23. Juli 2019

Die Chrampfer am Schwingfest

Sie sind jung oder alt, Schwingfans oder nicht, und sie engagieren sich mit ihrem Verein oder als Einzelne: Über 4000 freiwillige Helferinnen und Helfer machen das «Eidgenössische» erst möglich.

Lesezeit 3 Minuten

Chrampfer heissen sie offiziell beim Schwingen, am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug sind es über 4000 freiwillige Helferinnen und Helfer. Der Name ist Programm: Sie fahren Stapler, arbeiten auf dem Campingplatz, sorgen für Sicherheit, sind in der Gabenbeiz tätig oder koordinieren die Autos auf den Parkplätzen. Klar ist: Ohne sie ginge nichts. Drei Freiwillige haben mit uns über ihre Einsätze gesprochen. Sie freuen sich darauf und sind gespannt, was sie erwartet. Sie zweifeln nicht daran, dass der Grossanlass ein einmaliges Erlebnis wird. Trotz viel Arbeit steht zwischen den Einsatzschichten eine eigene Helfertribüne für sie bereit – so sehen die Chrampfer doch noch etwas von den Bösen.

DANIELA MAURER (27)

Wohnort: Affoltern am Albis ZH
Einsatz: Service im VIP-Bereich

Daniela Maurer

«Da mein Vater die freiwilligen Helferinnen und Helfer für das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest rekrutiert, habe ich von Anfang an alles mitbekommen: wie gross der Anlass ist, wie viele sich engagieren, was es für unseren kleinen Kanton Zug bedeutet. Für mich war immer schon klar, dass ich mit anpacke. Seit zehn Jahren bin ich im Stadtturnverein Zug aktiv, wir bewegen uns im Team, spielen Unihockey, Fussball, Badminton. Und wir helfen auch mit fünfzig Leuten beim ESAF.

Persönlich habe ich zum Schwingen keinen Bezug, aber das Fest, die Grösse und Einmaligkeit faszinieren mich. Ich freue mich, als Freiwillige Teil des Ganzen zu sein. Der Einsatz im Service ist Zufall. Ich habe schon bei anderen Anlässen gekellnert und denke: Das kommt gut. Am meisten freue ich mich auf die gute Stimmung.»

PHILIPP SIDLER (48)

Wohnort: Cham ZG
Einsatz: Check-in Turnhalle

Philipp Sidler

«Hinter der Theke ist es oft spannender als davor. Deshalb freue ich mich, als Helfer dabei zu sein. Während des Schwingfests können Gäste an verschiedenen Orten übernachten, etwa in Zivilschutzanlagen, Schulhäusern oder in der Stadthalle. Und da kommen wir ins Spiel: Meine Kollegen vom Hobby-Fussballclub SC Wacker Inwil und ich sind in Baar und Zug im Einsatz.

Ich bin in einer Turnhalle in Baar stationiert und mache dort die Eingangskontrolle. In der Halle sind etwa 80 Betten aufgestellt. Meine erste Schicht beginnt in der Nacht auf Samstag, um 2 Uhr – es wird bestimmt hart, so lange durchzuhalten. Doch die Vorfreude überwiegt: Uns erwartet ein gigantisches Fest. Ich bin ein Schwingfan und war schon beim letzten «Eidgenössischen» dabei – damals jedoch als Gast und nicht hinter den Kulissen.»

RICHARD GEISER (68)

Wohnort: Cham ZG
Einsatz: Campingplatz

Richard Geiser

«Wir vom Schweizer Alpenclub Rossberg bilden den grössten Verein im Kanton Zug. Für mich war klar, dass wir helfen, wenn ein solcher Grossanlass stattfindet. Da können wir ja nicht einfach abseitsstehen! Also habe ich organisiert, dass über 100 unserer Mitglieder als freiwillige Helfer dabei sind. Wir sind für den Campingplatz eingeteilt. Er ist ausgebucht, und wir schauen, dass alle Besucher ein Plätzchen finden.

Unsere Gruppe leistet gegen 200 Arbeitsschichten. Ich mache die Nachtschichten, jeweils von 22 bis 6 Uhr, mit guten Freunden zusammen. Ich freue mich auf den Einsatz und bin gespannt, wie alles laufen wird. Ich war schon an kleineren Schwingfesten dabei, die Stimmung ist immer gut. Vor allem aber freue ich mich, einen kleinen Beitrag zu einem grossartigen Fest zu leisten.»

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Buchautor und Kulturjournalist Linus Schöpfer

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