01. Dezember 2014

Die gefährlichsten Sportarten

Basejumping gilt laut einer Studie als gefährlichster Sport. Vergleicht man häufiger betriebene Freizeitaktivitäten in der Schweiz, gibt es jedoch Überraschungen: Einige Zahlen und Fakten.

Herbert Weissmann vor seinem tödlichen Unfall (Bild Praesens Film)
Herbert Weissmann vor seinem tödlichen Unfall (Bild Praesens Film)

Eine breite norwegische Studie wies vor wenigen Jahren laut der unabhängigen Wissenschaftspublikation «Bandolier» klar aus, dass Basejumping – oder im Slang Basen – weltweit die mit Abstand gefährlichste Freizeitbeschäftigung mit physischer Betätigung ist. Jeder 2317. Sprung war tödlich, jährlich stürzen mehrere Baser in der Schweiz, sehr oft im Berner Oberland, in den Tod. Aufgrund der Unfallzahlen in den letzten drei bis fünf Jahren dürfte sich am Fazit nichts Entscheidendes geändert haben.

Die anderen Sportarten kamen in der Rangliste weit dahinter, mit höchstens 25-mal kleinerer Rate an Todesfällen, jedoch im Detail in der einen oder anderen unerwarteten Abfolge. So erstaunt Skidiving oder etwas weiter zurück Gleitschirmfliegen vielleicht nicht generell in der Verfolgergruppe. Hingegen eher, dass Schwimmen und Radfahren (rund 40-mal kleineres Sterberisiko) noch leicht gefährlicher eingestuft wurden als beide, Fussball rangierte dazwischen, Tennis gleichauf mit Gleitschirmfliegen (über 50-mal kleiner).

Denkt man nun aber: Klar, das betreiben auch viel mehr Menschen, also gibts mehr Tote (oder Verletzte), so gilt es einzuwenden, dass die Rangliste der Studie die Anzahl der Aktiven voll gewichtet. Man könnte höchstens kritisch einwenden, dass die Menge an beim Hobby zugebrachten Stunden respektive die Häufigkeit der Aktivität nicht gewichtet wurde. Gelegenheitsschwimmer werden also von ambitionierten Amateuren nicht getrennt behandelt.

Mindestens denkbar, dass beim Schwimmen oder Fussballspielen viel mehr Menschen nur selten und völlig untrainiert aktiv werden. Das hiesse, dass auch externe Risikofaktoren (wie zum Beispiel nicht diagnostizierte Herzkrankheiten) eine Rolle spielen, die nicht unbedingt direkt mit der Ausübung der gewählten Sportart zusammenhängen.


RISIKEN VERBREITETER SPORTARTEN IN DER SCHWEIZ

In absoluten Zahlen sind die Klassiker voraus

Betrachtet man bloss die beliebtesten sportlichen Aktivitäten, die in der Schweiz ausgeübt werden (jene von Touristen also eingeschlossen), mit der Anzahl der jeweiligen Todesfälle, ergibt sich für die Jahre 2000 bis 2012 gemäss Zahlen der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) des Bundes folgendes Bild: Traditionelle, von der breiten Masse betriebene Freizeitaktivitäten sorgen absolut für die meisten Toten.

Beim Bergwandern kamen 2012 29 Menschen ums Leben, von 2000 bis 2012 nicht weniger als 587.
Bergsteigen lag mit 23 und in der ganzen Zeitspanne mit 411 Todesfällen schon an zweiter Stelle, dahinter folgen Tourenskifahren mit 16 (201), Baden/Schwimmen in offenen Gewässern ebenfalls mit 16 (193), Gleitschirmfliegen mit 8 (85), und dann bereits Base-Jumping und Variantenskifahren mit 7, wobei auf zwölf Jahre hier die Ski mit 115 gegenüber 43 (Base-Jumping) beinahe um das Dreifache vorn liegen.

Im Verhältnis zu Aktiven liegen Trend- & Randsportarten vorn

Gewichtet man für die Schweizer Verhältnisse, wie viele der hier Ansässigen mindestens selten eine Sportart betreiben, sieht es anders aus. In der Auflistung des Bundesamtes für Sport von 2008 ergibt sich die unten folgende Tabelle. Weniger verbreitete, tendenziell aber in der Beliebtheit zulegende Aktivitäten sorgen für ein höheres Sterberisiko.
In der letzten Spalte ist aufgeführt, wie gross für eine(n) Aktive(n) zwischen der Jahrtausendwende und Ende 2012 das Risiko war, bei der Ausübung der entsprechenden Sportart ums Leben zu kommen.

Tabelle mit beliebten Sportarten und dem Mortalitätsrisiko
Tabelle mit beliebten Sportarten und dem Mortalitätsrisiko / Quelle BfU & Baspo

Die komplette BfU-Statistik mit den Todesfällen von 2000 bis 2012 in der Schweiz

Benutzer-Kommentare