05. März 2018

Ein Plädoyer für das Lesen ...

... das sich auch die Autorin zu Herzen nehmen sollte.

Eine Frau liest ein Buch
Tee, Lounge-Wear und ein gutes Buch: eigentlich gibts doch nicht viel Schöneres, oder? (Bild: Emily Marie via unsplash.com)
Lesezeit 2 Minuten

Als ich noch an der Uni war, sehnte ich mich danach, unterhaltende Bücher zu lesen. Damals war ich ständig damit beschäftigt, Theoriewälzer und schlecht kopierte Reader-Texte zu bekämpfen. Für andere Literatur hatte ich weder Zeit noch Lust.

Das ist jetzt anders. Heute ist die Arbeit meist getan, wenn ich aus dem Büro laufe. Zu Hause habe ich also echte Freizeit. Die Lust auf Bücher ist wieder da, und manifestiert sich in einem wachsenden Stapel auf meinem Nachttischchen. Ich habe mir sogar vorgenommen, ein paar Klassiker zu lesen, also stehen «Der Vorleser», «Lolita» und «Moby Dick» auf dem Programm.

Obwohl also die Zeit und die Lust vorhanden wären, lese ich nur wenige Stunden. Denn ich ertappe mich immer wieder dabei, dem Lesen dann doch etwas anderes vorzuziehen (wem geht es auch so? Unten könnt ihr kommentieren).

Zum Beispiel im Zug: Das Buch lege ich bereits auf das Tischchen, löse dann aber doch lieber die Rätsel in der Gratiszeitung (à la: zuerst die Rätsel, dann das Vergnügen). Meist reicht es dann nur noch für ein paar Seiten, ehe ich wieder aussteigen muss.

Oder zu Hause: Dort geistert mir permanent Netflix im Kopf herum. Das Argument, TV mache dumm, gilt ja schon lange nicht mehr, mindestens seit die Serien dank ihrer Beliebtheit auch extrem an Qualität zugelegt haben und echten Lerncharakter aufweisen. Oder wusstest du, dass die Queen in England bereits mit 25 Jahren Königin wurde? (Danke «The Crown» für diese und unzählige weitere spannende Infos). Aber:

Warum ist es so viel angenehmer, mich von einer Serie berieseln zu lassen, als eine packende Geschichte zu lesen? Ist Lesen wirklich so viel anstrengender?

Um wieder zur Uni zurückzukommen: Ja, Lesen ist anstrengender als TV-Schauen, denn vor dem TV konsumieren wir passiv, beim Lesen ist es ein aktiver Konsum (das habe ich in meinem Kommunikations-Studium gelernt).

Trotzdem möchte ich etwas ändern und nicht ständig irgendwelche Ersatzhandlungen tätigen, anstatt zu lesen. Eine Freundin sagt, ich solle mir bewusst Lesezeit einplanen und am besten auch einen Leseort definieren. Das helfe ihr. Eine andere sagt, sie nehme sich jeweils eine bestimmte Anzahl Seiten vor. Sie sagt sich etwa: «Heute lese ich 100 Seiten».

Beides will ich ausprobieren und hoffe, dass dadurch mein Bücherstapel rasch schrumpft und für neue Bücher Platz macht.

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