20. November 2017

Eine Wunschliste für Generation Y

Weihnachten ist ja bald, und darum habe ich mir überlegt, was ich mir für meine Generation wünsche. Ich hoffe, das passt euch, liebe Gen-Y. Und sonst: Tell me your wishes!

Frau steht voller Zuversicht vor einem Riesenrad
Ein Leben voller Farbe, mit mehr Höhen als Tiefen und echten analogen Begegnungen - das wären gute Aussichten für die Generation Y. (Bild: Andre Mendonca via unsplash.com)
Lesezeit 3 Minuten

Ich erinnere mich gut an die Zeit, als die Spielzeugkataloge in der Post lagen und ich mit einem dicken Filzstift Seite um Seite durchblätterte und die Objekte meiner Begierde umkreiste (keine Barbies, viel Lego und alles von Crayola und Polly Pocket). Praktischerweise gab es auf der letzten Seite bereits eine Vorlage für die Wunschliste, die ich fein säuberlich ausfüllte. Wenn dann an Weihnachten viel weniger – oder ganz andere – Geschenke unter dem Baum lagen, war diese Wunschliste längst wieder vergessen, und ich freute mich trotzdem über die anderen Geschenke.

Weil ich ein totaler Weihnachtsfreak bin, habe ich jetzt schon mal provisorisch eine Wunschliste erstellt. Diesmal sind die Geschenke aber nicht ganz so eigennützig. Zumindest nicht alle.

Ich wünsche mir nämlich ein paar Dinge für meine ganze Generation. Die einerseits unglaublich privilegiert ist. Aber andererseits auch Steine aus dem Weg räumen muss, die eigentlich nicht nötig wären. Ich weiss, einige davon legen wir uns selbst in den Weg.

Also let’s do this: Ich wünsche uns ...

  • … mehr Commitment. Dass ein Date ein Date ist und nicht im letzten Moment ohne saugute Ausrede gecancelt werden kann – egal mit wem.
  • … mehr Selbstvertrauen. Dass wir herausfinden, wer wir sind, ohne uns von unnützen Influencern auf Instagram die Birne verdudeln zu lassen. Es ist so unglaublich okay dünn/dick/gross/klein/schwarz/weiss/braun/homo/hetero/bi/quer/trans/und alles andere zu sein. Just be!
  • … mehr Vergünstigungen für Studis UND Praktikanten. Zum Beispiel Studi-GAs der SBB oder günstigere Museumseintritte. Und: Diese Angebote sollten allen Studenten und Praktikanten zur Verfügung stehen und egal, wie alt die sind – denn beide haben eigentlich nie Geld.
  • … bessere Förderung junger Talente. Nämlich auch solcher, die vielleicht schon 35 sind, aber sich in ein neues Terrain gewagt haben. Immerhin ist 40 das neue 30. Fertig also mit U30-Fördergeldern.
  • … das Ende des Sexismus. Dass auch der hinterletzte Ungläubige kapiert, was Gleichstellung heisst und dass darüber gesprochen wird - auch unter Männern!
  • … mehr Anerkennung im Beruf. Auch wenn uns die Erfahrung vielleicht fehlt, bringen wir einen riesigen Topf an Ideen mit, die sich die Firmen-Dinos mal ansehen sollten.
  • … weniger Schubladisierung. Ja, wir sind oft am Handy, haben unrealistische Vorstellungen und machen Yoga. Aber daneben auch noch 1000 andere Dinge, die eine Schublade zum Platzen bringen würde.
  • … weniger Stress und Druck in der Arbeitswelt. Ich wünsche uns, dass Unternehmen merken, wie toll flexible Arbeitswelten sind und dass man nicht acht Stunden lang super produktiv sein kann. Schaut mal hier.
  • … keinen dritten Weltkrieg. Also liebe Trumps, Erdogans und Jong-Uns – die Welt dreht sich imfall nicht nur um euch, geht nach Hause Haare kämmen.
  • … mehr Fröhlichkeit (trotz Trump und Co.). Wie bekommen wir die? Mit Glitzer zum Beispiel.
  • … mehr analog und weniger Digital (und das schreibe ich nicht nur, weil ich heute wegen des Handys in ein Schild gelaufen bin, und jetzt mit einer Beule rumlaufe). Trotzdem: ich wünsche uns auch Handybildschirme, die nicht kaputtgehen.
  • … mehr Netflix-Serien. Aber bitte, Netflix, veröffentlicht nur eine Folge pro Woche! Das ist zwar hart, aber mal ehrlich – Binge-Watching macht einfach langfristig nicht glücklich und hält uns von wichtigeren Dingen ab.
  • … mehr gesunden Menschenverstand. Dass wir nicht sofort zum Handy greifen und Google um Hilfe bitten, sondern zuerst ein paar Sekunden selbst überlegen.
  • … weniger Materialismus Das Leben macht auch mit weniger Shopping Spass, das musste (durfte) ich auch merken. Mit der freien Zeit und dem freien Platz im Kopf könnten wir uns wieder mehr mit der Familie und mit Freunden auseinandersetzen.

In diesem Sinne: happy early Merry X-Mas!

Benutzer-Kommentare

Verwandte Artikel

Bänz Friedli

Leck mich

Bänz Friedli

Das kleine blaue Shirt

Bänz Friedli

«Husröiki» bei den Stüssis

Bänz Friedli

Kleine Ewigkeiten