21. Februar 2018

Handys in den Unterricht einbeziehen

Das totale Handyverbot an Schulen ist Vergangenheit. Vielmehr sollen Lehrpersonen heute den sinnvollen Umgang mit Smartphones vermitteln.

Das Smartphone im Unterricht

Handys in der Schule: Vor ein paar Wochen sorgten sie wieder für rote Köpfe, nachdem die Kantonsschule Reussbühl LU ihren Gebrauch in der Mensa und auf den Gängen verboten hat. Anders sieht es in immer mehr Schweizer Schulzimmern aus: Dort sollen Schüler jetzt den sinnvollen Einsatz mit den Geräten lernen. Daher wird seit vergangenem Sommer in einigen Schulen, etwa in Bern und St. Gallen, das totale Verbot zumindest infrage gestellt. In Luzern will man einen sinnvollen Handyeinsatz in der Hausordnung verankern, wie «20 Minuten» berichtete.

In der Stadt Zürich hat man bereits begonnen, Smartphones als Rechercheinstrumente im Unterricht einzusetzen. Christian Hugi, Präsident des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands, präzisiert: «Der Einsatz der Geräte bleibt auf schulische Aufträge beschränkt und geschieht unter Aufsicht. Ausserhalb des strukturierten Unterrichts, etwa in der Pause, müssen Handys ausgeschaltet werden.»

Die Medienpädagogin Eveline Hipeli begrüsst diese Tendenz: «Durch das Üben im Unterricht können Kompetenzen im Handygebrauch gefördert werden.» Sie erklärt: «Mit den digitalen Geräten im Unterricht verändert sich aber die Rolle der Lehrperson. Vom reinen Vermittler von Sachverhalten und Prüfer ebendieser wird sie immer mehr auch zum Lerncoach.» Dieser unterstütze die Schüler im Umgang mit den Smartphones und helfe ihnen, Absichten und Wirkungen von Medien zu verstehen.

Eltern bleiben in der Verantwortung

Bleibt die Frage, ob die Smartphones Im Klassenzimmer nicht doch vom Wesentlichen ablenken. «Die Konzentration bei den Schülerinnen und Schülern aufrechtzuerhalten, einzufordern oder auf das gewünschte Thema zu lenken, war, ist und bleibt eine stete Herausforderung für die Lehrpersonen», sagt Christian Hugi. Daran ändere weder die Existenz noch der Einsatz von Handys etwas.

Wichtig zu wissen: Die Verantwortung über die Handynutzung der Kinder bleibe bei den Eltern, so Hugi. Es sei deren Aufgabe, mit dem Nachwuchs über Chancen und Gefahren der Smartphones zu sprechen. Gemäss seiner Erfahrung bekommt die Mehrheit der Kinder irgendwann zwischen der 4. und der 6. Klasse ihr erstes eigenes Gerät. Hugi rät unter anderem zu Prepaid-Angeboten. Diese seien sinnvoller als Abos, weil die Kinder lernten, mit den anfallenden Kosten umzugehen.

WEITERE INFOS

www.jugendundmedien.ch

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«Medien-Kids», Ratgeber von Eveline Hipeli. Fr. 31.20 bei Ex Libris

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