16. April 2018

Die Zaubertür

1949 liess die Migros erstmals eine Filiale mit einer automatischen Tür ausstatten. Die Kundschaft reagierte verwundert und sogar erschrocken.

Die erste automatische Tür der Migros
Sorgte für Verblüffung: Der Eingang der Migros-Filiale an der Zürcher Goethestrasse. (Quelle: MGB-Archiv.)

Heute warten wir ungeduldig darauf, dass unsere Alltagsgegenstände endlich richtig smart werden – dass der Kühlschrank im Onlinesupermarkt Milch und Butter nachbestellt und dass das Auto zuverlässig jeden Blechschaden vermeidet, selbst wenn wir am Steuer in Tiefschlaf fallen.

Ende der 40er-Jahre sorgte schon die hier gezeigte Szene für Verblüffung: Eine Kundin verlässt die Migros-Filiale an der Goethestrasse in Zürich. Obwohl sie in beiden Händen Einkäufe trägt, geht die Frau mühelos durch die Tür – die Türflügel öffnen sich von selbst, als würden sie von einer unsichtbaren Hand bewegt.

Die Zeitungen nannten die Vorrichtung eine «Zauberpforte». Die «Zürcher Woche» meldete, die Kunden seien «überrascht, bisweilen sogar erschrocken über die neuartige Erscheinung». Die automatische Tür war ein echter Publikumsmagnet; doch sie blieb nur bis Mitte der 50er-Jahre in Betrieb. Dann wurde am Eingang der Filiale stattdessen ein Luftvorhang installiert, der im Winter die Kälte vom Laden fernhielt.

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