14. Januar 2018

Die Schneeschuh-Tour am Ofenpass

In Kürze erreicht man von der Passstrasse bei Buffalora ein abwechslungsreiches Hochland in Weiss. Und der Zusatzweg über das alte Zollhaus hinaus eröffnet Ausblicke gen Süden.

am Ende der Zusatzschlaufe blickt man hinab ins Val Mora
Auf dem Hügel am Ende der Zusatzschlaufe blickt man hinab ins Val Mora (links).
Lesezeit 3 Minuten

2017 hatte ich im sonst so sonnigen Südbünden etwas Wetterpech: Der 31. Dezember war mein erster praktisch wolkenloser Tag. Wegen grosses Andrangs auf den Skipisten und mangels Motivation für längere Langlaufprojekte entschied ich bald, entschleunigt auf Schneeschuhen herumzuspazieren.
Als Ziel ist schnell das dafür bekannte Gebiet westlich des Ofenpasses fixiert. Es weist zwar an schönen Tagen ein paar Ausflügler aus – kein Problem für mich: Ich suche kaum je die unberührte Natur. Mir ist berührte lieber, schrieb einst schon der deutsche Dichter Günter Eich. Dazu gesellen sich ein ökologischer Aspekt und ein sicherheitsrelevanter: In der (hoch-)alpinen Landschaft stört das individuelle Rumwatscheln das Wild und generell die Natur stärker, zudem bringt es einen selbst und andere tendenziell schneller in Gefahr.

Keinerlei Mühe habe ich auch damit, für einmal zur Hauptsache denselben Weg von der Jufplaun beim alten Zollhaus (Chasa da Cunfin) zurückzuwandern, den ich gekommen bin. Bloss einen Abschnitt oberhalb der Buffalora-Alp empfehle ich morgens höher am Nordwesthang hinauf zu begehen, um am Nachmittag den lawinentechnisch noch harmloseren Weg in der Seitentalsenke zurückzukommen. Überhaupt eine letzte Anmerkung zur Schnee- und Sicherheitslage: Herrscht nicht generell erhebliche (oder gar höhere) Lawinengefahr, handelt es sich um eine sichere Route; sollte die Lage unsicher sein oder die Schneeschuhwanderer unerfahren, raten wir jedoch von erweiterten Projekten wie dem Erklimmen des Buffalora (2600 m ü. M.) dringend ab.

Als unbedenklich erweist sich hingegen die Verlängerung der Route um gut 45 Minuten über das alte Zollhaus hinaus Richtung Süden. Damit erlebt man zum Ausflugsdessert eine baumfreie, schneekahle Landschaft, an deren Ende man ins hübsche Val Mora hinunterblickt und etliche Zacken im Süden bestaunen kann. Im Sommer und Herbst liesse sich hier übrigens eine sehr hübsche und ganz einfache Wanderung hinab nach Sta. Maria im Müstair anschliessen. Bis zu den ein bis zwei Aussichts-Schneehügelchen verirrte sich ausser uns nur noch ein kleines Grüppchen, die anderen rund 30 Ausflügler rasteten beim Zollhaus und kehrten von da zur Buffalora-Alp und der Passstrasse zurück (so dauert der Ausflug weniger als vier Stunden, Pausen nicht mitgerechnet).

Route Buffalora-Jufplaun

Die Route (rot), auch als PDF zum Download (1470 x 980 px / © swisstopo)

Doch jetzt haben wir die Vorspeise und den Hauptgang schlicht übersprungen. Ganz zu Unrecht. Die Vorspeise mit dem maximal mittelmässig fordernden Aufstieg bis zur Alp tischt ein erstes Schneefeld bis zum Waldrand auf, weiter eine alle paar Schritte ändernde Route zwischen Lichtungen und kurzen baumfreien Abschnitten und dichten Waldpassagen. Der Hauptgang besteht in einem Hochtal zu Füssen des Buffalora – links begrenzt die Sicht der Vorgipfel des Piz Daint, eines der schöneren und bequemsten Fast-Dreitausender im Hoch- oder Spätsommer. Hier sind die Bäume schon viel spärlicher gesät, und der Blick gewöhnt sich schrittweise an die grosse Weite ... des Nachtischs.

Geeignet auch für Schneeschuh-Anfänger
Höhepunkt: alles ab einer Viertelstunde nach Buffalora-Parkplatz
Pause: altes Zollhaus (Chasa da Cunfin)
Dauer: 3 Std. 45 / 5 Std. 20 (mit Zusatzschlaufe bis Aussichtspunkt ins Val Mora)
Höhenmeter (bergauf): 480 m

Trümpfe der Wanderung Buffalora-Jufplaun

Reto Meisser über seine Kolumne «Hike & Bike»

Video: Elena Bernasconi

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