08. September 2018

Die grandiose Federgabel

Unsere Stadt-Land-Kolumnistin hat ein neues Hobby. Es macht Spass und hat erst noch einen positiven Nebeneffekt.

Unsere Autorin ist neu auf zwei Rädern unterwegs. (Bild: Unsplash.com)
Lesezeit 2 Minuten

Ich bin jetzt eine Bikerin. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Keine mit Lederjacke, Nieten und Harley Davidson. Sondern eine mit gepolsterten Shorts, aerodynamischem Helm und Handschuhen, bei denen die Finger vorn rausgucken. Lange habe ich das Hobby meines Vaters belächelt. Wenn er mir von seinen Touren, Höhenmetern und der grandiosen Federgabel seines neuen Mountainbikes erzählte, hörte ich nur mit halbem Ohr hin. Velofahren fand ich schon zu Schulzeiten eher anstrengend – dass man freiwillig über Wurzeln, Brücken und sogar die Alpen strampelt, konnte ich nie nachvollziehen.

Irgendwann merkte ich aber: Mein Vater ist ziemlich fit. Und ausgeglichen. Und wenn er in den Familien-Chat Landschaftsbilder von unterwegs schickte, sah das oft ganz schön toll aus. Ich wusste, dass er schon lange den Wunsch hegte, mich für den Sport auf zwei Rädern zu begeistern. In einem Anfall von Motivation willigte ich eines Abends ein. Wir vereinbarten Datum und Uhrzeit, er machte mir Outfit und Mountainbike bereit.

Seither unternehmen wir jede Woche eine Biketour. Er würde es unter seinen Velofreunden wohl eher als «nettes Ausfährtli» bezeichnen – ich für meinen Teil komme ziemlich ins Schwitzen. Während wir treten und treten und bremsen und schalten, reden wir über alles Mögliche. Manchmal schimpfe ich auch mit ihm, weil er wieder mal eine zu steile Route ausgesucht hat oder eine, bei der mich alle drei Meter eine Brennnessel streift. Trotzdem ist es cool. Felder und Bäche ziehen an uns vorbei, wir geniessen die frische Luft und die Dorfbeizpause ist immer wohlverdient. Das Beste ist aber die Zeit, die ich dank des Bikens mit meinem Vater verbringe. Sie ist unvergesslich schön.

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