26. Dezember 2017

Internat? Internat!

Im Blog «Migros-Lernende» schreiben vier Jugendliche jede Woche über ihr Leben während der Ausbildung und die Facetten der Berufswelt. Dazu gehört für Lena Hoffmann auch der Aufenthalt im Internat Strickhof in Wädenswil. Dort wohnt sie während ihres Blockunterrichts – oder anders gesagt, den Vollzeit-Intensiv-Wochen.

Lena Hoffmann
Gelernt wird nach der Schule, vor der Schule und selbstverständlich auch während der Schule.
Lesezeit 3 Minuten

Seit meinen Ferien in Hamburg war ich nur zwei Wochen im Betrieb bei der Chocolat Frey. Denn seit dem 4. Dezember bin ich in der Schule. Wie bereits erzählt, haben wir Lebensmitteltechnologen Blockunterricht, das heisst drei Wochen vollzeit intensiv Schule. Meine Schule ist in Wädenswil, einer kleinen schönen Stadt am Zürichsee. Mit dem ÖV habe ich fast zwei Stunden von zu Hause bis zur Schule. Aus diesem Grund wohne ich unter der Woche im Internat.

Schminksalon und Bettwäsche

Mein Montagmorgen beginnt dann gemütlich, denn ich kann noch zu Hause bis um 7 Uhr «ausschlafen», ausgiebig frühstücken, mich anziehen und um 7:30 Uhr loslaufen zum Bus. Mit Koffer und Schulrucksack nehme ich den Weg von Olten SO nach Wädenswil ZH auf mich. Um 9:32 Uhr treffe ich dann an meinem Ziel ein. Jetzt muss ich nur noch samt Gepäck durch den Schnee bis zur Schule stapfen, wenns welchen hat. Um 10 Uhr 10 Uhr beginnt der Unterricht. Schule, wie sie jeder kennt.

Nach Schulschluss quetschen sich alle Schüler mit Koffer wieder in einen Bus und fahren zehn Minuten lang zum Internat. Keuchend stapfen wir durch den Schnee, vorausgesetzt es hat geschneit, den Hang hinauf. Endlich oben angekommen, beziehen wir unsere Zimmer. Los gehts mit Bettbeziehen, Kleider-in-den-Schrank-Einräumen, Schminksalon aufbauen und so weiter ...

Ich habe eine echt nette Zimmergenossin und bin froh, dass ich gut mit ihr auskomme. Nachdem wir uns eingerichtet haben, gehen wir essen: etwa acht Minuten laufen bis zur Kantine der Fachhochschule. Nach dem Essen trifft man sich im Aufenthaltsraum und lernt für die kommenden Tests, erledigt Hausaufgaben oder quatscht miteinander.

Ein Abend im Internat. Lernen und plaudern im Aufenthaltsraum.

Lernen und Billard

Ziemlich cool finde ich, dass wir einen Pingpongtisch, einen Töggelikasten und sogar einen Billardtisch haben. So verbringe ich meine Abende im Internat mit Lernen, und wenn die Zeit noch da ist, mit einer oder zwei Runden Billard. Um 22 Uhr 45 Uhr ist Nachtruhe, und wir müssen in unseren Zimmern sein.

Der Morgen im Internat ist nicht viel anders als zu Hause: aufstehen, sich anziehen, frühstücken, und dann losrennen ... sonst verpassen wir unseren Bus. Für uns Strickhof-Schüler fährt jeden Morgen ein Extrabus vom Internat zur Schule.

Während der Woche passiert nicht mehr viel Spezielles, bis zum Freitagmorgen, da heisst es packen, aber nur das Wichtigste. Alles, was wir nicht brauchen, dürfen wir übers Wochenende im Internat lassen. Das heisst für mich, ich nehme nur meine Dreckwäsche und die nötigen Schulsachen mit. Auch am Wochenende zu Hause muss ich lernen, weil die drei Schulwochen sehr intensiv sind. Da ich begleitend zur Schule die Berufsmatura absolviere, besuche ich zusätzlich zur ganzen Berufskunde auch noch Fächer wie Mathematik, Französisch oder Deutsch.

Immer die grosse Tüte

Und dann ist schon wieder Montagmorgen: Aufstehen, Zugfahrt nach Wädenswil, Schule, lernen, Billard, lernen, Schule.

Die drei Wochen sind anstrengend, aber sie gefallen mir. Im Internat ist es nie langweilig, ich verstehe mich mit allen Schülern. Und eins ist sicher: Wenn ich mir Chips, Kaffee oder einen Snack zum Lernen kaufe, muss ich die eine grosse Tüte nehmen. Sonst bleibt für mich nicht mehr viel übrig.

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