Leser-Beitrag
11. August 2017

Gipfelwanderung auf den Säntis

Der Klassiker: von der Schwägalp über Tierwies auf den Säntis

Aufstieg auf den Säntis über Tierwies

Der Säntis gehört zu recht zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Ostschweiz. Mit seiner majestätischen Höhe von 2‘501 gewährt er eindrückliche Weitblicke. Bei schönem Wetter sieht man von seinem Gipfel weit über die Landesgrenzen hinaus bis nach Liechtenstein, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien.

Erwandert werden kann der Säntis von Wasserauen, von Brülisau oder vom Toggenburg aus. Dafür müssen jedoch jeweils 4-6 Stunden Zeit eingerechnet werden. Es bedarf dazu einer sehr guten Kondition. Deshalb haben wir uns für die etwas kürzere und weniger anstrengende Variante entschieden: Von der Schwägalp aus über die Tierwies auf den Gipfel. Diese Alpinwanderung beansprucht rund 3 Stunden.

Anreisen kann man im Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit dem Zug nach Urnäsch und dann mit dem Bus bis zur Schwägalp (Haltestelle Schwägalp Schwebebahn). Die Autofahrer können hier ihr Auto bequem parkieren. Aber Achtung: Bei schönem Wetter wird es hier ziemlich voll.
Tipp: Sehr früh morgens anreisen oder das Auto bei der Kapelle parkieren.

Die Wanderung startet direkt bei der Bergbahnstation, es führt ein steiler Weg hinauf Richtung Berg. Vor allem bei warmen Temperaturen kommt man schon zu Beginn der Tour ziemlich ins Schwitzen und wirft noch ein paar wehmütige Blicke zur Gondel, die einen schnell und bequem auf den Berg bringen könnte. Dank dem steilen Aufstieg und der vielen Höhenmeter, die absolviert werden (rund 1‘200 Meter), erklimmt man aber schnell kühleres Gebiet.

Der Wanderweg (T4, rot-weiss-rot) ist stets gut markiert, wird aber schon nach kurzer Wanderzeit alpiner. Erdwege weichen steinigerem Gelände und gute Trittsicherheit ist gefragt. Auch müssen oft grosse Schritte genommen werden, die für müde Beine sorgen.

Auf halber Strecke, nach rund 1.5 Stunden, erreicht man die Alpwirtschaft Tierwies, die im Sattel zwischen dem Grau- und Grenzkopf liegt. Bereits von hier oben geniesst man eine eindrückliche Aussicht ins Appenzellerland und ins Toggenburg. Hier sollte man sich entweder in der Alpwirtschaft verwöhnen lassen oder sich ein bequemes Plätzchen auf einem der Felsen suchen, um die mitgebrachte Stärkung und den Ausblick zu geniessen.

Danach gehts weiter mit dem spannenderen Teil der Wanderung. Ab hier ist der Gipfel stets ersichtlich und thront majestätisch über den Felsen. Über unwegsameres Gelände, das jedoch nicht mehr ganz so steil ist, erreicht man nach gut einer Stunde den Einstieg zur Himmelsleiter. In den Fels geschlagene Tritte und Fixseile ermöglichen den letzten Teil des Aufstiegs ohne Sicherung.

Jedoch ist Konzentration gefragt und Höhenangst fehl am Platz. Das Nervenzittern dauert jedoch nicht lange, nach einem Aufstieg von rund 10 Minuten erreicht man den Gipfel und wird mit einem eindrücklichen Ausblick belohnt, der jegliche Ängste, die bei der Himmelsleiter aufgekommen sind, vergessen lässt.

Die Wanderung ist auch bei tief hängenden Wolken sehr empfehlenswert. Zwar hat man den Ausblick auf dem Gipfel dann nicht auf sicher, aber man darf eine beeindruckende, mystische Athmosphäre in felsigen Landschaft geniessen – und mit etwas Glück einen Blick auf das Wolkenmeer.


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