10. Januar 2018

Dir piepts wohl!

(Vögel)Füttern oder nicht füttern – das ist die Frage. Die Gartenbloggerin hat sich schlaugemacht.

Vogelfutterstelle in Eulenform
Hübsch, gell! Das findet übrigens nicht nur die stolze Bastlermutter, sondern auch unsere Meisen.
Lesezeit 2 Minuten

Diese Weihnachten hatte der Sohnemann für Oma und Opa, Gotte und Götti, Mama und Papa Futterstationen in Eulenform für Meisen (sic!) gebastelt. Erst hatte ich ja Bedenken, dass die Meisen die Eulen in einem grossen Bogen umfliegen könnten. Aber entweder werden die Eulen von den Meisen nicht als Eulen und damit nicht als Bedrohung wahrgenommen. Oder die Meisen wissen, dass Eulen erstens nachts jagen und zweitens vor allem auf Mäuse stehen. Oder die Meisen sind so gierig auf die dargebotenen Meisenknödel, dass ihnen die Eulen schlicht schnurz sind.

Wie auch immer: Nach nicht einmal einem halben Tag war unsere Eule, die ich neben unserem kommunen Vogelhüsli aufgehängt hatte, leergeräumt. Ein voller Erfolg für den Futterstationenbastler also. Ein Tag später musste ich (zum Glück ich und nicht etwa der Futterstationenbastler) mir dann aber von einer Kollegin (nein, keine Namen!), der ich begeistert von unseren Eulen erzählt hatte, anhören, dass ein wahrer Vogelfreund keine Vögel füttert, und schon gar keine Meisen, da diese zu den häufigsten Vögeln überhaupt gehören.

Bietest du Vögeln eine Futterstelle an?

Im ersten Moment hab ich erst einmal gedacht: Dir piepts wohl! Dann hab ich leer geschluckt und anschliessend diskret das Thema gewechselt. Das Ganze hat mir aber keine Ruhe gelassen, weshalb ich mich bei der Vogelwarte Sempach schlaugemacht habe. Und das ist dabei herausgekommen:

Biologisch gesehen, ist das Füttern im Winter nicht notwendig. Punkt.

Und: Durch die Fütterung fördert man das gehäufte Auftreten von Vögeln auf beschränktem Raum. Was das Übertragen von Krankheiten fördern kann. Punkt.

Aber: Bei Dauerfrost, Eisregen oder geschlossener Schneedecke kann die Fütterung eine Überlebenshilfe sein.

Und da kommen der Sohnemann und seine Eulen ins Spiel: Futterhäuschen und Meisenknödel ermöglichen insbesondere auch Kindern die Begegnung mit der einheimischen Tierwelt.

Und drum bleibt unser Vogelhäuschen hängen. Und die Eule sowieso. Und sonst halten wir uns an die Tipps der Vogelwarte Sempach, die ich euch kurz zusammengefasst habe:

Und hier noch ein kleiner (Denk-)Anstoss zum Thema jenseits jedwelcher Diskussionen: Wer seinen Garten naturnah sprich mit heimischen Wildbüschen wie Holunder, Vogelbeerbaum, Schlehdorn oder auch Ilex bestückt, leistet einen wichtigen Beitrag für die natürliche (Futter-)Vielfalt vor der eigenen Tür, und zwar rund ums Jahr!


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