20. März 2018

Entdeckungsreise durch die Schokoladenwelt

Lena Hoffmann ist Lernende in der Schokoladenfabrik der Migros. Als auszubildende Lebensmitteltechnologin bei der Chocolat Frey AG gibt es natürlich viel Schokolade zu sehen, aber auch Dinge wie ein Laserbeugungsspektrometer, Brutkästen oder ein Büro voller Konfettis.

Laserbeugungsspektrometer im Labor der Chocolat Frey AG
Ein unverzichtbarer Helfer im Labor der Chocolat Frey AG – das Laserbeugungsspektrometer.

Es gibt kleinere und grössere Lehrbetriebe. Ich habe das Glück, meine Ausbildung bei der Chocolat Frey AG in einem grossen Betrieb zu machen. So kann ich fast jeden Tag etwas Neues lernen. Meine Ausbildung absolviere ich grundsätzlich in der Produktion. Dort, wo die Schokolade hergestellt, verarbeitet, abgefüllt, verziert und abgepackt wird. Unser Betrieb hat aber noch viele andere Abteilungen, wie beispielsweise das Labor, die Logistik, die Entwicklung und so weiter. In meiner Ausbildungszeit geniesse ich den Luxus, in jeder Abteilung für kurze Zeit zu arbeiten – in sogenannten Stagen, also kurzen Praktika.

Labor, Labor, Labor ...

Für meine erste Stage war ich zwei Wochen lang in der Logistik. Gelernt habe ich dort zum Beispiel, wie und wo die Ware ankommt, wie sie geprüft und mit einem internen Strichcode versehen ins System aufgenommen wird. Zudem erhielt ich Einblicke in unsere Spedition, dort wird die fertige Ware auf Lastwagen verladen, in die Migros und die ganze Welt verschickt.

Meine zweite Stage fand im Analytiklabor statt. Dort werden die Produkte der Chocolat Frey geprüft. Von jeder Produktionscharge und von jeder angelieferten Ware zieht man Muster und schickt sie ins Labor zur Überprüfung. Ich lernte verschiedene Prüfmethoden kennen. Einzelne davon werde ich auch an meiner Abschlussprüfung können müssen.

Laser ... was?

Die spannendste Prüfmethode ist für mich die sogenannte Partikelgrössenverteilung (PGV). Dabei wird gemessen, wie gross die grössten und kleinsten Partikel sind, und deren durchschnittliche Verteilung. Dafür löst man zwei Gramm des Musters in Terlitol, das ist ein organisches Lösungsmittel, auf, und gibt es ins Laserbeugungsspektrometer. Dieses schiesst Lichtstrahlen auf die Partikel und kann aus dem davon geworfenen Schatten ausrechnen, wie gross beziehungsweise wie klein die Partikel sind.

Im Labor gibt es noch weitere Abteilungen, zum Beispiel die Mikrobiologie. Auch da durfte ich drei Tage lang reinschauen. In der Mikrobiologie wird sichergestellt, dass keine unerwünschten Mikroorganismen im Produkt vorhanden sind. Die Proben werden in ganz kleinen Mengen mit einer Lösung auf einem spezifischen Nährboden ausgestrichen und kommen dann für einige Tage in einen Brutkasten, in dem die ideale Temperatur herrscht, damit die allfällig vorhandenen Bakterien Kolonien bilden können.

Der Inkubator, oder Brutkasten, mit mehreren Mustern.

In der Auswertung sollen dann natürlich möglichst wenig Kolonien zu finden sein, damit das entsprechende Produkt für die Weiterverarbeitung freigegeben werden kann.

Meine eigene Verpackung

Wichtig ist bei Lebensmitteln auch die Reinheit und Qualität der Verpackung. Aus diesem Grund haben wir auch ein Verpackungslabor, in dem jede angekommene Verpackung vor dem Gebrauch geprüft wird. Auch dort durfte ich kurz reinschauen.

Im Verpackungslabor bekam ich eine ganz spezielle Aufgabe. Ich musste meine eigene Verpackung entwerfen und als Inhalt ein neues Praliné erfinden. Meine selbst erfundenen Pralinés nennen sich «Konftinees». Eine Zusammensetzung aus Konfetti, Konfitüre und Pralinees.

Die Weltpremiere: Meine eigene Pralinéverpackung.

Was die Oberstifte erzählen

Die Pralinen gibt es in Konfettiform gefüllt mit farbiger Konfitüre und verziert mit farbiger Schokolade. Die Verpackung habe ich mit echten Konfettis verziert, was eine echte Herausforderung war. Die Konfettis waren nicht leicht zu zähmen, trotz aller Mühe war ein Büro voller Konfetti nicht zu verhindern.

So sehen sie aus: die Konftinees als Entwurf auf Papier.

Eine der kleineren, aber spannenden Herausforderungen war es, alle notwendigen Informationen auf die Verpackung zu bringen, wie den Strichcode, die Nährwerte, der Preis und so weiter.

Das waren alle meine bisher absolvierten Stagen. Auf mich warten jedoch noch viele weitere. In wenigen Wochen darf ich beispielsweise in den technischen Dienst und in meinem zweiten Lehrjahr dann irgendwann in die Entwicklung – Darauf freue ich mich besonders, denn so, wie es mir meine Oberstiften erzählen, soll es auch da echt spannend sein.

Benutzer-Kommentare

Verwandte Artikel

Juri Fischer mit Kamera

Mein Schweine-Referat

Lena Hoffmann mit ihren besten Schulkolleginnen

Mein Jahresrückblick im Sommer

Bildmontage: Frau auf Flugzeug sitzend

Zu Besuch bei den Bildmenschen

Juri Fischer

Guten Zeiten, schlechte Zeiten