06. Juli 2015

«Freizeitparks sind eine Art Urlaubsersatz geworden»

Der Europa-Park in Rust feiert seinen 40. Geburtstag. Gründer und Geschäftsführer Roland Mack über sein Erfolgsrezept, Schweizer Gäste und die Zukunft des Familienunternehmens.

Roland Mack
Ein Geschäftsmann mit viel Sinn für Freizeitspass: Roland Mack mit der Euro-Maus, dem Maskottchen seines Europa-Parks.

Roland Mack, wie oft sind Sie auf Ihren eigenen Attraktionen unterwegs?

Eigentlich fast täglich. Wenn es richtig heiss ist, machen mir die Wasser- und die Achterbahnen besonders Spass. Wenn es regnet, liebe ich die «Piraten in Batavia» und die Indoor-Achterbahn Eurosat.

Und Sie fahren da nur so zum Vergnügen mit?

Es ist meist eine Mischung. Manchmal begleite ich Gäste, Freunde oder Journalisten, inzwischen auch mal meine Enkel. Oft fahre ich auch aus Inspektionsgründen, denn die Details einer Bahn sieht man ja nur, wenn man mitfährt. Und ich entdecke immer wieder mal etwas, das verbessert werden muss.

Wie entstehen neue Bahnen? Sind das jeweils Ihre Ideen, oder gibts auch Angebote von aussen?

In der Gründerphase waren es immer meine Ideen und die meines Vaters. Mittlerweile haben wir ein Team von jungen Designern und Ingenieuren, meine Söhne sind ebenfalls involviert. Auch das Gästefeedback spielt eine Rolle – daraus können wir ablesen, ob eine Show fehlt, eine Achterbahn oder etwas für die Kleinen. Priorität haben Bahnen, die wir selbst bauen können, aber am Ende entscheidet der Markt, weshalb wir auch immer wieder Attraktionen einkaufen, einige auch aus der Schweiz.

Die Konkurrenz schläft nicht. Wie gross ist der Druck, stets neue, coolere Attraktionen zu entwickeln?

Der Druck ist da. Wir versuchen tatsächlich, in jeder Saison etwas Neues anzubieten. Es kann nicht jedes Mal etwas so Aufwendiges wie «Arthur» oder «Blue Fire» sein, aber wir verschönern und verbessern nonstop. Nur so kommen die Gäste wieder und wieder in den Park. Und natürlich beobachten wir den internationalen Markt: In Deutschland sind wir ja mittlerweile Marktführer und auch in Europa ganz vorne mit dabei – dadurch stehen wir in einem ganz anderen Fokus als früher. Heute reisen die Menschen um die ganze Welt, kennen viele andere Parks und vergleichen. Und wir stehen im direkten Austausch mit den grossen Playern wie Disney oder Universal.

Wir haben einige Eigenentwicklungen gebaut, die heute in den USA und Asien erfolgreich laufen.

Die Trends der Branche werden also auch bei Ihnen gemacht?

Auf jeden Fall: 80 Prozent unserer Bahnen bauen wir selbst. Mack Rides macht keine Figuren oder Animatronics, aber den Maschinenbau. Letzte Woche zum Beispiel waren wir in Japan und haben mit einem Interessenten über «Arthur» verhandelt, nicht über den Inhalt, sondern die Technik dahinter. Im Laufe der Jahre haben wir einige Eigenentwicklungen gebaut, die heute in den USA und Asien erfolgreich laufen.

Verkaufen Sie nur Eigenentwicklungen, oder kommen manchmal auch innovative Aufträge für Bahnen, auf die Sie gar nicht gekommen wären?

Wir gelten in der Branche als Tüftler, weil wir auch knifflige und schwierige Projekte bauen können. Deshalb setzen wir auch immer wieder Ideen anderer Parks um, die etwas Einmaliges haben wollen. Anders jedoch als in vielen anderen Branchen gibt es bei uns keine Serienfertigungen, jede Anlage ist im Grunde ein Einzelstück. Wir bevorzugen es deshalb, Bahnen zu verkaufen, die wir hier schon in Betrieb haben. Auf diese Weise können wir sämtliche Kinderkrankheiten ausmerzen, bevor wir sie an andere Parks ausliefern.

Sie haben in den letzten Jahren viele Hotels im Park gebaut. Muss man das heute, um genügend Umsatz machen zu können?

Ich würde es eher als Trend bezeichnen. Mit Hotels kann man Standortnachteile kompensieren und weiter wachsen, der Park wird von einem Tagesausflugsziel zu einer Kurzreisedestination. Hotels erweitern auch das Einzugsgebiet potenzieller Gäste. Zu Beginn kamen sie für einen halben Tag, später dann für einen ganzen und heute für zwei oder drei Tage.

Das Familienunternehmen baute früher auch klassische Karussels.
Das Familienunternehmen baute früher auch klassische Karussels.

Rust ist kein idealer Standort?

Wenn Sie auf der Karte nach einer Millionenstadt in der Nähe suchen, finden Sie keine. Das war einst ein Nachteil. Aber inzwischen sind die Grenzen nach Frankreich und zur Schweiz ja praktisch weg, sodass unsere Lage hier im Dreiländereck eigentlich ganz gut ist. Die Leute sind bereit, zwei Stunden Anreisezeit in Kauf zu nehmen. In diesem Umkreis leben immerhin 22 Millionen Menschen. 50 Prozent unserer Gäste sind international, 20 Prozent allein aus der Schweiz. In den Hotels sind es sogar über 30 Prozent Schweizer. Und: Wir sind hier in der wärmsten Region Deutschlands, in der es relativ wenig regnet – das ist ebenfalls ein Vorteil.

Waren das alles Gründe, weshalb der Park vor 40 Jahren hier aufgebaut wurde?

Der Grund war relativ naiv: Wir wollten nicht zu weit weg von der Produktion. Und wir sahen es als Vorteil, an einer internationalen Verkehrsachse zu liegen, auch wenn die Grenzen damals noch sehr ernst genommen wurden – die Franzosen schlossen sie jeweils um 20 Uhr abends, danach musste man bis nach Strassburg hoch, um rüberzukommen. Wir haben allerdings auch nicht angestrebt, fünf Millionen Gäste anzuziehen, bestenfalls vielleicht eine Million. Mit 250’000 fingen wir an, im zweiten Jahr waren es bereits 600’000. Es lief viel besser, als wir selbst erwartet hatten.

Wie viel haben Sie seither in den Park investiert?

Knapp eine Milliarde Euro waren das in all den Jahren. Ohne einen Cent Subventionen!

Das ist viel für ein Familienunternehmen.

Das ist tragbar, weil wir schon so lange im Geschäft sind und die Gewinne sukzessive reinvestiert haben.

Sie haben auch stark diversifiziert: Wie hoch ist der Anteil von Kongressen, Politveranstaltungen, Miss-Wahlen, Konzerten am Umsatz?

Das ist ein zunehmendes Geschäft, aber es macht derzeit nur etwa 10 bis 15 Prozent aus. Dank Shows, Events und guter Restaurants haben wir auch abends oft noch 5000 Leute hier, obwohl die Anlagen dann nicht mehr laufen. Es gibt auch Tage, an denen der Park geschlossen ist, unsere Hotels aber komplett ausgebucht sind. Die Buchungen schwanken aber noch stark, deshalb wollen wir mit dem Bau eines neuen Wasserparks in der Nähe die Destination weiter stärken. Wenn alles wie geplant läuft, werden wir den 2018 eröffnen.

Wir denken in Generationen, nicht in Quartalen!

Ein Börsengang ist kein Thema?

Nein. Wir haben das Know-how und das nötige Kapital, um auch so zu wachsen. Und mit meinen beiden Söhnen stehen Nachfolger bereit, die schon seit einigen Jahren im Unternehmen mitarbeiten und heute Verantwortung für ihre eigenen Bereiche tragen. Der eine hat selbst schon drei Söhne, sodass Aussicht besteht, dass das Unternehmen auch in die neunte Generation gehen kann. Wir denken in Generationen, nicht in Quartalen!

Ihr Unternehmen besteht seit 1780 ohne Unterbruch?

Richtig, gegründet wurde es damals als Wagenbaubetrieb von Paul Mack. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam der Zirkusbau hinzu, um die Jahrhundertwende kamen dann die ersten Karussells. Seither hiess übrigens nie wieder jemand Paul in der Familie, aber mein Sohn hat einen meiner Enkel nun so getauft. Wenn das kein Zeichen ist.

Achterbahnen sind ein grosser Renner im Europa-Park.
Achterbahnen sind ein grosser Renner im Europa-Park.

Haben Sie sich schon überlegt, einen zweiten Standort zu eröffnen?

Ich mache lieber eine Sache richtig als zwei halb. Ob das immer so sein muss, weiss ich nicht. Aber wenn man expandiert, kann man nicht mehr klein starten, dadurch erhöhen sich auch die Risiken. Und ich kenne einige Familienbetriebe, die sich mit einer solchen Expansion die Finger verbrannt haben – selbst Disney hatte es nicht leicht in Paris und Hongkong. Dadurch, dass wir mit anderen Parks kooperieren, können wir Mack Rides auslasten, ohne dass wir selbst weitere Parks bauen.

Bekommen Sie ab und zu Übernahmeangebote?

Laufend. Aber inzwischen hat es sich herumgesprochen, dass man es nicht mehr versuchen muss.

Hat Disney es auch schon versucht?

Nein, die haben ihr ganz eigenes Konzept und bauen lieber von Grund auf neu. Wobei es heute in den gesättigten, westlichen Märkten fast nicht mehr finanzierbar ist, ganz von vorne anzufangen. In Asien hingegen boomt das Geschäft, in China schiessen Parks an allen Ecken und Enden aus dem Boden, dort herrscht Aufbruchstimmung.

Reizt es Sie nicht, dort mitzumachen?

Ich habe grossen Respekt vor zwei Dingen: dem kulturellen Unterschied und der Distanz. Wenn man nicht vor Ort ist, weiss man nicht, was genau mit seinem Geld und seinem Produkt passiert. Ich denke auch, dass das für ein Familienunternehmen eine Nummer zu gross wäre. Aber vielleicht bin ich da zu konservativ.

Wenn wir hier nicht so ein gutes Produkt hätten, würden die Schweizer direkt zu Disney nach Paris fahren.

Auch in den gesättigten Staaten laufen die Freizeitparks in den letzten Jahren offenbar gut.

Es gibt auch welche, die kommen nicht wirklich vom Fleck. Die Leute sind heute mobil und kritisch – sie fahren lieber 100 Kilometer weiter, um an einen tollen Ort zu gehen. Wenn wir hier nicht so ein gutes Produkt hätten, würden die Schweizer direkt zu Disney nach Paris fahren.

Dennoch: Trotz der Wirtschafts- und Eurokrise liefen die Parks gut. Woran liegt das?

Sie sind eine Art Urlaubsersatz geworden. Eine Familie verzichtet vielleicht wegen der Krise auf den grossen Jahresurlaub, will den Kindern aber noch immer etwas bieten. Da sind die Parks eine gute Option, gerade auch, wenn man zwei oder drei Tage dort verbringen kann. Anders als bei Disney kann man in den Europa-Park auch das eigene Essen mitbringen und so Geld sparen. Tatsächlich haben wir ein Stück weit von der Krise profitiert. Aber es ist schon nicht überall gleich. Das Publikum in den USA reagiert sensibler auf die Krise, die grossen Parks in Florida spüren sie durchaus.

Bei Disney in den USA kostet der Eintritt für einen Erwachsenen inzwischen ja auch 100 Dollar, das können sich doch nur noch gut betuchte Familien leisten.

Ja, mich erstaunt diese Preispolitik auch immer, aber es scheint zu funktionieren. Disney hat in den USA allerdings einen ganz besonderen Status: Da muss man einmal im Leben hin. Und wenn man Mehrtagespakete kauft, sinkt der Preis natürlich schon. Zudem ist das Einzugsgebiet global, viele internationale Touristen gehen hin, auch wenn sie es vielleicht etwas teuer finden. Aber unsere Besucherzahlen würden massiv einbrechen, wenn wir unsere Preise auf 100 Euro erhöhen würden. Man darf nicht vergessen, wir haben ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und haben Wettbewerber in Deutschland, die höhere Eintrittspreise verlangen.

Das Hauptproblem sind ja doch immer die langen Wartezeiten bei den Attraktionen. Haben Sie noch nie daran gedacht, an den Preisen zu schrauben, um die Besucherströme den Tag oder die Saison durch besser zu verteilen?

Wir versuchen lieber, mit zusätzlichen Angeboten eine grössere Verteilung zu erreichen. Ich zweifle, dass man über den Preis etwa die Sommersaison entlasten und andere Jahreszeiten attraktiver machen kann. Aber wir profitieren ein bisschen von der internationalen Ferienverteilung: Es gibt Tage im Oktober, an denen wir 70 bis 80 Prozent Schweizer im Park haben, weil einzig die Schweiz dann Schulferien hat.

Sind Schweizer Gäste irgendwie anders? Anspruchsvoller, pingeliger?

Für unseren Erfolg sind sie unerlässlich. Sie sind sehr angenehme Gäste, erwarten hohe Qualität, gute Dienstleistungen und ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Und ich denke, das alles können wir bieten. Natürlich hilft die veränderte Währungssituation seit Januar ebenfalls.

Zurück zu den langen Wartezeiten. Was gibt es da für Lösungen?

Aus meiner Sicht nur höhere Kapazitäten, also mehr und leistungsfähigere Anlagen. Wir stehen schon jetzt relativ gut da, aber an Spitzentagen mit 30’000 Besuchern schaffen auch wir es nicht, Wartezeiten bei den vier, fünf Topattraktionen zu vermeiden. Bei den kleineren Familienattraktionen hingegen müssen die Leute auch dann kaum noch warten.

Im Europa-Park sollen alle gleich behandelt werden: Das Millionärskind soll genauso lange warten müssen wie das Arbeiterkind.

Eine VIP-Lösung über den Preis ist kein Thema? 10 Euro mehr, dafür bevorzugter Zugang zu den Topbahnen?

Nein, im Europa-Park sollen alle gleich behandelt werden: Das Millionärskind soll genauso lange warten müssen wie das Arbeiterkind. In angelsächsischen Ländern gibt es das teilweise. Aber ich habe den Eindruck, dass die Deutschen es nicht mögen, wenn andere Gäste an ihnen vorbeiziehen.

Ihr Maskottchen ist ja die Euro-Maus – eine bewusste Kopie von Disneys Mickymaus?

Nur indirekt. Wir begannen ja als Techniker und hatten zunächst gar nichts in der Richtung. Dann sagte man uns: Ihr müsst was für Kinder machen. Und so kamen wir zu unserem ersten Maskottchen, einer Ratte. Die löste dann zu viele kritische Assoziationen aus, also schwenkten wir auf eine Maus um und waren dabei vielleicht schon ein bisschen aus den USA inspiriert. Wir mussten dann sogar mal bei Disney und ihren Anwälten deswegen antreten, aber die fanden die Differenzen zu ihrer Maus so gross, dass sie uns grünes Licht gaben.

War der Park durchwegs eine Erfolgsgeschichte, oder gabs auch Krisenphasen?

Nein, nie, wir sind jedes Jahr immer weitergewachsen.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Wir haben zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit den richtigen Leuten das richtige Produkt gebaut. Aber wir haben auch von generellen Trends profitiert: Die Arbeitszeit ist zurückgegangen, die Freizeit hat zugenommen, die Grenzen sind weg, das Leben hat sich globalisiert, der Tourismus hat enorm zugelegt, er ist in Deutschland heute so wichtig wie der Maschinenbau.

Sie sind zwar im Pensionsalter. Aber man hat nicht den Eindruck, dass sie daran denken, bald mal aufzuhören ...

(lacht) Aufhören nicht, aber irgendwann mal eine andere Rolle spielen, das schon. Mein Hobby war immer mein Beruf, und das macht ja auch riesig Spass. Wenn man das zu rasch runterfährt, wird man dabei nicht glücklich. Und ich habe nicht vor, im letzten Drittel meines Lebens unglücklich zu sein, nachdem ich so lange Spass hatte.

Golfspielen und zwei Mal pro Jahr die Verwaltungsratssitzung zu präsidieren reicht nicht?

Nein, das reicht nicht. Dafür ist das Unternehmen viel zu spannend – nur schon die Vielseitigkeit! Ich bin ja von Haus aus Maschineningenieur, habe aber hier nicht nur Restaurations- und Hotelprobleme angepackt, sondern mich auch in die Betriebswirtschaft eingearbeitet. Fast alle meine Studienkollegen von damals sassen ihr ganzes Leben lang im Büro an einem Computer, ich bedaure sie unendlich.

Sie haben kürzlich mit Hilfe eines Mediators eine Familiencharta entwickelt, welche die Übergangszeit regeln soll. Mediatoren zieht man normalerweise bei, wenn es Uneinigkeiten gibt.

Ursprünglich wollte ich mich dem auch nicht unterziehen, liess mich dann aber überzeugen, dass wir es mindestens versuchen. Und es war richtig. Ich habe dabei gelernt, die Dinge durch eine andere Brille zu betrachten, und realisiert, dass meine Kinder manches anders sehen als ich. Die Charta ist nun eine gute Grundlage für die Zukunft. Es ist ja auch nicht so leicht, ein Familienunternehmen in der heutigen Zeit am Leben zu halten.

Ich und meine Söhne mussten eingestehen, dass auch die Meinungen der anderen zählen – bei dem Mediations-Prozess sind auch Tränen geflossen.

Sie wurden also dadurch ein wenig zurückgebunden?

Ich und meine Söhne mussten eingestehen, dass auch die Meinungen der anderen zählen. Dabei sind auch Tränen geflossen; es war ein harter Prozess, weil da natürlich Aussagen kommen, die man ungern hört. Viele Väter können nicht loslassen, glauben, sie hätten alles richtig gemacht, und verstehen nicht, wieso der Sohn oder die Tochter es nicht genauso weitermacht. Diese Prozesse haben wir in Rollenspielen herausgearbeitet. Und das war sehr gut und hilfreich, um zu verstehen, dass es auch andere Wege gibt, die Welt zu sehen. Ich habe danach tatsächlich einiges verändert.

Sie haben mal gesagt, wenn Sie nochmals auf die Welt kämen, würden sie Priester oder Pater werden. Religion ist Ihnen wichtig?

Ja, ich bin christlich erzogen worden. Besonders meiner Mutter war Religion immer wichtig. Ich glaube, dadurch sind auch viele der sozialen Elemente im Unternehmen entstanden. Die Familie ist damit gut gefahren. Zum 40-Jahr-Jubiläum machen wir auch einen Gottesdienst im Park, mit einem evangelischen und einem katholischen Pfarrer, die auch sonst bei uns im Einsatz stehen, insbesondere ein offenes Ohr für die Mitarbeiter haben.

Roland Mack hat enge Beziehungen zur Schweiz, auch dank einem Ferienhaus im Wallis.
Roland Mack hat enge Beziehungen zur Schweiz, auch dank einem Ferienhaus im Wallis.

Sie haben ein Ferienhaus im Wallis. Haben Sie überhaupt Zeit, je da hinzufahren?

(lacht) Nein, aber da ist eine Webcam, über die schaue ich mir jeden Morgen an, wie es dort aussieht und wie toll es wäre, jetzt dort zu sein. Im Ernst, zwei-, dreimal pro Jahr sind wir schon dort, und es wird natürlich von der ganzen Familie genutzt. Wir haben überhaupt eine hohe Affinität zur Schweiz, verbringen viel Zeit dort, und ich habe da sogar Verwandte. Meine Frau wäre gerne häufiger mit mir im Ferienhaus. Sie hat zwar all die Jahre immer mitgearbeitet, aber auch darunter gelitten, dass die Wochenenden kaum stattfinden und immer wieder mal ein Familienanlass wegen der Arbeit platzte. Aber wenn ich etwas anfange, dann muss ich es auch richtig machen, das wurde mir irgendwie so in die Wiege gelegt.

Sie leiten einen Freizeitpark. Wie viel Freizeit haben Sie, und was tun Sie dann so?

Im Schnitt mache ich pro Jahr etwa eine Woche Urlaub. Und dann lese ich gerne und will meine Ruhe, weil ich ja sonst jeden Tag mit so viel Menschen zu tun habe. Auch dafür ist das Ferienhaus im Wallis wunderbar. Ich brauche zwar drei Tage, bis ich hinuntergefahren bin. Aber dort ist es so ruhig, da hört man sogar die Grashalme wachsen. Es bietet perfektes Auftanken in der Natur. Dann erst merkt man, wie hoch der Druck ist, der konstant auf einem lastet. Aber das war immer so in unserer Familie: Mein Opa war ein harter Knochen, und mein Vater war es auch.

Aber Freizeitparks besuchen Sie nicht in Ihrer Freizeit, oder?

Zum Leidwesen meiner Frau manchmal schon, wenn einer in der Nähe ist. Aber das ist dann nicht zum Spass, sondern primär geschäftlich.

Bilder: René Ruis

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