26. Juni 2017

Faszination Winnetou

Diesen Sommer treten Winnetou und Old Shatterhand erstmals an Freilichtspielen in der Schweiz auf. Ein Muss-Termin für Karl-May-Fans. Sie verbinden mit den Figuren der legendären Filme mehr als bloss Kindheitserinnerungen: Sie pflegen Sammlungen, treffen Gleichgesinnte, reisen zu den Drehorten oder widmen sich dem Werk wissenschaftlich.

Winnetou und Old Shatterhand
Pierre Brice und Lex Barker in ihren berühmtesten Rollen als Karl Mays Winnetou und Old Shatterhand. (Bild: Keystone)
Lesezeit 10 Minuten

Karl Mays (1842-1912) Romane wurden zwischen 1892 und 1910 publiziert, erste Verfilmungen, damals noch stumm, gab es bereits in den 20er-Jahren. 1962 begann dann mit «Der Schatz im Silbersee» jene legendäre Serie an deutschen Filmen mit Pierre Brice (1929-2015), die noch bis heute im Fernsehen zu sehen sind. In den sieben Jahren bis 1968 entstanden 17 Spielfilme nach Mays Romanen, 11 davon mit Winnetou. Gedreht wurde in der Regel im ehemaligen Jugoslawien, Regie führten meist Harald Reinl (1908-1986) oder Alfred Vohrer (1914-1986), den unverkennbaren Soundtrack lieferte der heute 90-jährige Martin Böttcher .

Der Franzose Brice wurde durch seine Rolle in Deutschland zum Star und zum Idol einer ganzen Generation. Sein Filmtod in «Winnetou III» 1965 führte zu Drohbriefen an die Produzenten, die ihn noch im gleichen Jahr in «Old Surehand» wieder auferstehen liessen.

Nach einer Pause lief dann 1980 die Serie «Mein Freund Winnetou» im Fernsehen, natürlich wieder mit Pierre Brice. Lex Barker (1919-1973), Darsteller des Old Shatterhand, war inzwischen verstorben und wurde durch Siegfried Rauch ersetzt. 1997 übernahm Brice noch einmal seine Paraderolle für «Winnetous Rückkehr», einen TV-Zweiteiler.

Zu Weihnachten 2016 strahlte RTL eine Neuinterpretation des ursprünglichen Winnetou-Dreiteilers aus, mit neuen Darstellern und einer etwas modernisierten Geschichte: «Winnetou – Der Mythos lebt». Die Kritiken waren freundlich, die Einschaltquoten jedoch nicht berauschend, obwohl RTL die Werbetrommel mächtig rührte und bei der Ausstrahlung des ersten Teils erstmals in seiner Geschichte auf Unterbrecherwerbung verzichtete.

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