Leser-Beitrag
10. Oktober 2017

Goldener Herbst im Tessin

Im Tessin blühen jetzt die Herbst- und Winterkamelien.

Herbst- und Winterkamelien
Die Kamelien zeigen sich in Michèle Kellers Garten in voller Pracht.

Im Wald findet man Kastanien zuhauf, an den Bäumen hängen die orangen Kaki-Kugeln und in den Gärten blühen die Kamelien um die Wette. Es war ja schon ein ausnehmend schöner Sommer und jetzt scheint es, zumindest im Tessin, so weiter zu gehen. Es ist sehr trocken, die Feuergefahr ist schon wieder auf Stufe 3. Einmal abends einfeuern genügt und man kann sich gleichzeitig ein paar Marroni braten. Die Distelfinken, Meisen und Spatzen schlagen sich an den verblühten Sonnenblumen immer noch die Bäuche voll.

Die Verveine gibt nochmals richtig Gas.

Es scheint auch, dass die Natur im Garten noch nicht zur Ruhe gehen will: der Estragon treibt schon wieder frische Spitzen aus der Erde, der Verveine könnte schon das 4. Mal geschnitten werden und die Süsskartoffeltriebe wachsen immer noch weiter.

asd
Süsskartoffeln sind ein guter Bodenbedecker und produzieren hübsche, windenartige Blüten.

Die Kamelien blühen sehr üppig dank der trockenen Witterung. Sie werden uns bis in den Dezember hinein und vielleicht noch länger begleiten. Die Kiwis tragen wieder soviele Früchte, dass die Ernte im November sicher wieder weit über unserem Eigenbedarf liegt. Zum Glück kann man sie trocken und kühl gelagert bis im Februar/März geniessen.

Kiwi
Die Kiwiernte hält sich korrekt gelagert über Monate.

Nach einem eher durchzogenen Gartenjahr vermindert dieser goldige Herbst die Enttäuschung, dass die Tomatenernte zum grossen Teil von den (japanischen) Baumwanzen zunichte gemacht wurde. Hier ist der Pups-alarm (Almut!) schon seit drei Jahren aktiv. Heuer wurde die Baumwanze im Sopraceneri erstmals offiziell als Schädling für die Reben und Landwirtschaft deklariert.

Ich rückte den auf den Tomaten und sonstwo hockenden Familienclans in allen Altersstufen mit Seifenwasser auf die Pelle. Retten konnte ich damit die Tomaten zwar nicht. Die Freude am Gärtnern haben auch die asiatischen Tigermücken vermiest.

Ohne Antibrumm einzustreichen, musste man sich nicht in den Garten wagen. Und dies auch jetzt noch! Jetzt hoffe ich, dass ich mindestens von den Herbstgrasmilben verschont werde, die mich letztes Jahr bei einer Rodungsaktion unter den Büschen befallen hatten...

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