09. April 2018

Essen im Getümmel

In den 50er-Jahren entdeckte die Schweiz die schnelle Verpflegung. Plötzlich liebten es die Leute, mitten im Menschengetümmel zu essen.

Imbisstheke im Migros-Markt Zug, 1957
Fast Food im Jahr 1957: die Imbisstheke im Migros-Markt Zug (Bild: MGB-Archiv).

Der «Zmittag» oder «Znacht» war einst in vielen Familien eine förmliche Angelegenheit mit klarer Rollenverteilung: Die Mutter kochte und schöpfte das Essen, der Vater dominierte das Gespräch, und gemeinsam überwachten die Eltern die Tischmanieren der Kinder.

Doch in den 50er-Jahren wurde aus den USA eine neue Art des Essens importiert – die rasche Verpflegung für unterwegs. 1952 eröffnete die Migros in ihrer Filiale am Zürcher Limmatplatz eine erste Imbissecke, die sofort sehr beliebt war. Eine Bratwurst vom Grill mit Kartoffelstock gab es dort für einen Franken, einen Kaffee Crème für 30 Rappen.

Das hier gezeigte Foto entstand 1957 im neu eröffneten Migros-Markt Zug: Die Imbisstheke lag dort direkt hinter den Kassen. Hungrige Kunden verpflegten sich mitten im Menschengewühl und im Stehen, liessen es sich aber trotzdem schmecken. Auf dem Bild ist eine Besonderheit der Zuger Filiale leider nicht zu sehen: Eine Mini-Schwebebahn brachte Kuchen und Patisserie aus der Hausbäckerei direkt zur Imbisstheke.

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