01. Mai 2018

Gut gemischt ist mehr geerntet

Gute und schlechte Nachbarn wirken sich direkt auf den Ernteerfolg aus. Ein paar Dos und Don'ts fürs Gemüsebeet.

Mischkultur im Gemüsegarten
Geordnetes Mit- und Nebeneinander: Mischkultur funktioniert in kleinen wie grossen Beeten.

Vielfalt ist Trumpf, das gilt auch im Gemüsebeet. Schliesslich kennt die Natur ja auch keine Monokulturen. Was aber nicht bedeutet, dass man sein Gemüse wild kombinieren sollte. Denn ähnlich wie bei den Menschen passen manche Pflanzen sehr gut zusammen, während sich andere nicht «schmöcke» können.

Wobei das mit dem «Schmöcke» wortwörtlich zu verstehen ist: Pflanzen kommunizieren miteinander via gasförmige Stoffe, die sie sowohl über die Wurzeln als auch über die Blätter ausscheiden. Diese gasförmigen Stoffe können die Nachbarpflanzen aufblühen, aber auch serbeln lassen.

Eine clever abgestimmte Mischkultur ist aber noch aus anderen Gründen empfehlenswert: So können die oben genannten gasförmigen Stoffe gewisse Schädlinge in die Flucht schlagen. Weiter sorgt die Kombination von Pflanzen, die schlank und rank nach oben wachsen, mit solchen, die niedrig bleiben und sich ausbreiten, für mehr Ertrag. Und nicht zuletzt verhindert die daraus resultierende dichtere Pflanzendecke die Ausbreitung von Unkraut.

Wer kann gut mit wem

Wir wollen das Ganze hier ja nicht verkomplizieren, drum hab ich hier einfach einmal ein paar gute Nachbarn zusammengestellt, die sich in meinem eigenen Garten bewährt haben und sich auch für (Garten-)Anfänger und Balkongärtner eignen:

* Bohnen und Bohnenkraut, die ja eh früher oder später gemeinsam im Kochtopf landen (Bohnenkraut hält Blattläuse fern)
* Erdbeeren und Knoblauch (Knoblauch verhindert Pilzbefall)
* Gurken und Dill
* Gurken und Basilikum (Basilikum verhindert Mehltau)
* Zuckermais und Stangenbohnen plus Kürbisse – das sogenannte Indianerbeet (dafür brauchts aber ein bisschen mehr Platz, gerade der Kürbis)
* Kohlrabi und Salat
* Salat und Radieschen
* Kohl, Sellerie und Lauch
* Randen und Zwiebeln (Zwiebeln verhindern wie Knoblauch Pilzbefall)
* Sellerie und Kopfsalat
* Tomaten und Peterli (Peterli verbessert das Aroma)

Unterschreiben würde ich auch die Aussage, dass sich Tomaten und Gurken sowie Bohnen und Zwiebeln überhaupt nicht ausstehen können. Für die oft in Gartenbüchern genannte No-go-Paarung Schnittlauch und Peterli hingegen habe ich mindestens zwei Gegenbeweise.

Drum: Manchmal muss man auch einfach ein bisschen herumprobieren. Meine Stangenbohnen beispielsweise ziehe ich nicht einmal mehr im Gemüsebeet, sondern äusserst ergiebig am 2-Meter-Zaun zum Nachbarn hinüber – zwischen Clematis und Wein!

PS: Gewisse Pflanzenarten wie beispielsweise Kartoffeln oder Hülsenfrüchte sollten ihr Beet jährlich wechseln. Darüber schreibe ich aber gern ein andermal.

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