08. Januar 2018

Handy weg!

New year - new me. Wie wäre es mit ein bisschen mehr Offline statt Online? Ich finde, das würde mir guttun. Ein friendly Reminder an mich selbst.

Zwei Frauen halten beide ihr Handy in der Hand
Handy weg, Kochbuch her. Und Spanischbücher. Und Avocadotoast. (Bild: Unsplash.com)
Lesezeit 3 Minuten

Wenn morgens der Handywecker läutet, bleibt der Fingermove selten nur beim Ausschalten des Wecktons («Alter Weg» von Max Herre). Wenn ich das Handy doch schon in der Hand halte, kann ich doch gleich noch schnell auf Instagram die aktuellsten Storys meiner Freunde anschauen. Das artet dann nicht selten in nicht enden wollendes Staunen, Grübeln und Hirnen aus: Oh, meine Schwester hat gestern eine feine Miso-Suppe mit zerflädertem Tofu zubereitet – Mmmmhh. Die andere Schwester landete in New York – woah, ich muss ihr unbedingt noch schreiben, dass sie mir die getönte Tagescreme von Laura Mercier mitbringen soll. Eine Kollegin postet eine Story vom Joggen - vor einer Stunde - das heisst ... waaaas! Sie machte schon um 6 Uhr 30 ihre Runden? Phuu fühle ich mich unsportlich. Meine Whatsapp-Chats muss ich ja auch noch beantworten. Und so weiter und so fort.

So ein morgendlicher Social Media-Check nimmt schnell mal 10 bis 15 Minuten in Anspruch und raubt somit schon früh viel Zeit und Energie. Damit ist jetzt Schluss. In meinem letzten Artikel habe ich über fünf Vorsätze berichtet, die mir Freunde und Bekannte zugesandt haben. Doch hier gehts um meinen ganz persönlichen Vorsatz: die Zeit am Handy minimieren, um sie für Sinnvolleres nutzen zu können.

Nehmen wir an, ich möchte täglich 15 Minuten weniger am Handy sein. Das sind pro Jahr 5475 Minuten, sprich 91,25 Stunden, die mir neuerdings für ganz vieles zur Verfügung stehen. Darum notiere ich hier und jetzt meine Top-Offline-Aktivitäten, für die ich per sofort mehr Zeit aufwenden kann und will:

  • Bücher lesen. Im letzten Jahr habe ich mir viele Bücher gekauft, schön in meinem Nachttischli verstaut und … jawohl: nie gelesen. Jetzt wirds Zeit. Auf dem Programm stehen Die Mittagsfrau und Die Kunst des Klaren Denkens und Quattro Stagioni - Ein Jahr in Rom.
  • Wieder Spanisch lernen. Und zwar mit den Kanti-Lehrbüchern, die sich vor sieben Jahren in den Keller verabschiedet haben und sich seither nicht mehr blicken liessen. ¡Vamos!
  • Mehr Kochen und Backen. Auch hier gilt: Rezepte nicht über das Handy googeln, sondern auf die tollen Kochbücher und den Rezeptordner meiner Mutter zurückgreifen.
  • Neue Printmagazine entdecken. Und lesen natürlich. Der Schweizer Onlineshop Lorem not Ipsum bietet eine tolle Auswahl an Magazinen aus aller Welt, von denen ich noch nie zuvor gehört habe. Soeben bestellt: ABSTRAKT und das FROH! Magazin. Meine liebe Arbeitskollegin Dora hat mich zudem auf ein Slow Journalism Magazine namens Delayed Gratification aufmerksam gemacht. Tönt sehr spannend, hiervon könnte ich mir ja ein Abo gönnen. Why not.
  • Aufräumen und ausmisten. Mache ich eigentlich sehr, sehr gern (wirklich!), nur hatte ich dem bisher immer nur knappe Zeitfenster eingeräumt. Bei über 90 Stunden en plus sollte das ja aber kein Problem mehr sein.
  • Gediegener zmörgelen. Auch montags oder vor allem montags sollte ich mir mehr Zeit nehmen für den Zmorge. Frisch gepresster Orangensaft, Spiegelei und Avocadotoast? Yes, please!

91,25 Stunden pro Jahr sind nicht wenig. Ich bin überzeugt, dass ich diese Zeit offline sinnvoller nutzen kann. Ich werde wohl auch meinen Weckton ändern. Rein symbolisch. New year - new me.

Benutzer-Kommentare

Verwandte Artikel

Golden Gate Bridge

Überbrückst auch du?

Bänz Friedli

Als wärs ein Kinderspiel

Der kleine, glitzernde Weihnachtsmarkt

In fünf Schritten zur Seligkeit

Informationen zum Author

Wecker Schweiz

Manchmal sind wir alle gleich

Informationen zum Author