22. November 2017

Gartenbücher unterm Weihnachtsbaum

Parfum? Pralinés? Play Station? Dreimal nein! Wer einen Hobbygärtner beglücken will, schenkt ihm ein Gartenbuch. Eine kleine Auswahl:

Gartenbücher
Gartenbücher kann man nie genug haben – vor allem solche mit «Gefällt!»-Garantie!
Lesezeit 4 Minuten

Keine Ahnung, wie es euch geht, aber seit ein paar Jahren habe ich angefangen, meine Weihnachtsgeschenke nicht mehr auf den letzten Drücker zu kaufen. Das schont erstens meine Nerven und gibt mir zweitens die Möglichkeit, die Geschenke noch ein bitzeli selbst zu geniessen, bevor ich sie hübsch verpacke und unter den Weihnachtsbaum lege.

Das heisst jetzt nicht, dass ich die DVD, die ich Y schenken will, schon einmal vorgucke. Oder den Lego-Technik-Truck für Z gleich selber zusammenbaue. Bei den Gartenbüchern, die ich verschenke, ist es aber schon so, dass ich jeweils ein bisschen drin schneugge. Ganz süferli natürlich, denn Weihnachtsgeschenke mit Eselsohren gehen gar nicht.

Das mag tadelnswert sein. Aber wartet ab, bis ihr eins der untenstehenden Gartenbücher für einen eurer Lieben gekauft habt: Ich wette, ihr werdet auch ein bisschen drin schneuggen, bevor ihr es hübsch verpackt unter den Weihnachtsbaum legt!

Für alle, die das Abenteuer Garten neu wagen wollen

«Garten Step-by-Step» von Folko Kullmann, Gräfe-und-Unzer-Verlag, GU

Beete anlegen, säen, pflanzen, ernten – all dies und noch viel mehr vermittelt das Buch auf unaufgeregte und unkompliziere Art und Weise. Dabei kommen auch Drumherumthemen wie der clevere Rasenmäherkauf oder die (manchmal etwas heikle) Kombination Kinder und Wasser aufs Tapet. Nett finde ich auch die gezeigten Wochenend-DIY-Projekte wie der Bau eines Hochbeets oder eines Grills aus Ziegelsteinen.

Für alle, die hoch hinauswollen

«Hoch das Beet – Der Hochbeet-Jahresplaner» von Folko Kulmann, Gräfe-und-Unzer-Verlag, GU

Hochbeete sind cool. Aus mehreren Gründen: Zum einen funktionieren sie ohne gewachsenen Boden, also auch auf Terrassen, Balkonen, Teerplätzen – und das auf rückenschonender Höhe. Zum anderen liefern sie mit ein wenig Know-how (fast) rund ums Jahr knackige Salate, aromatische Kräuter und feines Gemüse. Wie das geht, weiss der Hochbeet-Jahresplaner «Hoch das Beet». Und wie man sich so ein Hochbeet selber bauen kann, auch.

Für alle, die naturnah gärtnern wollen

«Prinzip Permakultur» von Karin Schlieber, Gräfe-und-Unzer-Verlag, GU

Der Permakulturhype, der gerade vor allem in der Selbstversorger-Community grassiert, hat mich bisher ziemlich ratlos gelassen. Aus dem einfachen Grund, weil mir das Ganze irgendwie zu kompliziert, zu abstrakt, zu hochgeschwurbelt war. Dabei gehts schlicht und einfach darum, achtsam und nachhaltig zu gärtnern, indem man die Muster und Beziehungen in der Natur imitiert. Wie das gehen kann, zeigt das Buch u.a. anhand mehrerer Planungsbeispiele. Übrigens: In meinem eigenen Garten bin ich schon recht permamässig unterwegs – ohne es gemerkt zu haben ☺

Für alle, die gern doppelt profitieren

«Double-Use Gärtnern – 100 Gartenpflanzen mit Mehrfachnutzung» von Bärbel Oftring, Haupt Natur

Dass die Grosse Brennnessel eine der wichtigsten Futterpflanzen für Schmetterlingsraupen ist, wusste ich (weshalb ich auch ein paar Quadratmeter in meinem Garten dafür reserviert habe, aber dies nur als Nebenbemerkung). Und dass sie in Form von Jauche (Nase zu!) ein ergiebiger Dünger ist, sowieso. Dass sie aber auch gegen Schuppen und Haarausfall hilft, war mir neu. Bärbel Oftrings Buch ist sozusagen der Schlüssel zur Schatztruhe Garten.

Für alle, die gern den Hammer schwingen

«Selbst gebaut für meinen Gemüsegarten» von Jocye und Ben Russell, Haupt Natur

Psst, nicht verraten! Aber der Stiefelknecht von Seite 102, das wär ein gäbiges Xmas-Geschenk für meinen Schwager. Und der dekorative Obelisk von Seite 98 könnte meiner Tante gefallen. Der Vorteil dieses Buchs: Wer es verschenkt, bekommt vielleicht irgendwann und mit etwas Glück ein nettes DIY-Produkt verehrt. Mir würde imfall das Stangenzelt für Bohnen gefallen!

Für alle, die gern fremde (Schreber)Gärten gucken

«Lust auf Laube – Die neue Schrebergarten-Kultur» von Caroline Lahusen und Sylvia Doria, DVA

Ein Traum für Garten-Voyeure wie mich: 20 Porträts von äusserst sympathischen SchrebergärtnerInnen und ihren alles andere als spiessigen Schrebergärten. Das ultimative Seelenfutter für alle, die auf dem Sofa rumhängen, während der Graupelregen gegen das Fenster graupelt und der eigene Garten (oder Schrebergarten?) in der Winterstarre erstarrt.

Für alle, die (Garten)kulturell interessiert sind

«Die Geschichte des Gartens in 50 Werkzeugen» von Bill Laws, Haupt Natur

Ein Buch über Gartenwerkzeuge? Respektive den Wandel der Gesellschaft über die Jahrhunderte anhand des Gartens erzählt? Was im ersten Moment recht dröge tönt, ist eine vergnügliche und lehrreiche Angelegenheit. Wusstest du beispielsweise, dass die klassische Rosenschere, die der französische Politiker Antoine François Bertrand de Molleville zu Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, von der Guillotine inspiriert war? Und dass der Prototyp eines leichten Motorrasenmähers einen Benzintank aus einer alten Pfirsichdose und Räder einer Seifenkiste hatte? Eben!

Für alle, die nicht auf den Frühling warten können oder wollen

«Wohnen in Grün – Dekorieren und Stylen mit Pflanzen» von Igor Josifovic und Judith de Graaf, Callwey

Ficus und Gummibaum, Kaktus und Zimmerfarn: Was bis vor Kurzem als altmodisch galt, nennt sich heute retro – und ist damit hip. Dummerweise weiss aber zumindest die jüngere Indoor-Gärtner-Generation nicht mehr so genau, wie man mit dem Retro-Grün umgeht. Dieses Buch schliesst die (Generationen)Wissenslücke.

PS: Ihr könnt diese Liste natürlich auch ausdrucken und irgendwo in eurem Zuhause unauffällig liegen lassen. Mit etwas Glück sind eure Liebsten so clever, dass sie den diskreten Wink verstehen ... ☺

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