26. Oktober 2017

Eine Woche im Grünen

Anfang Oktober nahmen 24 Kinder am Herbstlager des WWF im Glarnerland teil, unterstützt von der Migros. Dabei lernten sie den Wald und seine Bewohner kennen und mussten ein Rätsel um einen Drachenschatz lösen.

Während des Lagers wurden die Kinder auf spielerische Weise für die Natur sensibilisert.

Hier irgendwo tief im Glarnerland muss er sein, der kostbare Drachenschatz. Vor Hunderten von Jahren wurde er der Legende der Lagerleiter nach von einem bösen Drachen gestohlen und versteckt. Nun sollen ihn die 24 Buben und Mädchen des WWF-Lagers finden.

Morgens um neun Uhr machen sich die Kinder deshalb bereit, um tief in den Glarner Bergen nach Hinweisen zum Schatz zu suchen. Es ist ein kühler und regnerischer Herbstmorgen, als die Lagerteilnehmer zusammen mit ihren Leiterinnen und Leitern zu einer zweistündigen Wanderung oberhalb von Linthal aufbrechen. Doch die Laune der Kinder kann das Wetter nicht trüben. Schliesslich wartet auf sie am Mittag ein gemütliches Lagerfeuer.

Damit sie jedoch den Cervelat, den Maiskolben und das Schlangenbrot am Feuer grillieren können, müssen sie zuerst einen Stecken finden. Über den Wald haben die Kindern schon einiges gelernt, denn das Motto ihres Lagers lautet «Im geheimnisvollen Herbstwald». «Ich bin ein Stadtkind. Ich find es so cool, dass wir den ganzen Tag im Wald sein können. Hier in Glarus hat es viel mehr Bäume als Häuser. Das gefällt mir», sagt die 10-jährige Seraphine.

Den Kindern den Lebensraum Wald und seine Bewohner näherzubringen, das sei das Ziel des diesjährigen Lagers, sagt Lagerleiter Tobias Boss (33) aus Winterthur. «Wir möchten ihnen auf spielerische Weise positive Erlebnisse in der Natur verschaffen, ohne dabei allzu schulisch zu sein», sagt Boss. So haben die Kinder beispielsweise im Wald Fotofallen aufgestellt, die hoffentlich den einen oder anderen Waldbewohner erwischen werden. Oder gelernt, welche Spuren die Tiere auf dem Boden hinterlassen.

Lagerleiter Tobias Boss

Wie mystisch ein Wald im Herbst sein kann, zeigt sich am Ziel der Wanderung. Der Nebel hat sich weiter unten wie ein Schleier um die Bäume gelegt. Die Kinder haben am Fuss des schneebedeckten Bergs ein Feuer entfacht und halten ihre Cervelats und Maiskolben in die Flammen. So gestärkt, kann das Drachen-Abenteuer weitergehen. Sie werden den Schatz finden, davon sind die Kinder überzeugt. Durchhaltewillen haben sie auf der Wanderung bereits bewiesen

«Ich habe mehrere Stecken gesammelt. Auf die schnitze ich gerne mit meinem Sackmesser Muster rein. Ich durfte das Sackmesser meines Vaters ausleihen. Auf meinen Geburtstag wünsche ich mir aber von meinem Gotti ein eigenes Sackmesser, das hoffentlich viele Funktionen hat.» Seline, 11 Jahre
«Ich mag Bäume sehr. Mein Lieblingsbaum ist die Eiche, weil sie so tolle Blätter hat. Es wäre schön, wenn es in der Stadt, wo ich wohne, noch mehr Bäume hätte. Denn sie säubern ja die Luft und könnten mit ihren Blättern die Abgase der vielen Autos rausfiltern.» Seraphine, 10 Jahre
«Das Kochen macht mir am meisten Spass. Wir haben einen Dracheneintopf gekocht. Aber das Grillieren der Würste am Feuer finde ich auch schön. Fleisch gibt es im Lager nur selten. Wir kochen viel Gemüse. Dabei habe ich gelernt, dass man Bio-Gemüse kaufen sollte.» Maxime, 9 Jahre
«Dass wir so viel draussen sind, finde ich toll. Ich wandere auch viel zu Hause. Mit meinem Gotti gehe ich oft in die Berge im Kanton Bern. Dabei spielt es mir nicht so eine Rolle, ob es regnet. Man kann sich ja gut anziehen. Auch hier in Glarus gefallen mir die Berge sehr.» Brian, 11 Jahre

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