17. September 2017

Heilsame Höhenluft

Früher wurden Tuberkulose-Patienten zur Kur in die Höhe geschickt. Heute setzen vor allem Spitzensportler auf die Wirkung der dünnen Luft. Sie kann leistungsfördernd sein.

Die dünne Luft in den Bergen enthält kaum Allergene und Schadstoffe.
Die dünne Luft in den Bergen enthält kaum Allergene und Schadstoffe.
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Mit jedem zusätzlichen Meter über Meer wird die Luft dünner. Wer seine Ferien gerne in den Bergen verbringt, kennt darum vielleicht die bleierne Müdigkeit oder die Kopfschmerzen, die ihn während der ersten Tage oft verfolgen. Der Körper arbeitet dann auf Hochtouren und produziert verstärkt rote Blutkörperchen, um mehr Sauerstoff transportieren zu können. Diesen Effekt machen sich Spitzensportler gern zunutze.

Die zusätzlichen roten Blutkörperchen machen die Sportler im Unterland gegenüber der Konkurrenz leistungsfähiger. Ihr Rezept lautet oft «sleep high,train low», also Schlafen auf über 2500 Metern und Trainieren aufrund 1500 Metern über Meer. Bis ein Höhentraining messbar wirkt, braucht es jedoch einen Aufenthalt von mindestens drei bis vier Wochen.

Allergenarme Höhenlagen

Vom positiven Effekt auf den Körper können aber auch alle profitieren, die nicht so lange in den Bergen bleiben können. Der lang­samere Lebensrhythmus, die vielen Sonnenstunden und die frische Luft lassen den Körper neue Kräfte tanken. Höhenlagen sind zudem besonders allergen- und schadstoffarm und darum ideal bei Erkrankungen der Lunge und der Atem­wege. Darum werden Reha-Kliniken für Lungenpatienten bis heute bevorzugt in der Höhe gebaut.

Da die Belastung für den Körper in der Höhe jedoch grösser ist, sollte bei bestehenden Herz- oder Lungenproblemen vor einem solchen Aufenthalt zuerst mit dem Arzt Rücksprache genommen werden.

Ganz anders sieht es stattdessen am Mittelmeer aus. Die hohen Temperaturen und das Meerwasser ­fördern die Durchblutung – und können dadurch Gelenkschmerzen lindern. Die vielen Sonnenstunden und die südländische Mentalität lassen den Blutdruck zudem häufig schon beim Gedanken an die Feriendestination sinken.

Ein Pauschalprinzip, das bei allen wirkt, gibt es aber leider nicht. Darum ist es wichtig, auf seinen Körper zu hören und das jeweils Wirk­samste – allenfalls auch zusammen mit seinem Arzt – zu wählen.

Hanspeter Betschart All. Innere Medizin FMH, Sportmedizin SGSM, Medbase Abtwil .

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