02. Dezember 2013

Dörfer in Extremis

Das Grösste, Älteste oder Höchstgelegene: Die Rekord-Dörfer in der Schweiz - kennen auch Sie eines?

Rivaz ist das kleinstflächige Dorf in der Schweiz
Rivaz ist das kleinstflächige Dorf in der Schweiz (Bild: Keystone).

Es werden immer weniger: Innert zweieinhalb Jahren verschwanden in der Schweiz über 200 Gemeinden von der Bildfläche. Zahlreiche Fusionen von Dörfern liessen die Gesamtzahl auf aktuell 2396 Gemeinden fallen – Tendenz weiter sinkend. Per 1. Januar 2014 schliessen sich weitere Dörfer zusammen. Aus 60 werden 16.

Glarus Süd ist die Gemeinde mit der grössten Fläche in der Schweiz
Glarus Süd ist die Gemeinde mit der grössten Fläche in der Schweiz. (Bild: Swiss-image.ch)

Wenn viele kleine Dörfer zu einem grossen werden, hat das oft nicht nur eine emotionale Komponente, sondern auch eine statistische. So ist seit Anfang 2011 nicht mehr die Walliser Gemeinde Bagnes flächenmässig am grössten, sondern Glarus Süd mit 430 Quadratkilometern. Zum Vergleich: Das ist grösser, als Zürich-, Neuenburger- und Vierwaldstättersee zusammen. Demgegenüber stehen Rivaz, ein Örtchen mit knapp 350 Einwohnern im Waadtland, und das aargauische Kaiserstuhl (ca. 400 Einwohner), die je nur 32 Hektaren belegen – weniger als mancher Landwirtschaftsbetrieb.

Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern der Schweiz: Corippo
Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern der Schweiz: Corippo. (Bild: Swiss-image.ch)

In Quadratmetern pro Kopf gerechnet müssen sich die Menschen in Rivaz und Kaiserstuhl mit weniger Platz begnügen als die Einwohner des kleinsten Dorfs der Schweiz: Zumdorf im Kanton Uri gehört zur Gemeinde Hospental und wird ganzjährig von vier Menschen bewohnt. Nur geringfügig grösser, und damit kleinste Schweizer Gemeinde, ist Corippo im Tessin. 12 Einwohner, acht Männer und vier Frauen, zählt das Örtchen im Verzascatal.

Köniz ist die einwohnerstärkste Gemeinde der Schweiz
Köniz ist die einwohnerstärkste Gemeinde der Schweiz. (Bild: Swiss-image.ch)

Welches dagegen das grösste Dorf der Schweiz ist, hängt ganz von der Zählweise ab. Offiziell gilt eine Gemeinde mit mehr als 10'000 Einwohnern als Stadt. Allerdings gibt es Orte, welche dieses Recht ablehnen. Dazu gehört die Gemeinde Köniz, die aus insgesamt 22 Ortschaften besteht, und insgesamt knapp 40'000 Bewohner zählt. Das grösste Dorf der Schweiz dürfte Wettingen im Kanton Aargau sein: Die Bürger lehnten im Mai 2009 in einem Volksentscheid ab, fortan Stadt genannt zu werden – trotz über 20'000 Einwohnern.

Die höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz heisst Juf
Die höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung der Schweiz heisst Juf. (Bild: Swiss-image.ch)

Es gibt auch Rekorde unabhängig von Grösse und Einwohnerzahl: Zwischen der tiefst- und höchstgelegenen Gemeinde liegen nur 133 Autokilometer, aber stolze 1930 Höhenmeter. Der niedrigste Ort der Schweiz ist Ascona mit 196 Metern über Meer – am weitesten oben, auf 2126 m.ü.M, trohnt Juf, das zur Bündner Gemeinde Avers gehört. Es liegt über der Baumgrenze und gilt als höchstgelegene, ganzjährig bewohnte Siedlung von ganz Europa.

Ältester Dorfkern in Holzbauweise steht in Mühlebach
Ältester Dorfkern in Holzbauweise steht in Mühlebach. (Bild: Swiss-image.ch)

Der älteste, noch erhaltene Dorfkern in Holzbauweise der Schweiz steht im Wallis, genauer im Weiler Mühlebach eingangs Goms. Neun Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert, acht aus dem 16. und sechs aus dem 17. und 18. sind noch erhalten – unter anderem das Geburtshaus von Kardinal Matthäus Schiner, der einer der Befehlshaber bei der berühmten Schlacht bei Marignano war. Die jüngste Gemeinde entstand – wie könnte es anders sein – aus einer Fusion. Die ganz in der Nähe von Locarno liegenden Dörfer Cavigliano, Tegna und Verscio schlossen sich am 14. April 2013 zu Terre di Pedemonte zusammen.

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