05. Juli 2017

Es beginnt!

Brave New Girl muss merken, dass auch an ihr die Zeit nicht unbemerkt vorbeigeht.

Frau
Was soll ich von meinen Falten halten? (Bild: Pixabay)
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Drei Menschen, die ich diesen Sommer gedatet habe, hatten Geheimratsecken. Es ist aber nicht so, dass ich die Vorzüge älterer Männer für mich entdeckt hätte, nein, das waren allesamt Personen zwischen 21 und 30.

Jetzt, da mir das aufgefallen ist, sehe ich in meinem Freundeskreis nur noch blutte Schläfen. Und Falten. Kein Witz. Eine Freundin und ich standen neulich vor dem Spiegel, und plötzlich sagte sie, sie hätte an sich die ersten Lachfalten entdeckt. Ich nahm mein eigenes Gesicht unter die Lupe und entdeckte, dass mein exzessives Augenrollen und Stirnrunzeln über gewisse gesellschaftspolitische Zustände auch bei mir Spuren hinterlassen haben: Da sind zwei feine Linien auf meiner Stirn sesshaft geworden.

Älterwerden ist so ziemlich das Unvermeidbarste und Hundskommunste, was einem Menschen passieren kann. Aber wenn es dann passiert, macht das was mit einem. Bis jetzt bedeutete Älterwerden immer etwas Gutes: länger aufbleiben, länger fernsehen dürfen, Schule fertig, erstes Bier, erster Sex, bestandene Autoprüfung, mehr Gelassenheit.

Jetzt bedeutet es das erste graue Haar, die erste Falte, grausame Kater. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit, ist es noch da? Waren wir früher nicht unerschrockener? Wir hatten doch mal das Gefühl, wir würden die Welt retten. Willkommen in der Quarterlife-Crisis.

Die gute Nachricht: Wir sitzen alle im selben Boot. Grausam verkatert. Aber irre gelassen.

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