28. November 2017

Eier tütschen

Nachdem sie all ihre Herbstblätter eingefangen hat, verlegt die Gartenbloggerin die Jagd auf – Schneckeneier.

Hühner im Garten
«Chumm, putputput»: Die vier Hühner der Gartenbloggerin sind wahre Schneckeneier-Tütscherinnen!
Lesezeit 2 Minuten

Bekanntlich sind der Hobbygärtner grösster Feind die Füdlibluttschnecken (obwohl sie sich heuer in meinem Garten recht friedfertig gezeigt haben, dies aber nur als Nebenbemerkung). Entsprechend sinnvoll ist es denn auch, alles zu unternehmen, dass der Start in die neue Gartensaison möglichst «schleimerfrei» erfolgt. Und dazu ist jetzt die letzte Chance:

Sinken nämlich die Temperaturen längerfristig gegen Null, sucht sich ein Grossteil der Nacktschnecken ein nettes Plätzchen, um dort den nächsten Frühling abzuwarten. Das können Erdspalten und Totholzritzen sein, aber auch Zwischenräume unter Regentonnen, Pflanzgefässen, losen Steinen, Laub- und Mulchschichten oder – jetzt wirds perfide! – im Kompost, von wo der Hobbygärtner sie dann im nächsten Jahr mit dem garen Kompost fröhlich in seine Gemüsebeete spediert (damit sie nicht erfrieren, erhöhen Nacktschnecken übrigens jeweils die Salzkonzentration in ihrem Blut, was in etwa so funktioniert wie der Frostschutz beim Auto, dies aber nur als Nebenbemerkung).

Für andere Schnecken wiederum schlägt im Spätherbst das letzte Stündchen. Bevor es aber in den Schneckenhimmel geht, legen sie noch einen Haufen Eier. Wobei wir hier von einem wahrlich grossen Haufen sprechen: Ein Schleimer allein, Zwitter dazu, bringt es auf bis zu 400 Eier! Aus diesen stecknadelkopfkleinen, milchig weissen Kügelchen schlüpft dann im Frühjahr die nächste Füdlibluttschnecken-Generation – und der Spass (und das Gejammer der Hobbygärtner) geht von vorne los.

Drum empfehle ich, bevor der Schnee alles zudeckt:

• besonders «gefährdete» Stellen (siehe oben) im Garten nochmals rasch auf allfällige Untermieter abzuklopfen;
• Mulchschichten, die den Sommer über gute Dienste auf den Beeten geleistet haben, in Gärten mit hohem Schneckenaufkommen zu entfernen;
• Holzplanken, die im Gemüsebeet als Weg dienen, umzudrehen respektive an einem trockenen Ort zwischenzulagern;
• jetzt noch ausgebrachten Kompost auf Schnecken respektive deren Eier zu kontrollieren respektive ihn so dünn zu verteilen, dass allfällige Untermieter erfrieren.

Bis wir uns Hühner zugelegt haben, haben mein Sohnemann und ich uns übrigens jeweils den Spass gemacht, die Schneckeneier von Hand zu «tütschen», wie Sohnemann das Zerdrücken mit den Fingern damals nannte. Ziemlich «wääh», ich weiss, und auch nicht gerade effizient. Aber wenn Kinder schon mal im Garten mithelfen wollen, dann wird halt getütscht.

Heute übernehmen unsere vier Hüehntschis das Eier tütschen: Eine Holzplanke gekehrt, laut «chumm, putputput» gerufen, und schon ist ein Grossteil der Schneckengeneration 2018 Geschichte. Amen.

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