelgebundene Geräte nutzen und unterwegs den WLAN-Empfang ihres Smartphones deaktivieren.

Benutzer-Kommentare