19. Dezember 2019

Filmspass für die ganze Familie

An Weihnachten und zwischen den Jahren kommen meist mehrere Generationen zusammen. Aber gibt es auch Filme, die Kindern, Eltern und Grosseltern gleichermassen Spass machen? Wir haben ein paar Streifen getestet.

Mein Leben als Zucchini
«Ma vie de Courgette» («Mein Leben als Zucchini») ist ein überraschend humorvoller Film über einen Jungen, der ins Waisenhaus muss und dort neue Freunde findet.

Mein Leben als Zucchini

Animations-Dramödie aus der Romandie, CH 2016, 70 Minuten

Die Mutter des neunjährigen Icare, von ihr liebevoll Courgette (Zucchini) genannt, stirbt bei einem Unfall. Er landet im Kinderheim, wo er wegen seines seltsamen Namens, auf den er hartnäckig besteht, erst mal verspottet wird. Doch dann freundet er sich mit dem grössten Rabauken der Gruppe an, und als ein neues Mädchen ins Heim kommt, schlägt sein Herz plötzlich höher.

Die Jury ist sehr angetan und vergibt nur gute Noten.
«Ich bin so froh, hat Zucchini am Schluss eine Familie. Der Film ist traurig und schön.» Emilio (9)
«Berührend und lustig zugleich. Ausserdem bemerkenswert, dass sich ein Schweizer Animationsfilm auch mal mit ernsteren Themen auseinandersetzt.» Ralf Kaminski (50)
«Schöner Film, gute Animation. Emotionale Geschichte intelligent dargestellt.» Bernhard Howald (66)
«In diesen Knetfiguren steckt ganz viel Leben: Die Geschichte ist herzzerreissend und schön.» Monica Müller (45)
«Gut und liebevoll gemacht, herzige Figuren, stimmt nachdenklich und manchmal traurig.» Elsbeth Howald (66)
«Der Film ist hübsch gemacht, die Geschichte schön und die Figuren sind herzig. Es geht um Liebe und Freundschaft.» Lisa (11)



«Hasch mich, ich bin der Mörder»
«Jo» («Hasch mich, ich bin der Mörder») ist eine wilde Komödie mit viel Slapstick um eine Leiche, die sich einfach nicht beseitigen lassen will.

Hasch mich, ich bin der Mörder

Kriminalkomödie mit Louis de Funès, F 1971, 85 Minuten

Drehbuchautor Antoine Brisebard hat ein Problem: Er wird erpresst. Als er den vermeintlichen Erpresser aus Versehen erschiesst, verscharrt er die Leiche im Garten, wo ohnehin gerade ein Pavillon gebaut wird. Doch schon bald stellt sich heraus, dass der Tote gar nicht der Erpresser war – nur wer denn dann? Brisebard gerät ins Fadenkreuz der Polizei und will die Leiche nun unbedingt loswerden, derweil Handwerker, Käufer seines Hauses und weitere Besucher für Chaos sorgen.

Die Jury amüsiert sich insgesamt grossartig, besonders auch die beiden Kinder.
«Der Mann muss so viel schwindeln und gerät ständig in komische Situationen, weil er nicht weiss, wen er umgebracht hat. Das ist sehr lustig und sehr spannend.» Lisa (11)
«Es ist unmöglich, vorauszusagen, wie der Film weitergeht. Er ist noch lustiger als spannend. Das Lachen des Hausmädchen ist so ansteckend. Spannend ist er auch, aber noch lustiger als spannend. Mega!» Emilio (9)
«Funès-Klassiker vom Feinsten – wild, überkandidelt und auch heute noch rasend komisch.» Ralf Kaminski (50)
«Er ist zwar lustig, aber das ist mir zu viel Klamauk mit einer zu konstruierten Handlung.» Bernhard Howald (66)
«Ich liebe solche Klamaukfilme. Jedesmal, wenn man denkt, das wars jetzt, eskaliert es nochmals eine Stufe weiter. Und de Funès ist einfach ein einmaliger Schauspieler.» Elsbeth Howald (66)
«Der Film ist wie der Hauptdarsteller: völlig überdreht und doch wahnsinnig lustig.» Monica Müller (45)

«Das schönste Mädchen der Welt»
«Das schönste Mädchen der Welt» ist eine freche Komödie mit Tiefgang und viel Musik.

Das schönste Mädchen der Welt

Teenie-Romanze mit Luna Wedler, D 2018, 103 Minuten

Roxy kommt just zum Start einer Klassenfahrt nach Berlin neu in die Schule und zieht sofort die Aufmerksamkeit diverser Jungs auf sich. Sie freundet sich rasch mit dem netten Aussenseiter Cyril an, schwärmt jedoch für den attraktiven Rick, derweil der fiese Benno alle Register zieht, um sie ins Bett zu kriegen. Der kreative Rapper Cyril glaubt, wegen seiner grossen Nase ohnehin keine Chance bei ihr zu haben, und hilft dem nicht besonders hellen Rick beim Werben um die coole Roxy, obwohl er sie eigentlich lieber selbst erobern würde.

Auch für diesen Film gibt es rundweg gute Noten, obwohl die Sprache nicht immer ganz kindertauglich ist.
«Eine alte Geschichte, wunderbar zeitgemäss erzählt: Schreckliche Teenies, eine abgebrühte Lehrerin und zwei tolle Charaktere, deren Liebesgeschichte einen mitfiebern lässt.» Monica Müller (45)
«Ich will immer noch Rapper werden, aber nicht mit diesen Worten. Zum Glück will Roxy zum Schluss den Netten.» Emilio (9)
«Ich liebe das Setting in Berlin, finde ihn insgesamt auch aktuell und realistisch, mit durchdachter Handlung und passender Musik. Das Happy End war nicht zu süss oder plump.» Bernhard Howald (66)
«Die vielen Fluchwörter im Film haben mir nicht gefallen. Aber das Mädchen Roxy und die spannende Geschichte um sie fand ich super.» Lisa (11)
«Cooles Update einer uralten Story. Unterhaltsam, witzig, gute Message, aber auch ein bisschen vorhersehbar.» Ralf Kaminski (50)
«Mich haben die Rap Battles fasziniert, eine Welt, die mir ganz neu ist. Aber eigentlich ist das Kunst. Dafür brauchts Talent.» Elsbeth Howald (66)

Gesamtbewertung der Filmjury
Die Gesamtbewertung der Filmjury.

Die Lieblingsfilme und -serien der Jury

Emilio (9) aus Zürich: Space Jam, Shaun das Schaf – Ufo-Alarm, Totoro
Lisa (11) aus Pfäffikon ZH: Mary Poppins, Bend it like Beckham
Monica Müller (45), Journalistin aus Zürich: The Wire, Broadchurch, The Crown
Ralf Kaminski (50), Journalist aus Zürich: Game of Thrones, Life of Brian, Six Feet Under
Elsbeth Howald (66), pensionierte Korrektorin aus Seon AG: Les Intouchables, Shawshank Redemption, Komödien mit Jack Lemmon und Walter Matthau
Bernhard Howald (66), pensionierter Verkaufsleiter aus Seon AG: James Bond, Krimiserien, Musikerbiografien wie «Ray»

Mein Nachbar Totoro
In «Totoro» («Mein Nachbar Totoro») zieht eine Familie aus Tokyo in ein Haus auf dem Land. Schon bald entdecken die Kinder, dass im Wald nebenan seltsame Wesen hausen.

Mein Nachbar Totoro

Fantasy-Animationsfilm aus dem Studio Ghibli, J 1988, 86 Minuten

Ein Uniprofessor zieht mit seinen kleinen Töchtern Satsuki und Mei in ein altes Haus auf dem Land, um in der Nähe seiner Frau zu sein, die sich dort in einem Krankenhaus befindet. Die unternehmungslustigen Mädchen entdecken schnell, dass im Haus ein paar kleine Russkobolde ihr Unwesen treiben. Und nicht nur das, im nahegelegenen Wald trifft Mei beim Spielen auf den riesigen, pelzigen Waldgeist Totoro, den nur Kinder sehen können. Als ein Telegramm schlechte Nachrichten aus dem Krankenhaus bringt, ist Mei so verzweifelt, dass sie allein dorthin aufbricht und sich prompt verirrt. Ihre Schwester beschliesst, Totoro um Hilfe zu bitten.

Die Howalds taten sich etwas schwer mit dem Film, ansonsten kam er gut an.
«Der Film ist wundervoll, und man möchte sich am liebsten ins Fell von Totoro kuscheln. Es geht um wahre Freundschaft.» Lisa (11)
«Herzerwärmend und putzig, aber die Geschichte ist mir etwas zu simpel. Studio Ghibli kann mehr.» Ralf Kaminski (50)
«Die Geschichte ist für mich weder herzergreifend noch gefällt mir die Animation.» Bernhard Howald (66)
«Ich habe den Zugang zum Film nicht gefunden. Kinder sind herzig, die Fantasywesen eher unheimlich.» Elsbeth Howald (66)
«Totoro ist eine der zauberhaftesten Filmfiguren: mystisch, knuffig und herzerwärmend.» Monica Müller (45)
«Ich habe Totoro bestimmt schon zehn Mal geschaut und kann nicht genug von ihm bekommen. Er ist ein kuschliger Superheld.» Emilio (9)

«Sie nannten ihn Mücke»
«Bulldozer» («Sie nannten ihn Mücke») ist eine Temporeiche Komödie mit viel Prügeleien um einen ehemaligen Footballspieler, der ein italienisches Laienteam gegen US-Profis führt.

Sie nannten ihn Mücke

Action-Komödie mit Bud Spencer, I/D 1978, 110 Minuten

Der temporär arbeitslose Fischer und frühere American-Football-Profispieler Mücke gerät an der toskanischen Küste in diverse Konflikte mit lokalen Kleinganoven und Soldaten einer US-Militärgarrision. Als die Amerikaner die Italiener zu einem Footballspiel herausfordern, lässt Mücke sich breitschlagen, die Kleinganoven zu trainieren – doch beim grossen Spiel halten die Soldaten sich nicht an die Regeln.

Die Jury ist angetan – aber nicht durchgehend.
«Humorvolle Geschichte, recht gut umgesetzt – ein bisschen viel Schlägereien, aber sonst sehr unterhaltsam.» Bernhard Howald (66)
«Ich bin Bud Spencer dreissig Jahre nicht mehr begegnet. Das Wiedersehen war grandios.» Monica Müller (45)
«Dieser Bud Spencer ist so cool. Mir gefällt, dass er Omletten mit zwanzig Spiegeleiern bestellt und jede Schlägerei gewinnt.» Emilio (9)
«Mücke sieht aus wie der Vater von Pipi Langstrumpf! Mir hat er als Typ genau so gefallen wie die vielen Schlägereien.» Lisa (11)
«Als Kind habe ich Bud-Spencer-Filme geliebt, offensichtlich hat sich mein Sinn für Humor seither stark verändert. Selbst der Nostalgie-Bonus spielt kaum mehr.» Ralf Kaminski (50)
«Gute Geschichte, gute Schauspieler, lustige, witzige Szenen. Für meinen Geschmack zu lange und zu heftige Schlägereien.» Elsbeth Howald (66)

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