21. Juni 2018

Geheimnisvoller Aal

Er kommt im Meer zur Welt, lebt in unseren Gewässern und wandert wieder ins Meer: Der Aal führt ein interessantes Leben. In der Schweiz ist er 2018 der Fisch des Jahres.

Illustration: Aale
Aal-Weibchen können vor ihrer grossen Reise bis zu eineinhalb Meter lang werden.

Aussehen tut er fast wie eine Schlange, aber er ist ein grosser Fisch mit einer dicken Haut und ganz kleinen Schuppen. Die Weibchen können bis zu eineinhalb Metern lang werden. Der europäische Aal ist ein ganz besonderes Tier. Lange Jahre lebt er in unseren Flüssen und frisst sich als Raubfisch grosse Fettreserven an. Die braucht er für später.

Eines Tages beginnt sich der Körper des Aals zu verändern, denn er macht sich bereit für eine grosse Reise. Er hört beispielsweise auf zu fressen, seine Augen werden riesig gross, und die Brustflossen wachsen. Dann wandert er los Richtung Meer. Wenn nötig, kann er sich auf seiner Wanderschaft über feuchte Wiesen winden und dabei durch die Haut atmen. Im Meer dann reist der Fisch während etwa eineinhalb Jahren über den Atlantik. Das Ziel aller Aale Europas: die Sargassosee. Das ist ein Meeresgebiet an der südlichen Küste von Amerika. Hier laicht der Aal und stirbt.

Seine Kinder sind nun sogenannte Weidenlarven. Sie sehen aus wie durchsichtige Blättchen. Diese schwimmen wieder den ganzen Weg über den Atlantik zurück in verschiedene Regionen Europas. Das dauert etwa drei Jahre. Wenn sie angekommen sind, ziehen sie die Flüsse hinauf und leben wie ihre Eltern wieder im Süsswasser. Bis eines Tages auch für sie die Zeit kommt, ihre grosse letzte Reise zu machen.

Der Aal ist vom Schweizerischen Fischereiverband zum Fisch des Jahres 2018 ernannt worden, weil er gefährdet ist. Vor allem unüberwindbare Wasserkraftwerke machen ihm zu schaffen. Mehr dazu unter sfv-fsp.ch .

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