27. Februar 2020

Hey Google …

Lautsprecher der neuesten Generation können viel mehr, als Musik wiederzugeben: Sogenannte Smart Speaker beantworten mit Sprachassistenten wie Alexa oder Siri auch Fragen und führen Befehle aus.

Smart Speaker
Hände frei dank kluger Assistenten: Smart Speaker verfügen über eine Spracherkennungssoftware. (Illustration: VectorStock)
Lesezeit 3 Minuten

Den Computer einschalten, das Handy oder gar die Fernbedienung in die Hand nehmen: Dank schlauer Lautsprecher ist das nicht mehr nötig. Diese sogenannten Smart Speaker lassen sich bequem per Stimme steuern. Das klingt dann etwa so:

Alexa, wie ist das Wetter in Bern?

Siri, spiele Musik von Elton John!

Okay, Google, welches ist mein nächster Zug nach Zürich?

Auf solche Fragen liefern Smart Speakers rasch eine Antwort. Der kluge Lautsprecher kann aber auch den Fernseher steuern, das Licht einschalten oder sogar Geräte wie die Kaffeemaschine auf Stimmbefehl anwerfen, sofern sie per Smart Plug mit der App verbunden sind. Wenn die Sätze in deutlichem Hochdeutsch ausgesprochen werden, kann der Smart Speaker sie (meistens) verstehen. Damit Fragen beantwortet und Befehle korrekt ausgeführt werden können, ist eine spezielle Software, der Sprachassistent, in die Lautsprecher integriert. Drei Anbieter sind am Start: Amazon, Apple und Google. Bei Apple heisst die Assistentin Siri, Amazon nennt seine Software Alexa, und bei Google ist sie schlicht ein Assistant.

Welche Smart Speaker gibt es?

Diverse Lautsprecherhersteller haben eine oder mehrere Assistentinnen in ihre Geräte integriert. Ganz vorne mischen die drei Sprachassistententwickler Amazon, Apple und Google mit. Amazon und Apple haben ihre Geräte zwar noch nicht offiziell in der Schweiz lanciert, erhältlich sind sie aber trotzdem, beispielsweise bei Digitec. Abgesehen von der fehlenden Unterstützung bei Schweizerdeutsch funktionieren die Geräte problemlos. Die Preise beginnen bei 58 Franken für den Google Nest Mini und enden bei 359 Franken für den HomePod von Apple. Der Amazon-Lautsprecher Echo Dot mit Assistentin Alexa kostet rund 70 Franken. Die Smart Speaker von Sonos gibt es ab 196 Franken.

Was soll ich kaufen?

Apple positioniert seinen HomePod im Hochpreissegment. Das sagt weniger über die Qualität der Sprachassistenz aus als über die des Lautsprechers. Entscheidend beim Kauf ist jedoch, wie gut der smarte Lautsprecher sich in den Haushalt integriert. Wer etwa bereits Android-Geräte nutzt, muss zum Sprachassistenten von Google greifen oder zur Amazon-Assistentin Alexa. Der HomePod von Apple hingegen ist nur mit iPhones kompatibel; er integriert sich dafür bestens in reine Apple-Haushalte. Alexa bietet die höchste Flexibilität, vor allem hinsichtlich Anschluss und Integration weiterer Dienste oder Geräte, ist aber mit Abstand am kompliziertesten, was Einrichtung und Konfiguration betrifft. Während sich die Hardware von Apple und Google innert weniger Minuten mit dem Handy konfigurieren lässt, erfordert die Amazon-Assistentin Alexa einige Tricks und Kniffe. Ungeübten ist sie deshalb nicht zu empfehlen, obwohl es im Internet Anleitungen gibt.

Holen wir uns Wanzen ins Haus?

Ja und nein. Alle drei Hersteller haben zugegeben, dass sie Mitgehörtes auswerten liessen. Und alle haben damit wieder aufgehört oder verlangen die ausdrückliche Zustimmung der Nutzerinnen und Nutzer. Mehr Sorgen als bei Smartphones sind nicht angebracht: Zur Sprachsteuerung kommt bei HomePod und Google Home nämlich die gleiche Technologie zum Einsatz.

Sind Smart Speaker ein Muss?

Nein. Aber es ist enorm praktisch, beide Hände frei zu haben und gleichzeitig dem Lautsprecher via Sprache Informationen zu entlocken. Man kann einen Vergleich mit dem Smartphone ziehen: Wer vor fünf Jahren noch sagte, er brauche keins, heute aber eins besitzt, wird wohl auch zu denen gehören, die in fünf Jahren die helle Freude an ihrem Smart Speaker haben.

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