28. August 2017

Hauptsache auffällig?

Schon Mal was von Guerilla-Bewerbung gehört? Für beliebte Stellen bewerben sich teils mehrere Hundert Jobwillige, die genau wie du und ich die Stelle unbedingt haben wollen. Wir haben Links und Ideen für dich, damit du mit deiner nächsten Bewerbung auffällst. Auf in den Bewerbungskrieg!

Kreativ, auffällig, kunterbunt! – Wie aussergewöhnlich muss eine Bewerbung sein?
Lesezeit 3 Minuten

Du möchtest auffallen mit deiner Bewerbung. Wie geht das? Bestimmt gibts auch bei dir im Umfeld einen Grafiker-Buddy (danke, Vanja), den du ab und zu um einen Gefallen bitten kannst. Probiere etwas Neues aus, hole dir Feedback bei Freunden und den entsprechenden HR-Recruitern und optimiere deine Bewerbung laufend. Klar, die eigene Bewerbung muss nicht ganz so ausgefallen sein wie in den folgenden drei Beispielen, aber ein bisschen Mühe schadet nicht. Auch ich habe im Bewerbungsprozess Verschiedenes ausprobiert: Ich habe den CV auf Packpapier ausgedruckt, Icon-Filmchen mit Powerpoint erstellt, markante E-Mail-Betreffe geschrieben und PDFs mit bereits ausgearbeiteten Konzeptvorschlägen mitgeschickt. Und das hat sich gelohnt: Ich bin dort gelandet, wo ich hinwollte.

Bei ihnen hats geklappt:

Wir lesen immer wieder von total schrägen Bewerbungen, mal aufwendig, mal weniger. Mal bunter, mal weniger. Mal online, mal auf Klopapier. Hauptsache, sie fällt auf. Und das muss sie im riesigen Bewerbungsstapel. Hier drei Beispiele, die mich beeindruckten und inspirierten:

Die Vorausschauende: Da war zum Beispiel eine Grafikerin, die ihrer Bewerbung kurz vor Weihnachten einen Schoko-Osterhasen beilegte mit dem Statement «Ich bin meiner Zeit voraus». Sehr simpel, sehr gut. Den muss ich mir merken.

Der Video-Gamer: Immer mehr Bewerber erstellen Online-Portfolios, auf dem interaktive CVs und fancy Gestaltungselemente Aufmerksamkeit erwecken sollten. Ein Topbeispiel liefert der New Yorker Robby Leonardi, ein multidisziplinärer Designer. Er programmierte eine Art Lebenslauf-Videogame, in dem HR-Leute mit dem Robby-Figürli verschiedene Levels durchlaufen und so immer mehr über ihn und seine Qualifikationen erfahren. (Wäre ich fit im Programmieren, würde ich auch das nachahmen. Und hätte ich ein Unternehmen, würde ich Robby einstellen, egal für was!)

Ein CV als Video-Game? Why not. (Screenshot von rleonardi.com)

Der Donut-Lieferant: Mit Essen kann man mich immer überzeugen, deshalb gefiel mir auch die Idee vom Marketing-Spezialisten Lukas Yla aus Litauen. Er hat sich auf eine sehr smarte und süsse Art bei verschiedenen Unternehmen in San Francisco beworben. Als Postbote verkleidet, brachte er eine Schachtel Donuts (oder Berliner-ähnliches Süsszeug) mit CV gleich selbst vorbei. Auf der Schachtel stand: «Die meisten Bewerbungen landen im Müll. Meine – in Ihrem Bauch.» Dies kam gut an: Mehrere Empfänger posteten in den sozialen Netzwerken ein Foto der besonderen Bewerbung, und Lukas wurde zu mehreren Gesprächen eingeladen. Der Aufwand hat sich gelohnt.

Inspiriert von Lukas, habe ich mich vor einiger Zeit für eine Bewerbung ebenfalls auf den Weg in eine Bäckerei gemacht. Ich habe zwar statt Donuts Weggli gekauft, und meine Aufschrift lautete: «Mit mir habt ihr den Fünfer und s Weggli!». Statt selbst vorbeigebracht, habe ich einen Velokurier bestellt. Geklappt hats trotzdem: Ich wurde zum Bewerbungsgespräch eingeladen.

Hast du schon Mal eine Guerilla Bewerbung verschickt?

Wie hätten sie es denn gerne? Wie kreativ soll die Bewerbung tatsächlich sein, und welche Tipps können Bewerber befolgen? Ich habe bei einer PR- und Eventagentur und in einem Tech-Start-up nachgefragt und berichte nächste Woche davon.

Links zum Thema:

  • Bloss nicht 08/15: hier gehts zu den Tipps für die Bewerbung
  • Diverse Bewerbungstemplates machen uns das Leben einfacher. Kostenlose bieten diverse Office-Programme, kostenpflichtige, dafür besonders hübsche, können hier gekauft werden.
  • Was Recruiter gut finden und was gar nicht geht, steht hier.

Benutzer-Kommentare