30. Mai 2018

Die Börse im Zeichen der Fussball-WM

Zwischen Fussballereignissen und Aktienmärkten gibt es interessante Zusammenhänge.

Schweizer Fussball-Nationalmannschaft
Die Migros Bank wünscht der Schweizer Nationalmannschaft für die WM in Russland viel Erfolg und allen Fussballfans viel Spass. (Bild: Georgios Kefalas/Keystone)

WM-Jahre scheinen hierzulande gute Aktienjahre zu sein – jedenfalls dann, wenn die Schweizer Nati in der Endrunde dabei ist. Seit 1994 wirkte unsere Nationalelf vier Mal in der Endrunde mit, und drei Mal schloss der Swiss Performance Index (SPI) das Börsenjahr mit einem Gewinn ab: Das Aktienbarometer stieg während des Jahres jeweils um durchschnittlich sieben Prozent. Nur 1994 beendete der SPI das Börsenjahr auf der Verliererseite.

Zufall? Wahrscheinlich ja. Dennoch ist der WM-Effekt an den Börsen spürbar: Wer die Kursentwicklung der Aktienmärkte unter dem Blickwinkel der Fussball-WM betrachtet, stellt fest: Seit der Meisterschaft 1966 in England steht die Börse des Gastgeberlands jeweils im ersten Semester des WM-Jahres üblicherweise auf der Gewinnerseite. Auch dieses Jahr hat sich diese Feststellung bestätigt. Denn bis die USA gegen Russland und russische Oligarchen Sanktionen verhängten, notierte der russische Aktienmarkt klar im Plus. Erst zwei Mal erlitt die Börse des Gastgeberlands bisher eine «Niederlage» im ersten WM-Halbjahr: 1974 in Deutschland und 1982 in Spanien.

Es gibt noch mehr interessante Beobachtungen:

- Ab der Jahresmitte dreht oft das «Börsenspiel», und die Anleger sollten sich an der Börse des Gastgeberlands defensiver positionieren. Denn in der zweiten Jahreshälfte zeigt die Formkurve der Börse des WM-Gastgebers absolut wie auch im Vergleich zum Weltaktienmarkt üblicherweise klar nach unten.

- Die Börse des Weltmeisters erfährt in den ersten 30 Handelstagen nach dem Finalspiel einen Stimmungsaufschwung. Sie schneidet in dieser Zeitspanne fast immer deutlich besser ab als der Weltaktienmarkt.

- Dieser Effekt ist allerdings sehr kurzlebig und verflüchtigt sich in der Regel nach drei Monaten wieder.

- Als wäre eine Niederlage im Endspiel nicht schon bitter genug, steht dem Aktienmarkt des Finale-Verlierers jeweils der Börsenblues bevor: Die Börse des WM-Zweiten hinkt über drei Monate dem Weltaktienmarkt deutlich hinterher.

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