18. Oktober 2017

Früherkennung von Prostatakrebs

Leser fragen, das Medbase-Ärzteteam antwortet. Diesmal: «Was empfehlen Sie mir für eine Vorsorgeprostatauntersuchung, damit man eine Krebserkrankung rechtzeitig erkennen kann?» – Claus S.

Arzt (Bild: Pixabay)

«Die Prostata kann einem Mann grundsätzlich zwei Probleme bereiten: Erstens durch Vergrösserung eine Beeinträchtigung des Harnstrahls. Zweitens eine Entartung des Gewebes mit bösartiger Entwicklung, welche nicht unbedingt mit einer Beeinträchtigung des Harnstrahls einher gehen muss.

Vorsorgeuntersuchungen mittels Bluttest (PSA) und Abtasten sind laut aktueller Studienlage bei Männern zwischen 50 und 70 Jahren angezeigt, um eine bösartige Entwicklung frühzeitig zu erfassen. Vor 50-jährig kommt eine Entartung des Gewebes kaum vor, findet diese nach 70-jährig statt, wird sie praktisch nie ernsthafte Probleme im Sinne einer Beeinträchtigung der Lebensqualität oder eines früheren Ablebens machen. So kann bei einem sonst beschwerdefreien 80-jährigen Mann davon ausgegangen werden, dass er nicht mehr relevant an einem bösartigen Prostataleiden erkranken wird, demzufolge kann auch auf eine Vorsorgeuntersuchung verzichtet werden.

Dr. med. André Dietschi, Medizinischer Leiter Medbase Diepoldsau/Heerbrugg

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