18. September 2017

So kam der Einkaufskorb in Fahrt

Zu jeder Migros-Filiale gehört heute eine Flotte aus Einkaufswägeli. Gottlieb Duttweiler holte die Idee des amerikanischen «shopping cart» 1959 in die Schweiz.

Einkaufsszene im Jahr 1963: In der Migros gabs damals neben den regulären Einkaufswagen auch bereits Minimodelle für Kinder (Quelle: MGB-Archiv).
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Das Minivehikel ist im Supermarkt ein treuer Begleiter: Auf Hartgummirollen bewegt es sich lautlos durch den Laden. Der robuste Draht- oder Kunststoffkorb schluckt auch grössere Warenmengen, und bei den XXL-Modellen ist sogar ein doppelter Kindersitz eingebaut. Das Einkaufswägeli gehört zu unserem Alltag – in Filialen und manchmal auch auf Abwegen in der Stadt.

Doch wie hat der rollende Warenkorb seinen Weg in die Schweiz gefunden? Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler importierte die Idee des «shopping cart» aus den USA: 1959 liess er in einer Filiale in Zürich Höngg die ersten Einkaufswägeli testen. Sie waren noch viel kleiner als heute, und ihr Drahtkorb war nicht verchromt.

Das Wägeli war die logische Konsequenz des Nachkriegsbooms: Die Kunden konnten sich mehr leisten, die Ladenflächen und Sortimente wuchsen. Irgendwann wurde es unpraktisch, die immer umfangreicheren Einkäufe durch den Laden zu tragen; also bekam der Einkaufskorb ein Fahrgestell.

Heute gibt es Migros-Wägeli in vielen Varianten – vom Minimodell für Kinder bis zum Wagen für den Grosseinkauf. Die absolute XXL-Variante war vor 15 Jahren an der Landesausstellung «Expo 02» im Einsatz: Auf der Bahn «Strangers in Paradise» konnten jeweils zwei Erwachsene in einem Migros-Einkaufswagen losrollen, der etwa so gross wie ein Smart war.

Publikumsmagnet an der Landesausstellung Expo 02: Besucher konnten in überdimensionalen Migros-Einkaufswagen durchstarten. Quelle: Youtube.

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