04. April 2018

Experiment Meerrettich

Die Gartenbloggerin bekommt zwei Meerrettich-Stecklinge geschenkt. Und muss erst einmal googeln, was damit zu tun ist.

Meerrettich-Stecklinge
Die geschenkten Meerrettich-Stecklinge vor ihrer Auspflanzung.
Lesezeit 2 Minuten

Dieser Tage blieb eine liebe Arbeitskollegin neben meinem Schreibtisch stehen, raschelte mit einem gut gefüllten Plastiksack und fragte: «Wetsch au es Schtuck?» «Es Schtuck» entpuppte sich als eines von sicher einem Dutzend erdverklebter Wurzelstücke mit etwas Grün dran. «Meerrettich-Stecklinge», erklärte meine liebe Arbeitskollegin auf meinen fragenden Blick hin stolz, «gestern Nachmittag eigenhändig im Schrebergarten ausgebuddelt».

Ehrlich gesagt kenne ich Meerrettich vor allem als bereits geraspelter Inhalt der Gläsli, die wir jeweils aus Österreich mitbringen. Dort nennt er sich Kren und wird als würzende Beilage zu mehr oder weniger allem gegessen, was nicht süss ist.

Kren aus eigenem Anbau? Der Gedanke gefiel, weshalb ich mir gleich zwei Stecklinge schnappte und euphorisch erklärte, diese gleich noch abends in eines meiner Gemüsebeete einbuddeln zu wollen.

Gekommen, um zu bleiben

«Nun ja», meinte daraufhin meine liebe Arbeitskollegin mit leicht süffisantem Lächeln, «vielleicht solltest du vorher aber noch ein bisschen googeln.» Was ich dann auch tat: Und da hiess es unter anderem, dass der Meerrettich zur Familie der Kreuzblütengewächse gehört und seine Wurzel als Gemüse, Gewürz sowie in der Pflanzenheilkunde Verwendung findet. Und dass er mehr oder weniger mit jeder Art von Boden und auch mit Halbschatten zurande kommt. Und dass das Wort «Kren» vom slawischen «krenas» stammt, was «Weinen» bedeutet.

Vor allem stand dort aber auch, dass er, einmal gepflanzt, extrem schwierig wieder loszuwerden sei, da auch das allerallerkleinste Wurzelfitzelchen wieder austreibe. Und auf allerallerkleinste Wurzelfitzelchen, die wieder austreiben, reagiere ich – allergisch! Warum? Ich sage nur: A-C-K-E-R-W-I-N-D-E!

Item. Ich hab mich drum jetzt entschieden, meine beiden Meerrettich-Stecklinge fürs Erste in einer grossen Gelte zu verbuddeln. Ihren definitiven Standplatz in der freien Wildbahn bekommen sie erst, wenn ich mir sicher bin, dass sie dort auch noch in ein paar Jahrzehnten gern gesehen sind.

Für all die, die wissen wollen, wie die Kren-Pflanzerei ganz konkret vor sich geht, habe ich im World Wide Web ein nettes Filmli zum Thema gesucht und gefunden.


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