22. September 2018

Die Qual der Fitnesswahl

Unsere Stadt-Land-Kolumnistin hat sich für ein Fitnesscenter entschieden, das geografisch sehr unpraktisch liegt. Was ihr innerer Schweinehund wohl dazu sagt?

Hund
Etwa so stellt sich unsere Kolumnistin ihren inneren Schweinehund vor. (Bild: unsplash.com)
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Mein innerer Schweinehund und ich wohnen ja auf dem Land. Arbeiten tun wir – also, tue vor allem ich – in der Stadt. Die Wahl eines Fitnesscenters ist unter diesen Umständen keine einfache. Soll es in der Nähe des Arbeitsplatzes sein, damit ich nach Feierabend schnell da bin? Oder soll es in der Nähe von zu Hause sein, damit ich nach dem Training schnell im Bett bin? Klar ist jedenfalls für die meisten Menschen (wie eine repräsentative Umfrage unter meinen Arbeitsgspänli zeigt): Das Fitnesscenter einer jeden Person sollte unbedingt in der Nähe des Arbeits- und/oder Wohnorts stehen. Begründung: So kann man seinen inneren Widerstand besser überwinden. Leuchtet mir völlig ein. Ist bei mir trotzdem irgendwie anders.

Mein Fitnesscenter liegt eine halbe Stunde Autofahrt von meinem Wohnort entfernt. Vom Arbeitsort aus muss ich noch länger pendeln: Gehe ich ins Training, verliere ich mindestens eine Stunde allein für den Hin- und Rückweg. Und dazwischen muss ich mich ja noch krümmen und abmühen. Wenn mein Schweinehund und ich also diskutieren, stehe ich mit meinen Argumenten auf schwachen Beinen. Ich kann ihn meistens nur durch Bestechung überzeugen und verspreche ihm ein Leckerli nach dem Fitnessprogramm.

Warum ich denn ein Fitnesscenter an geografisch derart unsinnigem Ort gewählt habe, fragst du dich? Weil ich eben auch einen inneren Sparfuchs halte: Ich konnte das Abonnement gratis von meinem Freund übernehmen, der gerade im Ausland weilt. «Gratis» ist natürlich relativ, wenn man an die ganzen Benzinkosten denkt. Das ignoriere ich natürlich und pendle weiter von zu Hause zur Arbeit, zum Fitnesscenter und zurück – mein ganz persönliches Bermudadreieck.

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