Leser-Beitrag
14. Mai 2018

Ist (Partei-)Politik noch volksnah ...

... und kann man Gustav mit ein paar Knöpfen manipulieren? Die kleine Abstimmungs-Geschichte von Leser Florian Riner.

Abstimmungsunterlagen: Stopp-Taste?

Gustaf schaltet entnervt den Fernsehapparat aus. Kommendes Wochenende müsste er wie seit Jahrzehnten seine Stimme abgeben.  
Die Sendung mit den Abstimmungsunterlagen zur strategischen Diskussion hat ihn verwirrt. Hat er sich doch Antworten erwartet. Lügen, Vorwürfe, falsche Zahlen. Warum berufen sich Protagonisten von politischen Parteien nicht auf die eigenen Stärken, statt immer wieder andere zu diffamieren?
Die (naiven) Schubladisierungen von Links, Mitte oder Rechts zwingen Parteiangehörige, am Volk vorbei zu politisieren. Gefangen in einem Kreislauf von Parolen. Parteiprogramme (werden nicht jährlich angepasst) werden für erforderlich gehalten, selbst wenn auf Bundesebene Stände und Nationalrat täglich neue Vereinbarungen absegnen.

Sogenannte rechte Parteien werden als rassistisch, nationalistisch, populistisch abgestempelt. Linke sind bei Lenin hängengeblieben, singen bei jedem Anlass die Internationale. Mitte, ja was ist die Mitte? Mitläufer, welche je nach Taktik die Fühler ausstrecken.

Gustav setzt sich mit einem Glas Rotwein in den Garten. Antworten auf seine Fragen hat er nicht bekommen. Das Couvert zu den kommenden Abstimmungen zündet er im Grill an. Die Flammen leuchten hell in die dunkle Frühlingsnacht. Zweifel, ob er dem besten Lügner auf den Leim gekrochen wäre, spült er mit einem feinen Schluck weg. Der erste Urnengang, an welcher der Pensionär nicht mitmachen wird. Wenn die Politik und Parteien so weitermachen, ist es nicht der Letzte.

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