26. Dezember 2017

Fünf Migros-Besitzer unter sich

Der neue Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen diskutiert mit zwei Kunden und zwei Mitarbeitenden über Digitalisierung, Offenverkauf, Fleischimport oder das Kulturprozent.

Cécile Augier, Peter Meyer, Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen, Téo Linares und Erika Jost
Cécile Augier, Peter Meyer, Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen, Téo Linares und Erika Jost (v. l.) treffen sich in Zürich zum Gespräch.
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Ein Student aus Neuenburg, eine Mitarbeiterin des Migros-Unternehmens Micarna aus Courtepin, ein Mitarbeiter der Migros Luzern, der seit 40 Jahren für das Unternehmen arbeitet, und eine langjährige Migros-Kundin aus Thun treffen sich am Hauptsitz des Migros-Genossenschafts-Bunds (MGB) in Zürich zum Gespräch mit dem neuen Migros-Chef Fabrice Zumbrunnen.
Die fünf Gesprächspartner verbindet etwas: Sie alle sind Besitzer der Migros. Das Migros-Magazin hat sie eingeladen und will wissen, was sie als Kunde, Mitarbeiter oder Chef bewegt, was die Migros für sie bedeutet und was sie von der Migros erwarten. Was dem designierten Präsidenten der Generaldirektion als Besitzer an seiner Migros wichtig ist, erklärt er mit den einleitenden Worten.

Fabrice Zumbrunnen: Ich arbeite seit 20 Jahren bei der Migros und bin vielleicht nicht mehr ganz so objektiv. Aber besonders wichtig war mir immer, dass die Migros mehr anbietet. Und zwar mehr Nachhaltigkeit, mehr soziales Engagement, mehr Kultur. Das ist ja die Vision des Gründers Gottlieb Duttweiler: eine Migros, die zur Verbesserung des Lebens aller und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beiträgt.

Peter Meyer: Und trotzdem müssen Sie den Blick nach vorn richten. Das ist eine riesige Herausforderung.

Fabrice Zumbrunnen: Wie jede Generation vor uns stehen auch wir vor neuen Herausforderungen. Unsere Aufgabe ist es, den Gründergedanken weiterzuentwickeln, ohne ihn anders zu interpretieren. Und da zählen erst einmal allgemeine Werte, die über die Migros hinaus gelten, nämlich Vertrauen, Ehrlichkeit und Transparenz. Sie sind genauso wenig altmodisch wie die Thesen von Gottlieb Duttweiler, sondern werden von uns täglich gelebt.

Téo Linares: Die Migros besteht ja aus zehn Genossenschaften, die alle auch mitreden wollen.

Fabrice Zumbrunnen: Ja, und das tun sie zum Glück auch und sind wegen ihrer Nähe und Verbundenheit zu den Menschen in ihrer Region in der Lage, die Bedürfnisse zu kennen und umzusetzen. Das gilt nicht nur für Produkte wie «Aus der Region. Für die Region.», sondern auch zum Beispiel für ein kleines Theater in Le Locle, das vom regionalen Kulturprozent unterstützt wird und für den Zusammenhalt in der Neuenburger Region wichtig ist. All das wäre mit einer zentralisierten Organisation nicht möglich.

Peter Meyer: Die Konkurrenz schläft ja nicht und gibt Vollgas, und dann verliert der Schweizer Detailhandel jährlich auch noch etwa zehn Milliarden Franken durch den Einkaufstourismus.

Fabrice Zumbrunnen: Wichtig sind nicht in erster Linie die anderen, sondern was wir konkret für unsere Kunden tun können. Von ihrer Zufriedenheit hängt unser Erfolg ab. Heute haben wir eine Vielzahl von Einkaufsformaten wie Convenience-Shops, Bahnhofläden, Einkaufszentren oder Onlineplattformen. Unsere Kunden sollen überall spüren, dass in der Migros Menschen arbeiten, die leidenschaftlich verkaufen, kompetent informieren und eine Orientierung geben. Zusammen mit dem breiten, hochwertigen Sortiment und dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es keinen Grund, woanders einzukaufen.

Im angeregten Gespräch: Fabrice Zumbrunnen (in der Mitte) mit Kunden und Mitarbeiter

Erika Jost: Gibt es bei der Migros personalisierte Preise?

Fabrice Zumbrunnen: Personalisierte Preise gibt es in der Migros nicht. Sie meinen die personalisierten Angebote. Die Migros macht keine unterschiedlichen Preise für einzelne Kunden, sondern gewährt ihnen Rabatte für diejenigen Produkte, die sie gern kaufen. Wenn Sie zum Beispiel kein Haustier haben, macht es keinen Sinn, wenn wir Ihnen einen Rabatt auf Tierfutter geben. Unsere Kunden erhalten gleich viele Rabatte, aber für unterschiedliche Produkte.

Erika Jost: Ich finde es nicht so sympathisch. Gilt das für das ganze Sortiment?

Fabrice Zumbrunnen: Nein. Personalisierte Angebote machen wir für ausgewählte Produkte. Allerdings wird unser Leben laufend personalisierter – schauen Sie auf Ihr Handy, das mit Ihren persönlichen Apps bestückt ist. Diese Personalisierung unseres Lebens schreitet mit der Digitalisierung noch rascher vorwärts. Oder wie erleben Sie das in der Micarna, Frau Augier?

Cécile Augier: Wir arbeiten häufig mit Papier und sind noch längst nicht zu 100 Prozent digital. In der Migros-Industrie gibt es hier noch sehr viel Potenzial.

Fabrice Zumbrunnen: Es gibt zwischen den einzelnen Unternehmen noch grosse Unterschiede. Bei uns im Migros-Genossenschafts-Bund sind die meisten Prozesse digitalisiert, während in den Industriebetrieben und in den Filialen längst nicht alle einen Computer haben. Heute befinden wir uns in einer Übergangsphase, das ist in vielen traditionellen Unternehmen so. Digitec Galaxus hingegen ist aus der Online-Vision entstanden und gibt uns in vielen Situationen den Takt vor. Ich denke, dass in zwei bis drei Jahren alle Migros-Unternehmen mit weniger Papier arbeiten werden.

Téo Linares: Für uns Konsumenten stellt sich die Frage, wie wir diese digitale Transformation mitmachen werden. Ist das Onlineshopping wie Leshop.ch die Zukunft, oder plant die Migros ein Einkaufserlebnis in den Filialen?

Fabrice Zumbrunnen: Die Lösung liegt in der Kombination. Schon heute informieren sich die meisten Menschen im Internet. Wo letztlich eingekauft wird, ist eine andere Sache. Ich denke, das Kaufverhalten wird zunehmend hybrid: Es gibt Menschen, die nur online einkaufen, andere bestellen online und holen die Ware ab, wieder andere schauen sich die Ware an, bestellen zu Hause online und lassen sich die Produkte liefern. Interessant ist zum Beispiel der Abholservice PickMup der Migros: Unsere Kunden bestellen digital und holen die Ware an einem Migros-Standort ihrer Wahl ab. Wir haben festgestellt, dass 40 Prozent der Kunden beim Abholen noch einen zusätzlichen Einkauf tätigen. Das hat mich selber überrascht, zeigt aber auch, dass der physische Kontakt auch in der digitalen Welt eine wichtige Rolle spielt.

Erika Jost: Kann sich die Migros vorstellen, in smarte Haushaltsgeräte zu investieren? Ich denke da an den intelligenten Kühlschrank, der automatisch bei der Migros Waren bestellt.

Fabrice Zumbrunnen: Immer wieder liest man von diesem Kühlschrank, und keiner hat ihn zu Hause. Viele solcher Ideen funktionieren schon heute zu 90 Prozent, aber wir fokussieren uns auf die fehlenden zehn Prozent. Ich kann das nachvollziehen und möchte ja auch nicht, dass abends keine Milch in meinem Kühlschrank steht, weil das System versagt hat. Die Migros kann sich solche Fehler nicht leisten, wir geniessen eine hohe Reputation. Wie kaufen Sie denn persönlich ein?

Erika Jost: Ich gehe sehr gern in die Läden, am liebsten in der Stadt in kleine Geschäfte mit persönlichem Kontakt und guter Beratung.

Fabrice Zumbrunnen: Aber die Ferien buchen Sie online?

Erika Jost: Selten, eher rufe ich beim Veranstalter oder direkt im Hotel an.

Téo Linares: Ich wohne nur knapp 50 Meter von der nächsten Migros entfernt und kaufe darum immer direkt im Laden ein.

Ist Online-Shopping die Zukunft, oder plant die Migros das Einkaufserlebnis in den Filialen?

Téo Linares

Cécile Augier: Ist es möglich, auf Leshop.ch zum Beispiel Fleisch aus der Region Neuenburg zu bestellen, wenn man in der Nähe wohnt?

Fabrice Zumbrunnen: Der Onlinehandel mit Nahrungsmitteln ist enorm komplex, vor allem aus logistischer Sicht, was für regionale Produkte eine grosse Herausforderung darstellt. Im Moment fokussieren wir auf den Ausbau von Bioprodukten.

Téo Linares: Die Migros bietet immer mehr Bioprodukte an, und sie werden auch laufend günstiger. Wird man das Bioangebot weiter ausbauen?

Fabrice Zumbrunnen: Das Biosortiment wird wachsen, aber es wird immer mehr kosten als andere Produkte, weil es auch mit weniger Produktivität verbunden ist. Deshalb schätzen viele Kunden unser Label «TerraSuisse» aus integrierter landwirtschaftlicher Produktion. Hier arbeiten wir mit rund 20'000 Schweizer Landwirten zusammen, die das Tierwohl und ökologische Aspekte respektieren und Massnahmen für die Biodiversität ergreifen. Die «TerraSuisse»-Produkte sind etwas günstiger als Bioprodukte.

Erika Jost: Mir fällt auf, dass bestimmte Produkte vor allem aus dem Biobereich seit einiger Zeit aus dem nahen Ausland kommen statt aus der Schweiz. Liegt das an den hohen Preisen?

Fabrice Zumbrunnen: Wir wollen unseren Kundinnen und Kunden in erster Linie Biolebensmittel aus der Schweiz anbieten. Die Nachfrage ist aber grösser als das Angebot, und die Schweizer Biobauern können diese nur zum Teil decken. Deshalb greifen wir auf ausländische Produkte zurück. Für diese gelten aber ebenfalls strenge Anforderungen. Zudem ist gerade bei den verarbeiteten Bioprodukten das Angebot in der Schweiz beschränkt. Hier können wir dank Importen ein breiteres Sortiment anbieten.

Erika Jost: Wie ist das Verhältnis der Migros zu den Schweizer Bauern?

Fabrice Zumbrunnen: Die Migros ist ein starker Partner der Schweizer Landwirtschaft, wir sind ihr grösster Kunde und kaufen über 20 Prozent ihrer Produkte. Gleichzeitig müssen wir wettbewerbsfähig bleiben und unseren Kunden ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Damit sind wir mit ähnlichen Herausforderungen wie unsere Bauern konfrontiert. Allerdings ist es so, dass die heimische Landwirtschaft vom Bund massgeblich mit Direktzahlungen unterstützt wird. Die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen, ist hingegen nicht die Aufgabe der Migros, sondern der Politik.

Erika Jost: Ich bezahle gern mehr für gute Produkte, aber es ist schade, dass sich das nicht alle leisten können. Wir haben fast schon eine Zweiklassengesellschaft.

Fabrice Zumbrunnen: Das hat nicht nur mit der Kaufkraft zu tun, sondern mit den eigenen Präferenzen. Nicht jeder setzt die gleichen Prioritäten. Das muss er oder sie allerdings auch nicht, weil man in der Migros alle Produkte mit gutem Gewissen kaufen kann; sie entsprechen alle den hohen Schweizer Qualitätsstandards.

Peter Meyer: Kaufen Sie selbst denn auch M-Budget-Produkte?

Fabrice Zumbrunnen: Natürlich, für den Haushaltbereich finde ich immer gute M-Budget-Produkte. Beim Geflügel hingegen bevorzuge ich Bioqualität.

Wichtig ist zuerst, was wir konkret für unsere Kunden tun können. Von ihrer Zufriedenheit hängt unser Erfolg ab.

Fabrice Zumbrunnen

Cécile Augier: Kann sich die Migros auf lokale Produkte beschränken, oder ist sie auf Fleischimporte angewiesen?

Fabrice Zumbrunnen: Der mit Abstand grösste Teil des in der Migros verkauften Fleisches kommt aus der Schweiz. Trotzdem sind wir auf Importe angewiesen, weil wir die grosse Nachfrage – vor allem bei Edelstücken – nicht allein mit inländischen Produkten abdecken können. Aber wir verlangen auch von unseren ausländischen Produzenten, die hohen Schweizer Standards bezüglich Qualität und Tierwohl einzuhalten.

Erika Jost: Das ist ein grosses Problem. Österreich etwa hat günstigere Landwirtschaftsprodukte als die Schweiz, aber auch ein Preisniveau, das anderen umliegenden Ländern entspricht. Man müsste die Hochpreisinsel Schweiz abschaffen.

Fabrice Zumbrunnen: Grundsätzlich ist die Migros für offene Märkte. Wir profitieren in erster Linie, weil nicht nur die Preise hoch sind, sondern auch unsere Löhne. Einige Mitglieder meiner Familie leben in Italien und erzählen mir, wie schwierig es dort ist, überhaupt eine Arbeit zu finden. Wenn wir unsere Löhne um die Kaufkraft bereinigt haben, investieren wir zudem deutlich weniger Geld in Lebensmittel als unsere europäischen Nachbarn – mit Ausnahme von Deutschland.

Erika Jost: Bezahlt die Migros eigentlich Mindestlöhne?

Fabrice Zumbrunnen: Wir bieten insgesamt die branchenbezogen besten Arbeitsbedingungen, und dazu zählen neben dem Lohn ausgezeichnete Vorsorge- und zahlreiche Nebenleistungen. Beim Mindestlohn reden wir vom Einstiegslohn, der mit den Jahren und guter Leistung steigt.

Peter Meyer: Und nicht zu vergessen: Wir zahlen auch keine Boni.

Fabrice Zumbrunnen: Richtig, wir leisten weder Bonifikationen noch Erfolgsbeteiligungen. Auch das wurde vom Gründer so in den Statuten verankert und ist Teil der gesellschaftlichen Verantwortung der Migros.

Téo Linares: Eine Frage zum Kulturprozent: Wird es das auch in Zukunft noch geben?

Fabrice Zumbrunnen: Selbstverständlich. Das Kulturprozent zeigt die Einzigartigkeit der Migros in besonderer Weise. Es zählt zu den zentralen Missionen der Migros und ist statutarisch auf der gleichen Ebene wie das Warengeschäft angesiedelt, also nicht weniger wichtig als der Verkauf von Waren. Ohne die Migros gäbe es das vielfältige und tolle kulturelle Leben in der Schweiz nicht, wie wir es kennen. Ich finde das Engagement des Kulturprozents auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene ganz einfach genial – es ist das perfekte Abbild des regional verankerten Kulturschaffens in der ganzen Schweiz.

Fabrice Zumbrunnen, Cécile Augier, Peter Meyer (v.l.n.r.)

Téo Linares: Die Migros ist mittlerweile in fast allen Lebensbereichen tätig – im Reise- und Bankengeschäft, in der Kultur oder im Bereich der Gesundheit. Macht Ihnen diese Machtfülle nicht manchmal Angst?

Fabrice Zumbrunnen: (lacht) Ich bin ja nicht allein, ich habe viele kompetente Kolleginnen und Kollegen in den Geschäftsleitungen und über 100'000 fähige Mitarbeitende, die mir zur Seite stehen. Eine grosse Herausforderung ist, dass sich die Gesellschaft manchmal rascher verändert, als dies den Unternehmen recht ist. Die Migros ist wie ein grosser Tanker mit einigen Schnellbooten zur Seite. Den Tanker kann man nicht von heute auf morgen wenden. Während der vergangenen fünf Jahre in der Generaldirektion konnte ich das Potenzial der Migros abwägen und habe deutlich gespürt, wie viele Mitarbeitende sich stark mit dem Unternehmen identifizieren und ein aussergewöhnliches Engagement zeigen. Wenn wir diese Energien bündeln und richtig einsetzen können, schaffen wir weiterhin Grosses.

Téo Linares: Machen da auch die regionalen Genossenschaften mit?

Fabrice Zumbrunnen: Die Genossenschaften, und dazu gehört auch der Migros-Genossenschafts-Bund, sind eng miteinander verbunden. Bei einer grossen Strompanne zum Beispiel gäbe es keine Waren mehr in den Filialen, weil die gesamte Produktionskette von den Migros-Industriebetrieben über den Transport bis hin zum Verkauf in den Läden zusammenhängt. Dieses Zusammenspiel auf allen Ebenen funktioniert gut. Und das tut es auch deshalb, weil wir alle die gleichen Werte haben. Es liegt an uns, diese einzigartigen Werte der Migros weiter zu vermitteln und sie vor allem selber vorzuleben. Dazu gehört, einander zuzuhören. Daher meine Frage an Sie alle: Was wünschen Sie sich von der Migros?

Cécile Augier: Ich möchte, dass es die Migros noch lange gibt. Ich liebe das breite Sortiment, aber ich habe manchmal Mühe mit den vielen Verpackungen, vor allem beim Obst und Gemüse. Ob man das nicht noch nachhaltiger gestalten könnte?

Fabrice Zumbrunnen: Wir reduzieren unsere Verpackungen Jahr für Jahr, und wir können das auch rascher umsetzen, weil wir eigene Industriebetriebe besitzen. Im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsprogramms «Generation M» wollen wir bis 2020 mindestens 6000 Tonnen Verpackungsmaterial umweltfreundlicher gestalten, rund die Hälfte davon haben wir bereits erreicht.

Téo Linares: Könnte man einen zusätzlichen Bereich für den Offenverkauf von Reis oder Teigwaren einführen?

Fabrice Zumbrunnen: Entsprechende Versuche haben wir gemacht, aber man darf die hygienischen Herausforderungen nicht unterschätzen. Zudem sieht es in solchen Rayons rasch aus wie auf einem Schlachtfeld, das konnte ich bei grossen Offenmärkten im Ausland selber sehen. Bei kleineren Formaten funktioniert das, dort wissen die Kunden genau, was sie wo finden.

Erika Jost: Ich würde mir wünschen, dass die Migros auch in kleineren Shops noch mehr Bioprodukte anbietet.

Fabrice Zumbrunnen: Oftmals haben wir in den kleineren Läden nicht genügend Platz für die Breite unserer Sortimente, wir müssen uns auf diejenigen Produkte beschränken, die am stärksten gefragt sind. Unsere Umfragen haben zudem ergeben, dass dieser Kundenwunsch nicht überall gleich wichtig ist – in Zürich zum Beispiel ist die Nachfrage nach Bioprodukten deutlich grösser als in meiner Heimatstadt La Chaux-de-Fonds.

Peter Meyer: Ich würde es begrüssen, wenn die Migros wieder vermehrt zu den Kunden ausserhalb der grossen Zentren ginge. Früher gab es noch die Migros-Verkaufswagen, heute baut man grosse Einkaufszentren.

Fabrice Zumbrunnen: Der Trend geht eher nicht in Richtung grosser Einkaufszentren, sondern in die Entwicklung kleinerer Läden, die einem Kundenbedürfnis entsprechen. 

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