Leser-Beitrag
30. November 2017

Hautkrebs vorbeugen und früh erkennen

Die Zahl der Hautkrebs-Neuerkrankungen steigt stetig an, obwohl die Risiken, die zu Tumoren der Haut führen, bekannt sind.

Früherkennung bei Hautkrebs
Lesezeit 3 Minuten

Die Hautkrebsvorsorge sowie die Prävention sind ein wichtiger Bestandteil für einen gesunden Körper, denn insbesondere schwarzer Hautkrebs – also ein Melanom – ist zwar seltener als heller Hautkrebs, dafür umso aggressiver. Was du tun kannst, um Hautkrebs vorzubeugen und welche Früherkennungsmöglichkeiten es gibt, erfahren du im Folgenden:

Sonnenschutz ist das A und O

Unsere Haut ist ein sensibles und nachtragendes Organ, wenn es um die UVA- und UVB-Strahlen der Sonne geht. Denn insbesondere die UVB-Strahlen dringen durch die obersten Hautzellen in die tieferen Hautschichten und können dort die DNA der Zellen nach und nach zerstören. Schafft es der Körper nicht mehr, die Schäden zu reparieren, wachsen die Zellen unkontrolliert – ein Tumor entsteht. Der richtige Sonnenschutz ist daher wichtig, doch die wenigsten wissen, was beispielsweise der Lichtschutzfaktor (LSF) der Sonnencreme genau aussagt.

Um den passenden LSF zu wählen, sollte klar sein, welchem der sechs Hauttypen man angehört und wie lang die Haut ohne Probleme schutzlos in der Sonne verbleiben kann. So gehören zum Hauttyp 1 Personen mit sehr heller Haut, die oftmals mit Sommersprossen versehen ist im Sommer kaum braun wird, sowie rotblondem Haar. Ohne Sonnenschutz können Personen dieses Hauttyps zehn Minuten in der Sonne bleiben. Der LSF gibt nun an, wie viel länger man in der Sonne bleiben kann. Bei Hauttyp 1 also beispielsweise 10 Minuten Eigenschutzzeit x LSF 20 ergibt 200 Minuten. Doch Vorsicht: Dies gilt nur, wenn zwei Milligramm Sonnenmilch pro Quadratzentimeter Haut verwendet werden. Zum Vergleich: Meist werden 0,5 bis ein Milligramm aufgetragen, die angegeben Zeit verkürzt sich demnach um bis zu 75 Prozent.

Untersuchung auf eigene Faust

Wer einmal im Monat den Körper auf eigene Faust nach Veränderungen absucht, hat meist recht gute Chancen, Unregelmäßigkeiten früh zu bemerken und einen Arzt zu konsultieren. Weißer Hautkrebs kommt meist auf den Hautarealen vor, die der Sonne lange ausgesetzt sind: Gesicht, Dekolleté, die Hände und je nach Haupthaar auch auf der Kopfhaut.
Schwarzer Hautkrebs kann hingegen überall auftreten. Daher ist es wichtig, auch den Rücken (am besten von einem Familienmitglied) und die Fußsohlen zu untersuchen sowie unter den Finger- und Fußnägeln, im Intimbereich und auch unter den Haaren auf dem Kopf nach Auffälligkeiten zu suchen. Wer meint, etwas Auffälliges gefunden zu haben, das möglicherweise auf schwarzen Hautkrebs hindeutet, kann mit der ABCDE-Regel eine erste Überprüfung durchführen:

  • A = Asymmetrie
  • B = Begrenzung unregelmäßig
  • C = Colour (Farbe) unregelmäßig
  • D = Durchmesser größer als zwei Millimeter
  • E = Entwicklung

Bei Unsicherheiten ist es jedoch immer richtig, einen Besuch beim Arzt zu vereinbaren, der einen geschulten Blick auf die Pigmentierung wirft.

Hautkrebsvorsorge beim Hautarzt

Der Hautarzt untersucht die Muttermale zunächst mit bloßem Auge und nutzt dabei auch die ABCD-Regel. Sechs von zehn Tumoren kann er auf diese Weise diagnostizieren. Genauere Ergebnisse liefert die Dermatoskopie: eine Lupe unterstützt den Dermatologen dabei, Feinheiten, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind, zu erkennen. Obwohl die diagnostische Genauigkeit 15,6-mal höher ist als bei der Untersuchung ohne Hilfsmittel, kommt die gesetzliche Krankenkasse nicht für die Kosten auf.
Neue Verfahren wie die Laserscanmikroskopie oder die elektrische Impendanzspektroskopie unterstützen den Hautarzt zusätzlich bei unklaren Befunden. Nevisense erkennt verdächtige Muttermale anhand ihrer Zellstruktur und Hautwiderstände. Knapp 97 Prozent der malignen Melanome erkennt das Gerät Studien zufolge. Diese neue Methode eignet sich vor allem für Muttermale, deren Zuordnung schwierig ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass schwarzer Hautkrebs übersehen wird oder ein harmloses Muttermal entfernt wird, lässt sich dank Nevisense verringern.

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