02. August 2017

Eine Städtereise nach Split: unbedingt hin!

Seit rund 15 Jahren boomt Split. Die kroatische Hafenstadt ist die einzige der Welt, die aus einem Palast hervorgegangen ist. Wir zeigen die schönsten Ecken.

Der Hafen von Split
Split, die zweitgrösste Stadt von Kroatien, boomt seit Jahren - kein Wunder!
Lesezeit 3 Minuten

Split, mit rund 180 000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt Kroatiens, verdankt ihre Existenz Gaius Aurelius Valerius Diocletianus, der 243 nach Christus in der damaligen römischen Provinz Dalmatien geboren wurde. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts liess sich dieser bedeutende römische Kaiser, der Rom nie sah, einen gewaltigen Palast als Alterswohnsitz errichten, dessen Bau zehn Jahre dauerte. Vereinfacht und verkürzt gesagt: Aus der heute als Diokletianpalast bekannten Attraktion (Bild unten) ist Split geboren, weil auch nach dem Untergang des Römischen Reichs Menschen Zuflucht hinter den gegen drei Meter dicken Mauern suchten. Diesen antiken Baukomplex muss man einfach gesehen haben, obwohl sich hier inzwischen Hunderte von Kreuzfahrtpassagieren durch die historischen Mauern drängen. Es lohnt sich, die Sehenswürdigkeit geführt zu besuchen, um die Ausmasse und die Geschichte dieses einstigen Palastes zu verstehen. Heute steht an dieser Stelle der Dom von Split, der im katholischen Kroatien eine wichtige Stellung einnimmt und das Stadtbild von Split prägt.

Der Diokletianpalast befindet sich hinter der mit Palmen gesäumten Stadtpromenade Riva (Bild unten), wo auch die Einheimischen gerne dem Meer entlang spazieren. Seit 1979 ist diese breite Flaniermeile verkehrsfrei. Der französische Feldmarschall Marmont hat die Promenade 1803 angelegt - Split wurde von Napoleon erobert. Was hier auffällt, gilt für Split insgesamt: Die Hafenstadt präsentiert sich sehr sauber und gepflegt, und dies nicht erst seit 2013, dem Beitrittsjahr Kroatiens in die Europäische Union.

Mehr noch: Split boomt mit neuen Läden, Restaurants und Hotels. Nur zwei Beispiele: Erst im Mai 2017 wurde Uje Deli an der Zadarska 13 in der Nähe des Fischmarkts eröffnet. Das Delikatessengeschäft bietet regionalen Käse, Wurstwaren, Olivenöl und kroatische Weine an. Und im Herzen des römischen Palastes wartet das Restaurant O'zlata auf Kunden. Unbedingt besuchen sollte man auch den Obst- und Gemüsemarkt, der schlicht als «Pazar» bekannt ist und täglich von 7 bis 14 Uhr geöffnet hat. Zwischendurch sollte man sich ein Eis in der Gelateria Pumparela (Poljana kraljice Jelene 2) kaufen. Hier gibt es die beste Glace der Stadt! Was für ein Wandel: Zur Zeit Jugoslawiens war Split eine wenig attraktive Transitstadt, heute ist sie auch als Drehort von «Game of Thrones» bekannt.

Richtig überzeugt hat das Restaurant Apetit, das sich ebenfalls in der Altstadt - oberhalb eines Supermarkts - befindet (Bild unten). Unbedingt eine Flasche der einheimischen Traubensorte Pošip von der Insel Korčula bestellen. Der dalmatische Weisswein passt hervorragend zu den Fischgerichten. Und wenn wir schon bei den Tipps sind: Ich habe im neuen Vier-Sterne-Hotel Cornaro übernachtet. Es ist zentral und ruhig am Rand der Altstadt gelegen, gut zehn Fussminuten entfernt vom Restaurant Apetit. Das Frühstücksbuffet hat Fünf-Sterne-Niveau. Die Zimmer sind schön eingerichtet. Die Altstadt ist seit 1979 und wegen des Palasts Unesco-Weltkulturerbe. Sie breitete sich genau genommen auf der ersten Etage des Palastes aus. Dieser hatte fliessendes Quellwasser, das noch heute über einen Aquädukt in die Altstadt transportiert wird.

Ein Spaziergang zur westlichen Seite von Split zeigt ein anderes Gesicht der Stadt: Auf der hügeligen Halbinsel Marjan wirkt die Stadt fast schon dörflich, die Touristen werden selten. Der Hausberg ist knapp 200 Meter hoch. Wer den schweisstreibenden Weg hochgeht, wird mit einer schönen Aussicht entschädigt (Bild unten). Dort oben befindet sich auch ein alter jüdischer Friedhof. Auf dem Weg dorthin bietet sich zur Einkehr die Taverne Varos an, die mit ehrlicher, traditioneller Küche überzeugt. Das Lokal ist nicht trendig, aber bei Einheimischen beliebt. Im Gegensatz zu Dubrovnik sind die Preise in Split übrigens durchwegs fair und teils deutlich tiefer als in der Schweiz. Obwohl Mitglied der EU, bezahlt man in Kroatien mit Kuna. Für einen Franken erhält man rund 6,5 Kuna.

Es lohnt sich, Split (Direktflüge mit Edelweiss ab Zürich) im Mai oder im September zu besuchen. Dann hat es weniger Touristen, die Temperatur ist angenehmer, die Preise sind tendenziell tiefer. Juli/August gilt als absolute Hochsaison, weil dann viele von der Universitätsstadt aus mit den Fähren der Jadrolinija die Inselwelt entdecken, etwa Hvar, das Ibiza oder St-Tropez Kroatiens, wo es dem Partyvolk besonders gefällt. Aber Badeferien kann man auch in Split verbringen, etwa am Bačvice, wie der Stadtsandstrand heisst - oder einfach den Abend am Hafen und in seiner Nähe (Bild unten) geniessen. Dieser war schon während des Römischen Reichs privilegiert gelegen. Nicht nur deswegen sollte man für Split mindestens zwei bis drei Nächte einplanen.

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