28. Februar 2018

Es spriessen die Gartenbücher

Bei der Gartenbloggerin trudeln zurzeit laufend neue Gartenbücher ein. Obs wohl bald Frühling wird?

Gartenbücher
Neues Lesefutter für Gartenfreunde!
Lesezeit 5 Minuten

Während mein Garten grad unter Kälteschock steht, spriessts auf meinem Schreibtisch recht munter: Zurzeit werfen nämlich Buchverlage grad diverse Gartenbücher auf den Markt, von denen ich euch heute gern ein paar vorstelle:

Buchcover «Miniaturgärten - Indoor und Outdoor»

Miniaturgärten - Indoor und Outdoor
Holly Farrell, Haupt

Ich gebs ja zu: Als ich ein erstes Mal im Miniaturgärten-Buch blätterte, war ich etwas irritiert: Was will ich, da ich eigentlich in den Startlöchern wäre, mich in meinen Gartenbeeten auszutoben, mit einem Buch, das mir zeigt, wie ich in einem Konfiglas, einem Terrarium oder einer Teekanne ein Minigärtli beackere? Als ich dann aber im Kapitel 4 auf die Gestaltung eines Teichs in einem kleinen Kübel stiess, der jedem Balkon, jeder Terrasse zur Zierde gereicht, hab ich mein Urteil revidiert.

Autorin Holly Farrell präsentiert auf charmante Art und Weise verschiedene, mit einfachen Mitteln umzusetzende Vorschläge, selbst im kleinsten Gefäss (ich sage nur Kaffeetasse) ein hübsches, fröhliches und vor allem funktionierendes Gärtli zu realisieren. Und das Schöne daran: Unter den vorgestellten Minigärtli - von der Sukkulententerrasse über einen Mond aus Luftpflanzen bis zum Dschungel voller fleischfressender Pflanzen - gibts alles, was des Hobbygärtners Herz erfreut. Wenn draussen noch lange der Frost regiert, werde ich mich doch noch an die Gestaltung eines solchen Minigärtlis machen: Der Weidenwald mit Frühblühern würde sich gut auch auf unserem Esszimmertisch machen.

Buchcover «Garden Girls - 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube»

Garden Girls - 20 Frauen und ihr Traum von der eigenen Laube
Jana Henschel und Ulrike Schat, Callwey

«Garden Girls» - tönt recht despektierlich, das ist mir in den Sinn gekommen, während ich das Buch ausgepackt habe. Die 20 porträtierten «Girls» haben sich dann aber zum Glück als recht taffe und bodenständige Damen erwiesen, denen kein Hobbygärtner so schnell etwas vormacht, und die ihre besten Ideen, Tipps und als Supplement Kochrezepte gern mit den Lesern, den Leserinnen teilen.

Wusstest du zum Beispiel, dass Tomatensetzlinge besonders gut gedeihen, wenn man in das Pflanzloch zerschnittene Brennnesseln und etwas Rasenschnitt gibt? Eben. Vor allem aber sind die 20 gezeigten Lauben sprich Schrebergärten der «Girls» ausnahmslos wahre Hingucker. Inspiration ist also garantiert.

Buchcover «Der gestaltete Naturgarten - Wildromantische Gärten planen und bauen»

Der gestaltete Naturgarten - Wildromantische Gärten planen und bauen
Peter Richard, Haupt

Ich sags gleich zu Beginn: Ich bin ein Groupie. Und zwar von Peter Richard, dem Autor besagten Buchs. Was der Naturgartenplaner und sein Team jeweils an der Giardina, der grössten Gartenmesse der Schweiz, präsentieren, haut mich noch jedes Mal aus den Socken. Und übrigens nicht nur mich: Die gezeigten Naturgärten werden Jahr für Jahr mit Gold ausgezeichnet.

Dann gibts da auch noch seinen Schaugarten in Wängi TG, wo man sich davon überzeugen kann, dass das, was Richard jeweils in den Messehallen in Zürich Oerlikon präsentiert, auch draussen in der wilden Natur funktioniert. Und jetzt also noch dieses Buch: Hätte es mir die nette Dame vom Haupt Verlag nicht zum Rezensieren geschickt, hätte ich es mir gekauft. Garantiert.

Gezeigt und besprochen werden diverse Gartenanlagen, die von Peter Richard geplant und umgesetzt wurden. Einfamilienhausgarten, Hotel- und Ferienhausanlage, Terrasse: Allen ist gleich, dass sie möglichst naturnah gestaltet wurden. Also so, dass neben der räumlichen Gestaltung die Ansiedlung von Pflanzengemeinschaften, die heimisch sind und dadurch den Tieren als Nahrungsgrundlage und Zuhause dienen, ermöglicht wird. Die meisten gezeigten Projekte sind zwar von Grund auf neu gestaltet sprich mit dem grossen Bagger angerichtet, geben aber nichtsdestotrotz gute Ideen, auch schon für bestehende Anlagen. Und träumen kann man ja immer, in meinem Fall (einmal mehr) von einem Naturschwimmteich ...

Buchcover «Selbstversorger Basics» und «Lifehacks Garten»

Selbstversorger Basics - Obst- und Gemüseanbau für Anfänger
Folko Kullmann, Gräfe und Unze GU

Ein bitzeli blufft der Folko Kullmann ja schon, wenn er schreibt, dass die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse überhaupt nicht so schwer und kompliziert sei, wie es sich zunächst einmal anhöre. Dass es nicht so schwer und kompliziert sei, da gebe ich ihm recht. Aber gleich Selbstversorgung? Das ist dann doch etwas sehr hoch gegriffen, richten sich seine Gartentipps nämlich nicht nur an Gartenbesitzer, sondern auch an Balkon- respektive Terrassengärtner.

Item: Das Buch ist so aufgebaut, dass es tatsächlich auch Anfängern die Angst nimmt, sich ans Selberbuddeln zu wagen. Sei das nun auf zwei Quadratmetern eines Hochbeets oder in einem grosszügig bemessenen Schrebergarten. Nach der Vermittlung der Basics gehts nach Jahreszeiten weiter: Was ist wann zu machen und wie mache ich das am einfachsten? Nett finde ich auch die immer wieder unter dem Titel «Clever gemacht» eingestreuten Tipps. So werde ich dieses Jahr in meinem Büro erstmals Erbsen in einer ausrangierten Regenrinne antreiben. Wenn sie dann gross genug sind, ziehe ich draussen im Gemüsebeet einen kleinen Graben, in den ich die angewachsenen Erbsen direkt aus der Regenrinne heraus gleiten lasse. Ich bin gespannt, obs klappt.

Lifehacks Garten - Die besten Kniffe für den Alltag
Folko Kullmann, Gräfe und Unze GU

Vom gleichen Herrn Kullmann wie das Buch oben ist soeben auch ein sogenannntes Lifehacks-Gartenbuch erschienen. Ich bin ja immer sehr interessiert an cleveren Ideen, die ich in meinem Garten umsetzen kann - wie die Idee mit der ausrangierten Regenrinne und den Erbsli, die ich oben bereits erwähnt habe. Darum hab ich mich sehr darüber gefreut, gleich ein ganzen Buch mit solchen Ideen serviert zu bekommen.

Leider hat sich dieses aber als eher enttäuschend entpuppt: Dass man Eierkartons und WC-Papierrollen als Anzuchtschälchen für Pflanzen brauchen kann, ist kalter Kaffee, und dass man Steine und Klüppli mit wasserfestem Filzstift anschreiben und so seine Pflanzen markieren kann, auch. Dass abgeschnittene und umgestülpte Pet-Flaschen als Minitreibhäuser funktionieren oder mit dem Flaschenhals in den Boden gesteckt als Wasserreservoir, auch. Oder dass man mit Brennnesseljauche düngen und von Erdbeeren Ableger nehmen kann ... nun ja. Die Idee hingegen, eine grosse Pet-Flache mit vielen Löchern zu versehen und anschliessend an einem Wasserschlauch zu befestigen und als Rasensprenger zu verwenden, fand ich dann doch so überraschend wie witzig.

Mit Lifehacks ist es halt immer das Gleiche: 99 Prozent kennt man schon. Ob man sich wegen des letzten einen Prozents das Buch gleich kaufen würde? Ich nicht.

Buchcover «Gärtnern fürs Marmeladenglas»


Gärtnern fürs Marmeladenglas
Holly Farrell, Haupt

Das letzte vorgestellte Buch ist eine Art Zwitter oder auch Fortsetzungsroman: Erst führt es den Leser, die Leserin in die Grundkenntnisse des Obst- und Gemüseanbaus ein, wobei der Schwerpunkt auf Beeren-, Obst und Gemüsesorten gelegt wird, die sich besonders fürs Einmachen eignen. Dann wird einem das Einmachen der daraus resultierenden Ernte Punkt für Punkt erklärt und nähergebracht.

Das Ergebnis ist denn auch äusserst gluschtig: Kirschkompott, Lemoncurd, Apfelchutney, Rhabarberketchup (mit Rosmarin als besonderer Clou), Hagenbuttensirup, Meerrettichsauce ... Und das Schöne daran: Die Rezepte sind alle dermassen idiotensicher (Kochen ist nicht wirklich meine Stärke im Gegensatz zum Essen ...), dass es garantiert guet chunnt. Selbst bei mir!

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