23. November 2017

Du lieber Himmel! Experten erklären Sterne

Warum haben Sterne eigentlich Zacken? Gab es den Stern von Bethlehem tatsächlich? Und was genau ist eine Sternschnuppe? Sechs Antworten auf sechs Fragen.

Sternenhimmel
Sieht man eine Sternschnuppe, darf man sich etwas wünschen. Aber was ist das überhaupt?
Lesezeit 3 Minuten

In klaren Nächten scheint es unzählige von ihnen zu geben. Wohin das Auge reicht, funkeln sie uns entgegen. Doch was wissen wir eigentlich über die Sterne? Wir haben Experten sechs Fragen zu Sternen gestellt. Sie haben uns spannende Antworten gegeben – wetten, du wusstest vieles noch nicht?

Warum haben Sterne Zacken?

«Die Zacken erscheinen nur in unserem Auge. Betrachten wir einen Stern im dunklen Nachthimmel, sind di ePupillen der Augen weit geöffnet, um möglichst viel Licht hereinzulassen. Dieses Licht bricht sich am Rand der Augenlinse, wo feine Ziliarmuskeln für deren Beugung sorgen. Auf diese Weise wird – wie beim Fokus einer Kamera – die Schärfe des Blicks eingestellt. Diese Ablenkung am Rand ist stark genug, um das eigentlich punktförmige Licht als gezackten Stern darzustellen. Fixiert man einen Stern und dreht dann langsam den Kopf, sieht man, wie sich die Zacken verändern – der Beweis, dass sie erst durch die Abbildung des Auges entstehen.»

Dominic Ramspeck (54), Optikerverband Schweiz

Was haben Sterne mit Weihnachten zu tun?

«Einerseits gibt es den Stern von Bethlehem. Die Weihnachtsgeschichte besagt, dass der Stern mit dem langen Schweif über dem Stall leuchtete, in dem Jesus Christus geboren wurde. Die drei Weisen aus dem Morgenland folgten dem Stern und fanden so zum Jesuskind. Andererseits haben Sterne generell eine religiöse Bedeutung. Sie zeigen dem Menschen, wo er steht, sind für ihn Fix- und Orientierungspunkte. Dieser Aspekt ist auch bei theologischen Fragen wichtig. Zudem feiern wir Weihnachten in der dunkelsten Jahreszeit, weil Jesus das Licht ist, das in die Dunkelheit hineingeboren wurde. Wie ein Stern in der Nacht.»

Adrian Bolzern (38), katholischer Zirkuspfarrer der Schweiz und Kaplan in Aarau

Gibt es Sterne mit Schweif?

«Nein, Sterne können keinen Schweif haben. Für den Stern von Bethlehem gibt es keine einfache Erklärung. Die Erzählung über die Ereignisse wurde wohl nicht immer exakt überliefert. Ein vorbeiziehender Komet wäre während Tagen sichtbar gewesen und hätte einen Orientierungspunkt liefern können, nur deuteten die Menschen damals Kometen als schlechtes Omen. Eine Supernova – einen sterbenden Stern – können wir ausschliessen. Sie wäre während Tagen sehr hell gewesen, aber wir könnten heute noch ihre Überreste nachweisen.»

Ben Moore (51), Professor für Astrophysik an der Uni Zürich und Autor des Kinderbuchs «Gibt es auf der dunklen Seite vom Mond Aliens?»

Es ist nicht bekannt, wie viele Sterne es im Universum gibt.

Was ist eine Sternschnuppe?

«Eine Sternschnuppe ist ein Meteorit, also ein Stein aus dem Weltraum, dessen Durchmesser kleiner als ein Meter ist. Wenn ein Meteorit auf die Erdatmosphäre trifft, beginnt er durch die Reibung mit den Atomen der Atmosphäre zuglühen, dann verbrennt er. Wir sehen dann einen Lichtstreifen am Nachthimmel. Obwohl wir es im Volksmund Sternschnuppe nennen, ist es darum eigentlich eine Steinschnuppe.»

Ben Moore (51), Professor für Astrophysik

Steht unsere Zukunft in den Sternen?

«Seit je versuchen die Menschen in die Zukunft zu blicken. So deuteten schon die Mayas, die Mesopotamier und die Chinesen unabhängig voneinander die Konstellationen von Planeten und Sternen: Sie erfanden die Astrologie. Andere Völker hingegen deuteten die Wolken, Eingeweide von Tieren oder die Träume. Aus vielen wissenschaftlichen Tests geht hervor, dass die Astrologie keine höhere Trefferquote hat als der reine Zufall. Wenn astrologische Berater erfolgreich arbeiten, dann aufgrund ihrer Menschenkenntnis.»

Georg Otto Schmid (51), Religionsexperte und Leiter der Evangelischen Informationsstelle

Wie viele Sterne gibt es?

«Allein in unserer Galaxie gibt es etwa vierhundert Milliarden Sterne. Neben unserer Galaxie gibt es aber im sichtbaren Universum noch eine Billion weitere Galaxien. Und weil wir nur die Sterne im für uns sichtbaren Universum sehen können, wissen wir nicht, wie viele andere Sterne und Galaxien es noch gibt. Wir wissen nicht einmal, ob das Universum überhaupt ein Ende hat.»

Ben Moore (51), Professor für Astrophysik

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