05. Oktober 2017

Ein Pieks für den Wüstenfuchs

In das neue Savannenhaus des Walter Zoos zieht neben 20 anderen Tierarten auch ein Wüstenfuchs ein. Da er Besuch von wilden Füchsen und damit die Staupe bekommen könnte, wird er vorsorglich geimpft.

Wüstenfuchs Fennek
Haarige Füsse und grosse Ohren sind typische Merkmale des Wüstentiers Fennek (Bild: Walter Zoo).

Der Wüstenfuchs, auch Fennek genannt, zieht in unser neues Savannenhaus ein. Der kleinste aller Wildhunde lebt in Nordafrikas Sandwüsten und ist bestens daran angepasst. Zum Beispiel hat er an den Zehen viele Haare, die bis über die Pfotenballen reichen und diese vor der Hitze des Sandes schützen. Und mit den Ohren kann er die starken Temperaturschwankungen der ­Wüste aus­gleichen. Das ist lebenswichtig, denn Schweissdrüsen hat der Fennek – wie alle Hunde – nur an den Pfoten. Dank der grossen Ohren hört der Wüstenfuchs auch, was sich im Sand tut. So kann er Insekten auf­spüren: Sie sind neben kleinen Säugetieren und Pflanzen Nahrung für den Allesfresser.

Wüstenfuchs oder Fennek in Transportbox
Der Neuzugang aus Holland (Bild: Walter Zoo).

Fennek lässt sich untersuchen

Unser Fennek kommt aus dem Zoo in Amsterdam und wird bei seiner Ankunft wie alle anderen Neuankömmlinge gründlich untersucht. Ich locke ihn mit Futter an, untersuche ihn und impfe ihn gegen Hundekrankheiten wie Staupe. Diese Viruserkrankung ist hochansteckend, tödlich und bei Füchsen in der Schweiz ziemlich verbreitet. Und genau das kann auch unseren Wüstenfuchs gefährden. Im Zoo kann der Fennek nämlich vom Savannenhaus durch einen Tunnel in eine Aussenanlage gelangen. Wenn erkrankte wilde Füchse am Gehege des Fenneks entlangstreifen, könnten sie unser Tier anstecken.

Die Impfung verläuft problemlos. Als Nächstes ist der Einzug eines Fennek-Weibchens ins Savannenhaus geplant. Wenn alles klappt, gibt es im Frühling junge Wüstenfüchse im Walter Zoo. Ich bin gespannt. 

Karin Federer (31) ist Tierärztin und berichtet regelmässig aus dem Walter Zoo in Gossau SG.

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