07. April 2018

Gefiederte Sirene

Sie pfeift und trällert, als würde ihr die Welt gehören: Die Amsel ist eine wahre Gesangskünstlerin und kann sogar Sirenentöne nachsingen.

Amsel auf dem Dach
Mit ihrem Gesang versuchen die Amselmännchen die Weibchen zu beeindrucken.

Jetzt pfeift es wieder von allen Büschen, Bäumen, Zäunen und Dächern. Der Frühling ist die Zeit der Vögel. Vor allem die Männchen versuchen jetzt, mit ihren Songs Weibchen anzulocken. Ein ganz besonders begabter Sänger ist die männliche Amsel. Du kennst diesen Vogel sicher: schwarze Federn, gelben Schnabel und einen gelben Ring um die dunkelbraunen Kulleraugen. Meist singt die Amsel am frühen Morgen und am Abend jeweils etwa eine halbe Stunde. Dabei sitzt sie in Wohngebieten gern am Rand eines Dachfirsts, und zwar ganz vorne.

Wenn eine Amsel singt, klingt das nach richtigen Geschichten. Tatsächlich hat jede Amsel ihre eigenen Lieblingsmelodien. Ihr Gesang ist zum Teil angeboren. Zum Teil lernen die Vögel aber auch von anderen Männchen, oder sie stibitzen Strophen von anderen Vogelarten. Die Amseln können sogar Geräusche nachmachen – etwa eine Sirene! Oft veranstalten Amselmännchen richtige Singwettbewerbe.

Im Frühling sucht sich jedes Weibchen eines der singenden Männchen aus. Dann baut es in dessen Revier ein Nest und brütet zwischen März und Juli. In dieser Zeit können die Amseln bis zu drei Mal Junge bekommen. Die Vögelchen schlüpfen nach zwei Wochen, und nach weiteren zwei Wochen sind die Kleinen schon bereit, das Nest zu verlassen.

Feinde


Weil Amseln ihr Fressen meist am Boden suchen, sind sie eine einfache Beute für Katzen.

Füchse: Auch sie profitieren davon, dass Amseljunge und auch Erwachsene oft am Boden anzutreffen sind.

Elstern und anderer Raubvögel schnappen sich Eier oder Junge.


Weitere Infos: Vogelwarte Sempach

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