04. April 2018

Die virtuelle Kreditkarte

Bargeldloses Bezahlen bekommt eine neue Dimension: Mit dem Zahlsystem Revolut lässt sich auch auf Auslandsreisen per Handy unkompliziert einkaufen und Geld wechseln. Einen Haken gibt es aber noch.

Das Bezahlsystem Revolut
Das Bezahlsystem Revolut ist gerade bei Auslandsferien praktisch. (Bild PD)

Das ideale Zahlungsmittel für die Ferien ist die Kreditkarte. Der Komfort, den das Plastikgeld bietet, kann allerdings ins Geld gehen: Jede Bezahlung, jedes Abheben kostet. Nicht so bei Revolut. Das Londoner Start-up bietet ein günstiges Bezahlsystem, das über das Smartphone läuft und nicht nur für Auslandsreisen interessant ist.

In der Revolut-App können Konten für insgesamt 25 verschiedene Währungen erstellt werden. Anschliessend lassen sich bis zu fünf virtuelle und zwei physische Kreditkarten er- beziehungsweise bestellen. Die virtuellen Karten können nach dem Einscannen eines Ausweises sofort benützt werden. Die physische Mastercard (Visa befindet sich noch in der Testphase) wird innert zweier Wochen geliefert. Die erste virtuelle und physische Karte ist jeweils umsonst, jede weitere kostet sieben Franken. In der kostenpflichtigen Premiummitgliedschaft (8.99 Franken pro Monat) sind alle inbegriffen.

Um Revolut nutzen zu können, muss ein gewisser Betrag einbezahlt werden. Hier kommt der Haken für Schweizer: Es gibt noch keine Möglichkeit, ohne Zusatzkosten Geld auf das Revolut-Konto zu laden. Zwar kann man über die App ein kostenloses IBAN-Konto in Euro oder Pfund erstellen und anschliessend per SEPA gebührenfrei Geld überweisen. Doch bei der Belastung in Schweizer Franken auf dem Bankkonto kommt der Wechselkurs der Bank zum Tragen, und der kann unvorteilhaft sein. Für eine normale Banküberweisung in Franken werden Transaktionsgebühren erhoben. Und auch wer eine herkömmliche Kreditkarte zum Aufladen des Revolut-Kontos benützt, muss mit Kosten von Seiten des Kreditkarteninstituts rechnen.

Dafür profitiert man im Ausland beim Bezahlen mit Revolut von günstigen Wechselkursen für über 120 Währungen. Die jeweils geltenden Kurse sind in der App einsehbar. Mit der Standardmitgliedschaft können monatlich bis zu 6000 Franken gratis gewechselt werden, bei Premium unbeschränkt viel. Am Automaten können Fr. 200.– beziehungsweise Fr. 400.– (Premium) pro Monat gebührenfrei abgehoben werden. Sogar Kryptowährungen lassen sich über Revolut kaufen, und zwar mit Transaktionsgebühren von 1,5 Prozent relativ günstig.

Die App dient als Zentrale für alle Transaktionen, Abrechnungen und gewährt uneingeschränkte Kontrolle über alle Revolut-Transaktionen. Es lassen sich auch Funktionen mit einem Klick aktivieren oder deaktivieren, wie zum Beispiel kontaktloses Zahlen.

Was noch fehlt, ist die Kompatibilität mit Apple Pay und Co. Hier hat sich Revolut noch auf kein System festgelegt. Sollten zudem eines Tages die Überweisungskosten wegfallen, kann man sich ernsthaft überlegen, die herkömmlichen Kreditkarten zurückzugeben und auf die kleine Revolution zu wagen, auch im Alltag in der Schweiz.

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