31. Dezember 2018

Geschenke – mit bestem Dank zurück

Hat der Weihnachtsmann etwas unter den Baum gelegt, das partout nicht gefällt? Dann ist eine Rückgabe das Klügste. Dabei gibt es ein paar Regeln zu beachten, insbesondere bei Online-Käufen.

Manchmal ist es die beste Lösung, ein Geschenk umzutauschen
Gut gemeint, aber nicht erwünscht? Manchmal ist es die beste Lösung, ein Geschenk umzutauschen. (Bild: Vectorstock)
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Es mag nicht die weihnachtlichste Geste sein, ein Geschenk zurückzugeben. Aber wenn etwas nur Staub anzusetzen droht, nützt es niemandem. Die unangenehmste Aufgabe: Den Schenkenden um den Kauf- oder Lieferbeleg bitten. Denn ohne den gibt es keinen Umtausch.

Was sagt das Gesetz?

In der Schweiz gibt es kein einheitliches Gesetz für Umtausch oder Rückerstattung. Vom Kaufvertrag kann also  – anders als im EU-Raum – nicht in jedem Fall zurückgetreten werden. Um im Einzelfall Klarheit zu bekommen, muss man die Geschäftsbedingungen des Anbieters konsultieren. Und auch bei einem vertraglich gesicherten Rückgaberecht müssen folgende Punkte erfüllt sein:

  • Der Kaufbeleg ist vorhanden
  • Die Verpackung ist unbeschädigt und der Artikel komplett
  • Noch besser: Die Verpackung wurde gar nicht erst geöffnet

Spezialfall Online-Käufe

Es macht einen grossen Unterschied, ob das Produkt in einem Laden oder im Internet gekauft wurde. Viele Online-Shops bieten kein Umtauschrecht an. Wie es im Einzelfall aussieht, erfährt man in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Anbieters unter einem Menüpunkt wie «Service» oder «FAQ». Danach läuft die Umtauschanfrage in der Regel über ein Formular.  Für die Rücksendung muss der Käufer je nach Shop die Portokosten selber übernehmen. Sie hängen vom Gewicht ab und können schnell 20 Franken betragen. Bei Warenwerten unter 50 Franken lohnt sich daher die Rückgabe nicht unbedingt. Wichtig: Die Versandquittung der Post aufbewahren! So hat man etwas in den Händen, falls es mit der Rückzahlung harzt.  

Die Rückgabefrist variiert

Migros-Filialen und ihre Ableger wie Micasa oder Melectronics nehmen ein Produkt innerhalb von 30 Tagen ab Kauf- oder Lieferdatum zurück, auch bei Online-Bestellungen. Das ganze Geld wird aber nur rückerstattet,  wenn der Artikel originalverpackt und unbeschädigt ist. Auch die Verpackung sollte keine defekten Stellen aufweisen. Ausserdem müssen alle Teile und Anleitungen vollständig vorhanden sein. Die gleichen Bedingungen gelten für digitec.ch und galaxus.ch. Hier gibt es das Geld auch zurück, wenn die Verpackung geöffnet worden ist, jedoch können dann je nach Produkt zehn Prozent des Kaufpreises abgezogen werden. Kommt hinzu, dass bei digitec.ch und galaxus.ch auch Drittanbieter Ware verkaufen. Bei diesen beträgt die Rückgabefrist nur 14 Tage.

Wie kommt das Geld?

Die meisten Anbieter vergüten die getauschte Ware in bar oder bieten ein Alternativprodukt an. Es kann aber auch vorkommen, dass stattdessen ein Gutschein ausgestellt wird. Auch hier geben die Geschäftsbedingungen Auskunft.

Kein Umtausch

Nicht jedes Produkt kann umgetauscht werden. Vom Rückgaberecht ausgeschlossen sind beispielsweise Hygieneartikel, Unterwäsche, Kopfhörer und Rasierer.

Hoffen auf Kulanz

Auch wenn das Schweizer Gesetz in Sachen Rückgaberecht den Konsumenten nicht viel Rückendeckung gibt, hat sich eine gewisse Praxis etabliert. Wer die Quittung vorweisen kann und den Artikel in einwandfreiem Zustand aushändigt, hat durchaus Chancen auf eine Rückerstattung – selbst wenn die Frist schon abgelaufen ist.

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